Berichte


Berichte aus der Sektion


Erster Bürgermeister Dirk Büscher empfing Bergsteiger aus Gernika

 
Vor der 14. Partnerschaftstour der drei Bergsportvereine Goizale Mendi Taldea Gernika – Lumo, CAI Sezione die Vicenza und der Sektion Pforzheimer Sektion im Deutschen Alpenverein ins Verwall  fand  im „ Goldenen Anker „ in Dillweißenstein ein Empfang der Bergsteigergruppe aus Gernika, die von Pforzheim aus ihre Tour begannen, ein Empfang durch den Ersten Bürgermeister Dirk Büscher statt.

Der Vorsitzende der Sektion Pforzheim Rolf Constantin ging dabei auf den Ausgangspunkt, dem Friedensmarsch im Jahr 2005 ein, der den Kontakt zwischen den beiden Städten herstellte. Gemeinsam ging es auf die 2100 kilometerlange Strecke zwischen Februar und April 2005 von Pforzheim nach Gernika. Die Wandergruppen wechselten dabei wöchentlich. Eingebunden in den nicht ganz einfachen Marsch waren auch die Studenten und Professoren der Hochschule Pforzheim.

Das Miteinander förderte den Wunsch, sich jährlich zu gemeinsamen Bergtouren zu treffen. Die erste Tour führt dann 2006 auf den Gran Paradiso. 2007 ging es mit den Bergsteigern aus Vicenza rund um die „Drei Zinnen und ab 2008 mit allen drei Bergsportvereinen zu einer jährlichen Bergtour von einer Woche in die jeweiligen Gebiete der einzelnen Sektionen.

Bürgermeister Dirk Bücher lobte das beispielhafte Miteinander der drei Partnerstädte und ging auf die Flussschiffer des Schwarzwaldes, die Flößerei ein, passend zum Treffpunkt im „Goldenen Anker“. Zurine Miren der Basken freute sich auf das stete Treffen und lobte dabei den stellvertretenden Vorsitzenden der Sektion Pforzheim Bruno Kohl, der als Zugmaschine stets für die Logistik verantwortlich zeichnet.

Miteinander konnten die Teilnehmer an den Bergtoure, die nicht immer einfach waren, die Schönheit der Pyrenäen und Dolomiten besser kennenlernen und auch die Alpen sowie das Berghaus der Sektion Pforzheim in den Stubaier Alpen.

Als Übersetzerin war Monika Finna gefragt, die unter anderen Städtepartnerschaften auch für die Städtepartnerschaft Gernika und Pforzheim zuständig ist.

Zehn Bergsteiger der Sektion Pforzheim, acht aus Gernika und 16 aus Vicenza bewegen sich jetzt eine Woche im Bereich der „Neuen Heilbronner Hütte“ und den entsprechenden Bergen mit angepassten Gipfeltouren. Am letzten Tag führt der Weg von der „Neuen Heilbronner Hütte“ zur Friedrichshafener Hütte über die Gaisspitze und dem Schafbichljoch.   

Alle sind froh, dass es nach der Pandemie nun eine Fortsetzung der Touren gibt. Sprachprobleme lassen sich bei den Touren stets über Englisch oder Gebärdensprache überbrücken und alle wünschen sich, dass es diese Begegnungen noch lange gbit.

Rolf Constantin


„Fels und Eis“ schließt


Pforzheimer Bergsteigerszene geht ein wichtiger Anlaufpunkt verloren
 
Es ist eine traurige Nachricht für die Pforzheimer Bergsteiger und Kletterer: Ende Mai schließt der Ausrüster „Fels und Eis“ in der Nordstadt (Ebersteinstraße 16). Am 2. April startet Inhaber Stefan Förschler den Abverkauf. Auch die Alpenvereinssektion Pforzheim verliert damit einen wichtigen Partner und langjährigen Sponsor. DAV-Schriftführer Sven Bernhagen hat sich mit Stefan „Stips“ Förschler über seine Beweggründe, den Alpenverein und die Zukunft unterhalten.
 
Nach 37 Jahren machst du den Laden dicht – warum?
Die letzten beiden Jahre waren wegen der Corona-Einschränkungen echt schwierig. Ich müsste jetzt meine Lager wieder füllen, aber manche Hersteller haben massive Lieferschwierigkeiten. Das war ein Grund. Aber ausschlaggebend war, dass Emilie mich gefragt hat, ob ich im „Steil“ mit einsteigen will. Da freue ich mich drauf, weil ich damit die Familie unterstützen und wieder ein bisschen mehr im Team arbeiten kann.
Deine Tochter betreibt seit gut zwei Jahren zusammen mit ihrem Freund Julius Westphal die Boulderhalle in Karlsruhe – jetzt gehst du also auch steil: Was wird dein Job dort sein?
Ich werde mich dann um die Verwaltung kümmern, um den Einkauf, ums Personal… Und vielleicht darf ich auch mal was schrauben! (lacht)
Mal was Neues mit 59 Jahren…
Ja, neulich im „Steil“ hat sich einer den ganzen Trubel angeschaut und meinte dann zu mir: „Na, mit 60 willst du das doch auch nicht mehr machen…“ Und ich so: „Doch…“ (lacht)
Aber das „Fels und Eis“ nach so langer Zeit aufzugeben, fällt sicher auch nicht leicht…
Nein, da habe ich lange mit mir gerungen. Vor allem wegen der Kunden. Da haben sich im Laufe der Zeit schon viele persönliche Beziehungen entwickelt. Ich wusste eigentlich immer, wer wo unterwegs war und wie die Verhältnisse so in den Bergen sind. Und was Ausrüstung angeht, ist schon ein großer Beratungsbedarf da. Ich hoffe, das können die anderen Outdooranbieter in Pforzheim – der Elsässer oder der Schrey – ein bisschen auffangen. Ansonsten heißt es weit fahren bis zum Kolb nach Kuppenheim oder ins Basislager nach Karlsruhe.
Der Laden war ja auch immer Informationsdrehscheibe, wenn’s um Tourentipps oder Lawinen- und Wetterverhältnisse ging…
(lacht) Ja, ich erinnere mich noch gut daran, wie früher Fitz Kast noch wöchentlich in den Laden kam, um sich sein Update abzuholen, was so geht bei den Pforzheimer Bergsteigern.
Auch der Alpenvereinssektion Pforzheim, der du ja eng verbunden bist, geht ein wichtiger Partner verloren. „Fels und Eis“ hatte immer Anzeigen in den Sektionsnachrichten, hat beispielsweise die Sektionsjugend mit T-Shirts unterstützt oder dem Verein ordentliche Rabatte bei der Anschaffung von Material eingeräumt…
Stimmt, das war schon eine enge Partnerschaft. In der Sektion bin ich ja inzwischen auch schon seit 55 Jahren Mitglied. Ich war lange in der Sportklettergruppe, meine Frau Anja hat lang die Familiengruppe gleitet. Die Kinder Luis und Emilie sind sportlich in der Sektion groß geworden und klettern heute in der Weltspitze. Das verbindet auf jeden Fall.
Zwei Monate haben die Pforzheimer Kletterer und Alpinisten jetzt noch, um sich fachkundig von dir beraten zu lassen und sich mit Material einzudecken.
Genau. Der Laden wird komplett geräumt, da gibt’s dann ordentlich Rabatte. Schlafsäcke, Rucksäcke, Jacken, Handschuhe, sonstige Klamotten, Seile, Sicherungsmaterial, Helme, Kletterschuhe, Wanderstiefel, Bergführer – alles muss raus. Und wenn jemand noch Spezialausrüstung braucht, kann ich auch noch bestellen. Das kriegen wir hin, dass alle mit Top-Ausrüstung in den kommenden Bergsommer starten können.
Vielen Dank für das Interview und alles Gute für deine Zukunft!
www.felsundeis.com
www.boulderhalle-steil.com
 
Bild: Als Kletterer und Alpinist kennt sich Stefan Förschler in Fels und Eis bestens  aus. Im „Fels und Eis“ gibt er sein Know-How gerne an die Kunden weiter – aber leider nur noch bis Ende Mai. Foto: Bernhagen


Nachbarschaftshilfe für den AKB, Arbeitskreis Battert ;-)


Auch unsere Sektion beteiligt sich jährlich mit einer kleinen finanziellen Umlage beim AKB, um die Natur- und Felspflege vor Ort zu unterstützen. Über unsere Naturschutzbeauftragte Barbara Schwager kam die Anfrage zustande, ob es möglich wäre, ein Hakenziehgerät an Hand eines Fotos nachzubauen, um die bundesweit angestrebte Hakensanierung in den Sportklettergebieten etwas zu erleichtern.

Nach einer Videokonferenz mit dem AKB wurde David Rapp mein Ansprechpartner und so machte ich mich an die Arbeit. Relativ zügig habe ich das Material beisammengehabt und die Bildvorlage in etwa nachgebaut. Für den AKB fielen lediglich die Kosten für den Hydraulikzylinder und die Handpumpe an, sodass finanziell nicht allzuviel zu stemmen war. Das Gerät hat seine Tauglichkeit unter Beweis gestellt, wie die Bilder ja zeigen, auch wenn die Anwendung am Fels durch den gegebenen Hakensitz nicht überall möglich ist... eine Arbeitserleichterung ist es allemal!
Thomas Thomsen


Skitour Enzklösterle


Ja, auch im Nordschwarzwald können durchaus lohnende Skitouren unternommen werden

Es ist keine Houte Route dafür Heimat nah und auch landschaftlich allemal attraktiv. Voraussetzung ist allerdings Schnee, der in unseren Breitengraden leider selten ist. Für einen Materialtest vor einer großen Tour oder um einfach wieder in Übung zu kommen, ist das Arial rund um den Hirschkopf ideal.

Die Genussskitourler gehen gemütlich den Skihang hoch bis sie etwa in halber Höhe links in den Ziehweg abbiegen und bis zur Berghütte aufsteigen. Die Abfahrt über die Piste macht Laune und eine kurze Einkehr in der Hirschkopfhütte rundet den Skitag ab.

Aber auch die sportlich ambitionierten Geher kommen auf ihre Kosten. Bei einem Aufstieg vom Parkplatz bis zur Hütte legt man etwa 250 Hm zurück. 4-5 mal aufgefellt und schon ist eine sportliche Skitour zusammen. Dabei können die Aufstiege und Abfahrten variiert werden. Beim Aufstieg über den alten steilen Skihang können sogar Spitzkehren geübt werden. Bei ausreichender Schneelage ist die Abfahrt vom alten Hang ein anspruchsvoller Genuss. Kurz aber knackig!

Wer den verschneiten Schwarzwald einsam genießen möchte, geht den alten Skihang hoch, danach den Ziehweg etwa 250 m weiter und biegt kurz vor der Piste nach links ab. Nach etwa 150 m wieder rechts hoch. Hier läuft man Luftlinie ca. 100 m parallel zum Skihang auf einem Jägerweg hoch zur Lifthütte. Am besten nicht abseits fahren das ist für den Natur- und Tierschutz nicht zuträglich und vor allem verboten!

Danach eine rasante Abfahrt direkt zum regionalen Wildburger in die Hirschkopfhütte. Eine Eintagestour die sich ein bisschen nach Urlaub anfühlt…

Mehr Infos: hirschkopfhuette.de


Tourenbuch aus Anfangszeit


Beim Stöbern vor vielen Jahren fiel mir das Tourenbuch der Anfangszeit in die Hände - Dort war auch zu lesen wie ein Gipfelkreuz mit Rucksäcken hochgetragen wurde.

Der erste Eintrag im Tourenbuch machte Adolf Witzenmann vor der Einweihung des zweiten Berghauses der Sektion bereits am 3. August 1926. Bedingung für die Einträge waren schwierigere oder selten gemachte Touren. Für kleinere Touren der Bergwanderer und Bergsteiger sollten die Einträge im sogenannten Fremdenbuch erfolgen.
In lockerer Folge kamen dann die Einträge. Teilweise waren es neue Touren und Erstbesteigungen rund um unser Berghaus. Aber auch lustige Abenteuer sind verzeichnet. Manchmal sind es ganze Romane, die sich über mehrere Seiten hinziehen. Alles oft noch mit Tinte geschrieben und für uns auch schwer lesbar. Die Blätter sind inzwischen vergilbt und häufig hat bei den Touren auch das Wetter nicht gepasst. Bei Regen, Schnee, Nebel und Graupelschauer mussten Bergwanderer und Bergsteiger manche Tour vorzeitig beenden. Dabei kamen auch die Erschwernisse der Touren zur Sprache.
Der letzte Eintrag vom 1. August 1946 erfolgte von einem Einheimischen aus Kematen, der um den Kraspensee eine nicht einfache Gratwanderung durchführte. Dann geht es erst am 21. Juli 1953 mit einer Tour zur Grubenkarspitze weiter.

Am 19. August 1973 ist die Gipfelkreuzerrichtung auf der Vorderen Sonnenwandspitze mit ihren 3159 Metern Höhe ein Thema. Um 6 Uhr verlassen wir die Hütte schilderte Horst Stoll das Ereignis. 25 Kilo Einzelteile des Gipfelkreuzes sind auf zwei Rucksäcke verteilt. Dazu die Ausrüstung für vier Personen. In knapp zwei Stunden erreichen wir den Gletscherfuß. Dann legten wir Steigeisen an und in weiteren 45 Minuten erreichen wir den Einstieg zum Nord-Grat. Nach einer weiteren Stunde stehen wir auf dem Gipfel. Wir heben das Fundament aus und verankern den Fuß des Kreuzes mit Zement und Mauerankern. Dann setzten wir die einzelnen Teile des Kreuzes zusammen und verschraubten sie. Vier Spannseile, die wir mit Fellhaken befestigen, sorgten für den notwendigen Halt. Auf dem Kreuz brachten wir ein Schild an mit „Vordere Sonnenwandspitze 3159 Meter gestiftet von AV – Mitgliedern der Sektion Pforzheim“. Nach elfstündiger Kletterarbeit erreichten wir alle glücklich und gesund die Hütte. Mit dabei waren seine Frau Erika, Jürgen Fuchs und Dieter Mauch. Für alle Beteiligten war es ein denkwürdiger Tag, den sie nie vergessen.
Am 29. August 1977 brachten dann Jürgen Fuchs und Lothar Braun die Kassette mit dem Gipfelbuch auf der Sonnenwandspitze sowie ein aus Kupfer getriebenes Edelweiß und befestigten beides am Gipfelkreuz. Danach war das Buch verschollen und es erfolgte kein Eintrag mehr.

In den nächsten Ausgaben unserer Sektionsnachrichten suche ich nach weiteren interessanten Tourenschilderungen rings um unser Berghaus. Teilweise können diese auch recht lustig sein. Schade, dass das Tourenbuch keine Fortsetzung gefunden hat und so auch die schwierige Aktion der Errichtung des modernen Gipfelkreuzes auf der Haidenspitze im Buch nicht zu finden ist.

Rolf Constantin  


Timmelsjoch: Vom Saumpfad zur Traumstraße


Das Timmelsjoch ist Österreichs höchstgelegener Straßenübergang und die Brücke zwischen Nord – und Südtirol

Vor Jahrzehnten, während der Studentenunruhen von einem italienischen und deutschen Grenzer mit ihrem Schäferhund zum Timmelsjoch geführt, da ich auf Südtiroler Seite auf einem sonnenbeschienen Berghügel mich ausruhte, hatte ich im September das Bedürfnis mal wieder an alter Stelle vor Ort zu sein.

Die Mautstelle hat sich inzwischen stark verändert. Die Geschichte des Joches reicht weit zurück. Erste Siedler aus dem Passeiertal aus St. Leonhardt bewegten sich über den Pass ins Innerötztal, um dort Arbeit zu finden oder sich anzusiedeln. Von daher war es auch nicht verwunderlich, in der Nähe der Berge um Obergurgel, den „Ötzi“ zu finden. Auch die alten Kaufmannsgeschlechter der Fugger und Welser benutzen den 1320 erstellten Saumpfad mit seinen vielen runden Schutthöckern, die als Reste der Gletscher entlang der Straße auffallen. Die erste Passerwähnung erfolgte als „Thymels“ 1241. 1897 beschloss der Tiroler Landtag die Straße unterhalb des Ski- und Touristenortes Hochgurgel von Österreich aus auf den Weg zu bringen. Mussolini und Hitler ließen aber die Arbeiten einstellen. Erst nach dem Zeiten Weltkrieg war der gebürtiger Südtiroler Landeshauptmann Eduard Wallnöfer, der Name Wallnöfer spielte auch bei der alten Pforzheimer Hütte eine Rolle, Vorreiter für den Ausbau, dessen Nordrampe letztlich in den Jahren 1955 bis 1959 für 28 Millionen Schilling rund 2 Millionen Euro erfolgte.

Die gesamte Strecke wurde 1968 freigegeben und ist von Mitte Juni bis Ende Oktober von 7 Uhr bis 20 Uhr geöffnet. Rund 75 000 Fahrzeugte befahren jährlich inzwischen die Strecke. LKW`s dürfen die Bergstrecke nicht befahren. Für Motorrad- und Radfahrer ist diese Passstraße eine begehrte Herausforderung. Mit 2474 Metern Höhe ist das Timmelsjoch Österreichs höchstgelegener Straßengrenzübergang und verbindet nicht nur das Ötztal mit dem Passeiertal, sondern auch Österreich und Italien. Auf italienischer Seite trägt das Joch den Namen Passo Rambo. Der Radmarathon Ötztal und der Verein Pro Vita Alpina mit seinen Aktionen mit Künstlern aus Tirol und Südtirol beleben im Sommer die Bergkulisse. Auf den alten Saumpfaden herrschte früher auch ein lebhaftes Schmugglertreiben.

Von der Mautstation aus lassen sich auch Bergwanderungen machen. Allerdings geht es gleich sehr steil bergauf. Auch die Ausschilderung ist mangelhaft, da das Gebiet ein riesiges Skigebiet von Hochgurgel aus ist und daher vermutlich weniger ein Wandergebiet für Bergsteiger. Daher waren wir, mein Schwager und ich, zwei der wenigen Wanderer, die sich in diesem Gebiet bewegten. Die Landschaft sorgte für einen starken Kontrast der grauen Berggipfel zu den herbstlichen Farben der Matten. Störend, wie oft in solchen Gebieten, die Skikanonen, die als gewaltige Monster in der Landschaft stehen. Ein Vorteil, dass wir Murmeltiere in unmittelbarer Umgebung erleben durften und die sich auch an uns nicht störten, was selten der Fall ist.
Nach dem Abstieg lädt an der Mautstelle ein entsprechendes Lokal zu österreichischen Gerichten ein und ein kleines Freilichtmuseum weist auf die Entwicklung des Straßenbaus hin.

Zurück zum Anfang des Berichtes. Der eskortierte Marsch der Grenzer zum Timmelsjoch sorgte vor Jahrzehnten für viele Schaulustige, die sehen wollten, was nun mit mir passiert. Zunächst musste ich unterschiedliche Ausweispapiere aus meinem Heinkel - Roller hervorkramen, bis mir geglaubt wurde, dass ich keiner der Studenten war, der für Unruhe sorgte, sondern nur ein normaler Tourist. Es ist daher tröstlich, dass sich heute jederzeit problemlos auf der Südtiroler Seite ein Sonnenfleck aufsuchen lässt.      

rolf constantin


Ehrungen langjähriger Mitglieder auch in diesem Jahr nur verändert möglich

Bereits im vergangenen Jahr war es nicht möglich langjährige Mitglieder der Sektion entsprechend zu ehren. In diesem Jahr sollte wenigstens für die jahrzehntelangen Mitglieder ein Weg gewählt werden, der ihre Treue zur Sektion würdigen sollte. Nachdem alle für 25 – jährige Mitgliedschaft ihre Auszeichnungen mit einem Dankeschreiben zugeschickt bekamen, wollte die Sektion alle, die 40 Jahre und länger der Sektion die Treue hielten, zu einer Begegnung im Nebenzimmer der Sonnenberggaststätte einladen.
Die Pandemie, Nebel und Regen bedingten dann, dass nur wenige der Einladung folgen konnten, zumal eine Anreisen aus Bretten, Bruchsal, Bad Wildbad, Mühlacker und Kärnten doch mit längeren Anfahrten verbunden waren. Der Vorsitzende begrüßte die Angereisten und wies dabei auch auf eine in Zukunft veränderte Form der Ehrung hin, da bei der jährlichen Mitgliederversammlung die zu Ehrenden oft doch nicht so im Mittelpunkt stehen.
Das Nebenzimmer war festlich mit gedeckten Tischen und Kerzen geschmückt. Bei Getränken und Fastfood kam das Gespräch nicht zu kurz und manche Erlebnisse konnten so ausgetauscht und Erinnerungen wieder wachegerufen werden. 20 Jahre hielt sich Christine Staib in Amerika auf. Dabei blieb sie der Sektion treu und konnte so bei diesem Treffen für eine 40 – jährige Mitgliedschaft die entsprechende Ehrung erfahren. Sie freut sich auch, sich wieder in Deutschland zu bewegen und als eine der nächsten Touren das Pforzheimer Berghaus im Sommer aufzusuchen.

Eine Bereicherung erfuhr die Begegnung durch eine farbenprächtige Diaschau durch die Pyrenäen. Dabei rückte die Tour der Partnerstädte Gernika, Vicenza und Pforzheim durch die Bergwelt der Pyrenäen in den Mittelpunkt, ehe es zu den Ehrungen kam.  Bei dieser Gelegenheit bedankte sich der Vorsitzende auch nochmals bei Hans Trautz für sein jahrzehntelanges Engagement in der Sektion und Hans Trautz selbst ging auch auf seine Besuche mit der Familie in seiner über 70 – jährigen Mitgliedschaft auf der Pforzheimer Hütte ein.
Inzwischen haben alle, die nicht vor Ort sein konnten, ihre Ehrungen zugeschickt bekommen. Bleibt die Hoffnung, dass im kommenden Jahr wieder allen, eventuell im Rahmen des Oktoberfestes, persönlich Urkunden und Abzeichen überreicht werden können.

rolf constantin


Wanderausflug rund um Hornberg im Schwarzwald


Schon im vergangenen Jahr freuten sich einige Teilnehmer unserer Wandertage in Hornberg auf eine Wiederholung im Jahr 2021. Und sie hat stattgefunden. Trotz Corona-Einschränkungen und einiger Absagen, wegen verstauchter Füße oder Krankheit, waren wir 9 Teilnehmer. Eine besondere Freude war es, Freundinnen und Freunde aus alten Tagen wiederzusehen, die vor Jahren aus Pforzheim weggezogen waren.
Und so konnten wir bei schönstem Herbstwetter 3 ½ Tage die grandiose Landschaft des Schwarzwaldes, mit unserem Wanderfreund Otto Effinger vom Hornberger Schwarzwaldverein, genießen.
Am Tag der Anreise gab es nur einen kleinen Spaziergang zum Karlstein – direkt beim Hotel.

Am zweiten Tag wanderten wir flott über den Knüppeldamm am Hochmoor beim Blindensee aus über die Wendelinkapelle und die Weissenbacher Höhe auf dem „Schneckenwanderweg“ zum Reinertonishof zur Mittagseinkehr, anschließend weiter auf dem Schneckenwanderweg wieder zurück zum Blindensee. Es gab viel zu sehen: saftige Bergwiesen mit Kühen, echten Schwarzwälder Pferde, einsame Bauernhöfe, interessante Pflanzen und ein verträumtes mystisches Hochmoor – nur keine Schnecken.

Der dritte Tag brachte die Fortsetzung vom letzten Wanderjahr. Dieses Mal den westlichen Teil des Lauterbacher Wandersteigs. Der Weg war wunderschön. Zuerst mit großartigen Ausblicken nach Süden und Westen, dann hinauf in dichtem Urwald zum „Purpenmoos“ – die Bäume mit Flechten behangen und am Boden Moose in Farben von grau über dunkelrot bis zu verschiedenen Grüntönen. Einfach wunderschön. Als wir über den Bergkamm wanderten, bot sich uns ein grandioser Blick nach Osten, der „Zollernblick“. Wir wanderten an schönen alten Bergbauernhöfen vorbei ins Tal hinunter und folgten einem schmalen Trampelpfad hinauf zum Fohrenbühl. Wobei dieser schmale Pfad das schlimmste Stück war, kamen uns doch ca. 300 flotte junge und junggebliebene Wanderer entgegen: Sie rannten so schnell an uns vorbei, dass keiner Zeit hatte, uns genau zu erklären, was das für ein Event war – erst als wir pro Teilnehmer 10 Cent kassieren wollten, weil wir ständig den schmalen Pfad frei machen mussten, kam eine Antwort: 24 Stunden Tour vom Fohrenbühl und wieder zurück. In den letzten 10 Minuten hat uns doch noch ein Platzregen erwischt.

Am letzten Tag machten wir uns auf zu einer kurzen, aber wunderschönen Wanderung. Der Panoramaweg von Wolfach führte vom Bahnhof aus über mehrere Kapellen und Aussichtspunkte hinauf zu St. Jakob – einer Kapelle auf dem Jakobsweg von Wolfach nach Straßburg. Ein Mönch betreut dort die Kapelle und ein kleines Haus mit Garten. Wieder zurück in Wolfach war noch Zeit für eine Einkehr im Café – leider war an diesem schönen Sonntag die Schwarzwälder Kirschtorte schon ausverkauft, aber der dortige Zwetschgenkuchen schmeckte auch hervorragend.

Für alle Teilnehmer waren es fröhliche und erlebnisreiche Tage, selbst für einige, die nicht mehr gut wandern konnten, waren doch viele Ziele auch mit dem Auto erreichbar, so dass man an allen Tagen abkürzen und doch dabei sein konnte.                                                     

Brigitte Wörle, Andrea Stöhrer                                                                                                 


Mit den Schneeschuhen zum Unterjoch


Früh morgens in der Dämmerung
bei allerbester Witterung,
die Luft war kühl, der Himmel klar,
versammelte sich unsre Schar
mit 7 Damen und 3 Männer,
vom Neuling bis erprobten Kenner.
In den drei Autos Platz genommen,
nach knapp 4 Stunden angekommen,
und schon am Fuß vom ersten Hang,
der Schweiß aus allen Poren drang:
Frank meinte, die paar Höhenmeter,
die schafften von uns locker jeder…
Ich dachte gleich, dass in den Schneeschuhn,
mir meine Haxen ganz schnell weh tun,
doch Astrid sagt „wenn steil der Hügel,
klapp hinten einfach hoch den Bügel,
schon packst du jede Steigung leicht,
glaub ruhig mir, ich bin geeicht!“
Bevor der Anstieg wurde steil,
kam erst der Praxis-Übungsteil:
Nachdem der Ernstfall war geprobt
– hier sei der Wolfgang groß gelobt –
natürlich Frank gleich dicht dahinter,
und Astrid ebenso nicht minder,
zudem die Theorie besprochen,
sind wir dann richtig aufgebrochen:
Erst parallel zur Rodelbahn,
dann durch den Wald ging es bergan,
i c h  dachte unter meiner dicken Jacke,
dass ich das nie und nimmer packe,
doch kurz vor dem Zusammenbrechen,
da hört man unsern Leiter sprechen:
„Seid ihr - hoch über Unterjoch -
denn alle fit und munter noch?“
„Ha freilich“, rief ich unbedacht,
„aus – mir das überhaupt nichts macht!“
(…doch dabei konnte ich kaum schnaufen,
geschweige denn, noch weiterlaufen…).
Da plötzlich brüllte jemand vorn
„Da ist `s ja schon, `s Wertacher Horn!“
Geschafft den Aufstieg – und man sah,
die Bergwelt wie zum Greifen nah.
Dort hinten rechts ragten die schiefen
Kanten vor vom hohen Ifen,
und während Rotz und Wasser lief,
sah man das Zugspitzen-Massiv:
Die Inka sagt, sie sehe da
die Kette vom Hima-laya…
Beim Abstieg machte niemand schlapp,
sieht man einmal vom Andy ab:
Ist in dem Schneeloch stark verkantet
und freiweg auf dem Arsch gelandet!
Ob sonst noch jemand kam zum Liegen,
das sei an dieser Stell` verschwiegen.
Im „Haus Irene“ frisch gemacht
-es war inzwischen dunkle Nacht –
ging nun zum Essen unsre Truppe:
Schnitzel 8 x , 1x Suppe,
Lachsnudeln, Gröschtl und ein Eis:
Grandios – und recht kommod im Preis.
Am Morgen war das Frühstück toll,
von beiden Wirtsleut liebevoll
und üppig unser Tisch gedeckt
-sauber alles wie geschleckt-,
die Weckle waren in der Mitten
schon piccobello aufgeschnitten.
Vom Haus aus auf die andre Seite
ging es am Sonntag in die Weite
Natur und in den Schnee erneut,
Frank kündigt an: „Wir machen heut
zunächst nur einen sanften Bogen,
für jede/n machbar, ungelogen,
und höchstens an so drei, vier Stellen,
ziehn wir hinüber über Wellen“.
Manch eine/r sah ihn skeptisch an,
doch hielt er sich an seinen Plan,
womit ich fast am Ende wäre
und hiermit feierlich erkläre:
Im Namen von der ganzen Meute,
sag ich es laut und gerne heute:
„Gaaaanz großes Lob und viiiielen Dank
für dieses Wochenende, Frank,
schön, wie sich  a l l e  eingebracht:
DEES HEMMER RICHTIG GUT GMACHD!

Bericht: Andy Föhl


Schildkrötengrat


...traumhaft ;-)

Sonnige, gut gesicherte Felsen im Tessin bewirken einen Ausnahmezustand bei meinen Kindern. Klettern hat ihnen Spaß gemacht! Okay, ich war etwas fies und habe die Mountainbikes zu Hause gelassen, um den Urlaub in eine bestimmte Richtung zu lenken. Zuerst haben wir sie mit Canyoning in gute Laune versetzt, um dann mit dem Vorschlag klettern zu gehen nicht gleich auf Granit zu beißen.
Nun gut, die dann durchaus gute Stimmung am Fels hat mich letztlich zu der Frage hingerissen:
„Wie wär´s mal mit `ner Klettertour in den Bergen?“
Erst mal Stille. Und dann: „Kein Bock!“
„Warum nicht?“
„ Man muss da sicher weit laufen!?“
„ Na ja, so `ne Stunde oder so!“
„ Was soo weit?“
„ Ja, aber nur flach.“ „
„Na gut, wenn`s sein muss.“
„Okay,  dann machen wir auf der Heimfahrt einen Abstecher zum Furkapass.“ „Was, jetzt schon? Jetzt war das doch so ein schöner Urlaub - können wir nicht einfach heim fahren und das ein anderes mal machen!?“
„ Nein, das ziehen wir jetzt durch.“
Einen Tag später am Furkapass:
„Wie jetzt um 7 aufstehen - wenn ich das gewusst hätte - ey!!!“
Überraschenderweise hat das geklappt und es gab sogar die Bereitschaft ein Seil zu tragen, wenn auch noch in Sichtweite des Parkplatzes die Frage kam: „Muss ich das jetzt die ganze Zeit nehmen?“
Meistens löse ich solche Fragen, indem ich 100 Meter vorneweg gehe und erst wieder warte, wenn das schlechte Gewissen zu groß geworden ist. Also hab ich gewartet.  
„Ich hab Hunger.“
„Okay.“
„ Gibt´s nichts anderes?“
„ Was denn?“
„ Na was anderes halt.“
„Nein.“
„ Und was zu trinken?“
„ Da vorne ist ein Bach.“
„Echt jetzt?“
„ Ja, wo ist denn das Problem, Junge?“
„ Okay - chill mal deine Base Papa!“
 
Gestärkt und gechillt erreichen wir tatsächlich den Wandfuß, wo noch etwas über die Kälte gejammert und gefragt wird, ob es wirklich bis ganz da oben geht, aber das war für mich eindeutig ein Ausbruch der Vorfreude.
Nur noch das übliche Vorgeplänkel...
„Kannst du mal dein Handy weglegen, ich würde dann mal gerne einsteigen.“
„Ja, gleich.“
„ Nein, jetzt.“
„ Mann, Papa, stress doch nicht immer so….“
bevor dann tatsächlich geklettert wurde.

Klettern an sich und die Eindrücke der doch gewaltigen Umgebung, bewirken ja ein Gefühl das viele Kletterer lieben. Man ist in eine andere Welt eingetaucht und in einem Zustand, der nichts anderes zulässt.

Später dann am Gipfel - alles still - auch wir.

Irgendwann dann:
„Eigentlich ist es ja cool so weit weg von allem. Man sieht nicht mal mehr die Straße. Da hat sich der lange Zustieg irgendwie auch gelohnt. Klettern war auch cool!“
„Super - dann machen wir das mal wieder!“
„Ja, okay..... wenn´s sein muss!“

Stefan Bürkle


Longlines im Wetterstein…


Modern und Klassisch

Zwei Mal hat’s Sektions-Schriftführer Sven Bernhagen und seinen langjährigen Kletterpartner Achim Noller aus der DAV-Sektion Ludwigsburg im vergangenen Jahr ins Wettersteingebirge verschlagen. Beide Male war Ehrwald das Ziel, und beides mal sollte es eine Longline sein, heißt eine schöne lange Klettertour mit über 20 Seillängen.
Im Juni ging’s zur Aquaria an der Plattspitz-Südwestwand - eine neue und gut mit Bohrhaken eingerichtete Route mit 28 Seillängen bis zum siebten Grad. Die Taktik war wie folgt: Zustieg zu Fuß und ohne Rad und – bei rechtzeitiger Ankunft am Gipfel - mit der Zugspitzbahn ins Tal.
Gesagt getan: Nach dem Start um 4.30 Uhr an der Ehrwalder Alm Bahn ging‘s in gut zwei Stunden zum Einstieg nahe des Issentalkopfes. Angurten und über ein Schneefeld zum Einstieg der ersten Seillänge. Kurz vor sieben und im Schatten war’s hier noch ziemlich frostig und wir hatten ordentlich kalte Finger, sind aber ebenso froh an der Bewegung. Einmal losgeklettert spielen wir – mit im Boot diesmal auch unser Schorndorfer Kletterfreund Tobi Landenberger – und als Dreierseilschaft flott ein und das „Seillängen-Spulen“ beginnt.
Nach gut sieben Seillängen werden wir von einer schnellen Zweierseilschaft überholt, die am laufenden Seil geht und in den leichteren Passagen ordentlich Steinschlag auslöst. Ein massiver Brocken trifft Achim. Der Helm reißt an, aber er bleibt glücklicherweise unverletzt. Also geht es flott weiter. Es reiht sich Seillänge um Seillänge und wir erreichen die ausgesetzte Platte die den Schlüssel der Route im siebten Grad darstellt. Leider ist diese noch patschnass, und so sind wir froh an den Bohrhaken und müssen hier zur Abwechslung auch mal herzhaft in die Expressschlinge greifen.
Es folgen immer wieder wunderbare wasserzerfressene Platten, und es wird uns langsam klar warum die Route „Aquaria“ heißt und man sich hier nicht von Wolkenbrüchen erwischen lassen sollte. In diesem Fall verwandelt sich diese Route in einen riesigen Wasserfall.
Wir sind als Dreierseilschaft flott unterwegs, und so stehen wir nach etwa sieben Stunden am Gipfel der Plattspitze. Einmal Abseilen, mit dem Fixseil auf den noch reichlich vorhanden Firn am Zugspitzplatt, und schon geht es – einige Gegenanstiege inklusive - zur Sun Alpin Station der Zugspitzbahn. Wir sind zeitig dran, und so schweben wir knieschonend zu Tal.
Mit dem Pendelbus geht es zurück zur Ehrwalder Alm. Was für eine schöne, ausgiebige Klettertour - unglaublich zufrieden treten wir den Heimweg an.

Im September zieht es uns dann nochmal in diese Wände. Die Wetterkante hatte uns 13 Jahre zuvor bei einem Wettersturz, reichlich Schnee und vereisten Felsen abblitzen lassen. Nun versprachen die Verhältnisse gut zu sein und wir wollten diesen Sack endlich zu machen. Auch hier starten wir kurz nach fünf wieder an der Ehrwalder Alm. Mit GPS-Track ist die Routenfindung beim Zustieg einfach. Am Fuß der Wand angekommen starten wir mit dem 250 Meter hohen Vorbau, der einem die Orientierung nicht einfach macht. Viele Seilschaften sind hier schon verzweifelt.
Wir haben Glück, finden die richtigen Spuren und stehen so nach einer knappen Stunde am ersten Bohrhaken der Tour. Ein freundlicher Zeitgenosse hat diesen - zur besseren Sichtbarkeit - mit einer leuchtend roten Sigg-Flasche bestückt und markiert. Inhalt: Bester Obstler. Zu Ehren des Spenders genehmigen wir uns um 8.30 Uhr einen kleinen Schluck, bevor wir uns an die 21 Seillängen der Wetterkante wagen.
Entgegen des Rufs empfinden wir den Fels als gut und fest. Die Kletterei ist schön und ansprechend, die Schwierigkeiten bis maximal 5- moderat. Es gibt kaum Zwischensicherungen und es lassen sich auch nur schwer zusätzliche mobile Sicherungen legen. Die Orientierung ist schwierig, doch wir kommen nie vom richtigen Weg ab und so liegt die Route nach gut sechs Stunden unter uns.
Vom recht unscheinbaren Gipfel der südlichen Wetterspitze seilen wir 60 Meter ab, anschließend geht es über steiles Schrofen- und Schottergelände weiter abwärts aufs Zugspitzplatt.
 
Dieses Mal entscheiden wir uns für den Weg übers Gatterl zurück nach Ehrwald. Da wir nicht unter Zeitdruck stehen wollen wir diesen „Long way home“ mit einigen Gegenanstiegen mal ausprobieren. Nach weiteren gut vier Stunden endet unser Abenteuer Wetterkante schließlich wieder an der Ehrwalder Alm. Was für ein schönes alpines Abenteuer und was für ein ausgefüllter Bergtag!

Text und Fotos: Achim Noller und Sven Bernhagen


Mitgliederversammlung der Sektion Pforzheim des deutschen Alpenvereins


Mit bewährtem Vorstand in die Zukunft

Pforzheim. Bei der Mitgliederversammlung hat die Pforzheimer Sektion des Deutschen Alpenvereins (DAV) die Weichen für die kommenden vier Jahre gestellt. Diese werden mit dem bewährten Vorstandsteam angegangen, das sich zur Wiederwahl stellte. An der Spitze steht weiter Rolf Constantin als Vorsitzender. Als Stellvertreter im Amt bestätigt wurden Bruno Kohl als Verantwortlicher für die Pforzheimer Hütte und Christian Langer, der im Sektionszentrum samt Kletterhalle an der Heidenheimer Straße in Pforzheim Regie führt. Schatzmeister bleibt Frank Nauheimer, der maßgeblich dazu beiträgt, dass die Sektion finanziell solide aufgestellt ist und auch größere Investition in ihre Anlagen sicher stemmen kann. Als Schriftführer wurde Sven Bernhagen im Amt bestätigt. Als neuer Jugendreferent ist nun David Vaessen im Vorstand vertreten.

Bilanz gezogen wurde über die vergangenen beiden Corona-Jahre, nachdem die Mitgliederversammlung 2020 pandemiebedingt ausfallen musste. Der Vorstand dankte allen Ehren- amtlichen, die geholfen haben, die Sektion durch die Krise zu bringen. Das Virus hat auch in der Vereinsarbeit der Sektion seine Spuren hinterlassen. Die Kletterhalle musste zeitweise geschlossen werden, ebenso wie die Hütte.
In weiten Teilen war der Betrieb nur eingeschränkt möglich. Nichtsdestotrotz scheint bei den Menschen der Reiz der Berge und des Kletterns ungebrochen: So ist die Alpenvereinssektion in den vergangenen beiden Jahren noch einmal deutlich gewachsen – auf inzwischen rund 4250 Mitglieder.
 
Nun sollen die Gruppenaktivitäten wieder in vollem Maß anlaufen. Das Angebot an Kursen und Ausfahrten – vom Bergsteigen bis zum Klettern, vom Mountainbiken bis zur Seniorengymnastik und von der Partnerstädte-Tour bis zur 24-Stunden-Wanderung - soll wieder auf Vor-Corona-Niveau ausgebaut werden. In Angriff nehmen wollen die Sektionsverantwortlichen auch einen Ausbau der Pforzheimer Hütte und die Sanierung der Außenkletterwand am Sektionszentrum.

Groß ist auch die Freude über die große Zahl treuer Mitglieder. Knapp 80 Bergfreunde wurden - diesmal pandemiebedingt allerdings in einer getrennten Veranstaltung - für eine Mitgliedschaft zwischen 25 und 60 Jahren ausgezeichnet. Für außergewöhnliche 70 Jahre Vereinstreue konnten Gisela Erhard und Jürgen Wiesenfarth geehrt werden.
sve

www.alpenverein-pforzheim.de

Bericht über die Ehrungen langjähriger Mitglieder auf Seite 32.


Klimaschutz dominierendes Thema bei der Hauptversammlung in Friedrichshafen


Bereits im vergangenen Jahr war die Hauptversammlung des DAV in der Zeppelinhalle in Friedrichshafen geplant. Die Pandemie machte aber das Treffen nicht möglich und so fand dieses digital statt. Mit strengen Corona- Auflagen, wie Mundschutz und Abstand sowie einem kontrollierten Zugang in die große Halle bewegten sich 360 Delegierten aus 220 Sektionen Ende Oktober zu der Tagung nach Friedrichshafen. Zentrale Themen waren Nachhaltigkeit – und Klimaschutz.

Der Deutsche Alpenverein hat in der Hauptversammlung 2019 beschlossen sich besonders für den Klimaschutz einzusetzen. Dieses Engagement ist auf Dauer angelegt und soll die Entwicklungen innerhalb jeder Sektion und der Gesellschaft berücksichtigen. Damit bekennt sich der DAV zu seiner Verantwortung, dem Klimawandel aktiv entgegenzutreten. Mit dem Klimabeitrag von einem Euro pro Mitglied ist ein dauerhaften Klimafond errichtet, der Konzepte vor Ort mitfinanzieren soll, die wirksam den CO 2-Ausstoß mildern. Vor Ort und auf allen folgenden Ebenen soll es Klimaschutzorganisatoren geben, die dabei auf wirksame Klimaschutzmaßnahmen schauen. Dies beginnt bereits bei einer Ausfahrt durch die Reduzierung von Fahrzeugen oder das Umsteigen auf die Bahn. Auch das Nutzen von Ökostrom oder der Verzicht auf Kurzstreckenflüge, können solche Maßnahmen sein. Auf Mobilität, Infrastruktur, Verpflegung sowie Kommunikation und Bildung soll sich dabei das Prinzip Klimafreundlichkeit zu überprüfen, erstrecken. Klimafreundliche, ausgewogene und gesunde Ernährung, die durch ökologischen Anbau sowie Nutzung saisonaler, regionaler und weniger tierischer Produkte soll auf den Berghütten angeboten werden. Umstellung der Beleuchtung auf LED, Umstellung auf Ökostrom und Ökogas sowie die Umrüstung von Heizungsanlagen auf Wärmepumpen sind weitere Anregungen. Bis 2030 will der größte Bergsportverein mit seinen 357 Sektionen und knapp 1.400.000 Mitgliedern klimaneutral sein. 87 Prozent der anwesenden 360 Delegierten aus 220 Sektionen stimmten dem Klimaschutzkonzept zu.

Stark verlangsamt durch die Pandemie hat sich der Anstieg der Mitgliederzahlen, die in der Regel jährlich bei knapp fünf Prozent lag. 2020 war das Wachstum 2,5 Prozent und 2021 0,5 Prozent. Auch die Jugendbildungsstäte des JDAV in Bad Hindelang hatte einen Rückgang der Übernachtungszahlen von 50 Prozent zu verkraften. Künftig wird sich der Eigenanteil, den eine hüttenbesitzende Sektion im Rahmen einer Baumaßnahme einbringen muss, an der Hütten - Umlage bemessen. Gleichzeitig war auch das Bergsteigeressen ein Thema. Jede Hütte muss ein solches Essen anbieten und auch die Reservierung nur mit Halbpension ist fraglich. Die Anrede mit dem vertrauten „Du“ sorgte in den Sektionen und untereinander sorgte für lebhafte Diskussionen. Während 2323 Stimmer sich generell für das „Du“ untereinander anfreunden konnten, waren 3912 Stimmen dagegen, da es sich hier um eine individuelle Entscheidung jedes Einzelnen handelt. Die Änderung der Mustersektionsjugendsatzung sieht vor, dass sich die Sektionen auch für eine Doppelspitze bei den Jugendreferenten männlich- weiblich entscheiden können. Es gibt auch keine Altersuntergrenze mehr bei den Jugendvollversammlungen.

Am Samstag - Abend kam es auch zu einem Treffen mit dem Vorsitzenden der Sektion Dortmund, Jürgen Domjahn und dem Ausbildungsreferenten Peter Zander. Im Gespräch war man sich einig, in Zukunft einen engeren Kontakt zu pflegen.     

Rolf Constantin


Manaslu-Umrundung


Die Umrundung des Berg der Seelen zählt zu den schönsten Trecks in Nepal. Herrliche Bergpanoramen und die tibetisch geprägte Kultur sind jeden Tag allgegenwärtig.

Wir, das sind Sandra, Christian und Markus aus München sowie der Schreiber dieser Zeilen Klaus Bogner sind am Sonntag 24. Oktober von München über Doha (Katar) nach Kathmandu geflogen. Beim Landeanflug standen etliche 8.000 er auf unserer linken Fensterseite „Spalier“.
Ein toller Willkommensgruß bei klarer Sicht und Sonnenschein. Am Flughafen in Kathmandu wurden wir von unseren beiden Bergführern Lhakpa Rinji Sherpa und Sonam Temba Sherpa mit einem herzlichen NAMASTE und traditionellen Blumengirlanden willkommen geheißen.

Nach dem einchecken im Hotel stand ein gemeinsames Abendessen und die Tour Besprechung mit unseren beiden Bergführern auf dem Programm.
Am nächsten Tag erkundeten wir einige Sehenswürdigkeiten in Thamel am Durbar Square. Durbar Square wird der Platz vor dem alten Königspalast von Kathmandu bezeichnet, der mehr als 50 Tempel und Pagoden auf engstem Raum beherbergt.

Am darauffolgenden Tag begann unsere Treckingtour mit einer 8 stündigen Busfahrt nach Soti Khola in ca. 615 Meter Höhe zum Startpunkt unserer Manaslu – Umrundung. Außer unseren beiden Bergführern waren auch unsere 6 Träger Raija, Nima, Pasan, Sangee, Ramie und Mingma mit im Bus.

An den ersten Wandertagen brachte uns das feucht-heiße Klima sowie die vielen Auf- und Abstiege zum Schwitzen. Leuchtende Terrassenfelder in saftigem Grün und zahlreiche Wasserfälle säumten den Pfad in der üppigen subtropischen Vegetation. Unterwegs trafen wir bunt gekleidete Gurung und Magaren und erhielten einen Einblick in ihr Alltagsleben. Da sich Nepal auch mehr als 18 Monate im coronabedingten Lockdown befand, waren wir für die kleinen Kinder die ersten Touristen, die sie erblickten – dementsprechend sahen wir des Öfteren in staunende Gesichter, die sich spätestens nach Markus` Gummibärchen und meinen Süssigkeiten in ein Lächeln und dankendes Namaste verwandelten. Die ersten Tage wanderten wir im engen Tal des Kodi Gandaki mit seinen vielen Wasserfällen und Kaskaden, den wir oft über Hängebrücken querten. Immer wieder blitzen die Eisgiganten Ganesh- und Shingri Himal hervor. Stockwerk um Stockwerk schraubte sich der Weg die endlose Schlucht empor, vorbei an den heißen Quellen von Tatopani, wo baumhohe Weihnachtssterne in voller Blüte den Weg säumten. Am 10. Tag näherten wir uns in der Höhe von 3.200 m der Region mit tibetischen Dörfern. Bei unserer Lodge In Lho hatten wir um 6.15 Uhr zum Sonnenaufgang eine besondere Verabredung mit dem 8.163 m hohen Berg der Seelen (Manaslu). Ein erhebendes Gefühl diesem besonderen Berg zum Sonnenaufgang so nahe sein zu dürfen.

Der Schreiber dieser Zeilen hatte an diesem Tag noch ein Treffen mit dem Mönch Amchi Kesang Lama. Amchi Kesang Lama war einer der acht Mönche (Acht 8.000 er in Nepal) die wie in Dieter Glogowskis Buch NEPAL ACHT Der Weg hat ein Ziel beschrieben, eine goldene Platte beim Basislager des Manaslu deponierte. Angela und Frank Seiler von Nepal Aid (Nepalhilfe Straubenhardt) durften den Mönch bei ihrer Manaslu-Tour kennen lernen und haben über und für ihn ein Fotobuch erstellt. Dieses Fotobuch durfte ich dem Mönch Amchi Kesang Lama schenken.

Von Samagon auf 3.500 m ging dann der Aufstieg über Dharamasala 4.480 m nach einer sehr kalten Nacht zum Schneebedeckten Larkya Pass, gleichzeitig mit 5.106 m höchster Punkt der Manaslu Umrundung.

Der Abstieg vom Larkya Pass führte steil und teilweise ausgesetzt nach unten und die Vegetation wurde wieder abwechslungsreicher und grün. Rhododendrenwälder säumten den Weg. Bei Dharapani stießen wir auf den Annapurna Cirquit. Von dort fuhren wir nach 17-tägiger Wanderung mit einer Länge von 164 km und 13.000 Höhenmetern in einer spektakulären, teilweise auf sehr ausgesetzten Straßenabschnitten mit enormen Tiefblick !!!! in 8 Stunden wieder zurück nach Kathmandu.
Nach zwei Erholungs- und Besichtigungstagen in Nepals Hauptstadt mit einigen hopfenhaltigen Kaltgetränken mit dem vielsagenden Aufdruck EVEREST BIER, flogen wir über Doha wieder zurück nach München.

Mein persönliches Fazit dieser für mich siebten Reise nach Nepal: Landschaftlich meine schönste Bergtour – ich durfte erstmalig an einer Stelle auf ca. 4.000 m Höhe einen 360° Rundblick mit unzähligen 6.000 und 7.000 Meter hohen Bergen genießen. Wir hatten 3 Wochen nur blauer Himmel und Sonnenschein. In einigen Lodges waren wir nach knapp zwei Jahren die ersten Touristen.
Viele Lodge Besitzer wussten gar nicht so recht wie ihnen geschieht und verwöhnten uns mit tollem, immer frisch zubereitetem sehr schmackhaftem Essen. :)

Bilder und Bericht Klaus Bogner

Für Interessierte, 4 nette Youtubefilme:

https://youtu.be/vobbbPyujZY
https://youtu.be/D32v_GQqQS0
https://youtu.be/GdCJ1UaNJag
https://youtu.be/16_qSn2Zpos


Die große Tour durch Europa: Pforzheim - Mittelmeer


„Auch eine Wanderung von mehr als 1.200 km beginnt mit dem ersten Schritt“.

In den Sektionsmitteilungen 2020/2 konnte wir davon berichten, wie wir mit dem Start in Pforzheim am Kupferhammer bis ins Val Aosta gekommen sind. Für diese Wegstrecke von ca. 570 km haben wir 37 Etappen = 37 Tage benötigt.

Ein kleines Fazit schon zu Beginn unseres Berichtes: Unser Mitteleuropa ist ein Paradies für Wanderer und Trekker. Vom 16.07. bis 25.08.2021 haben Frank Haase und ich den restlichen Weg bis ans Mittelmeer mit 570 km und 45.550 hm Aufstieg, 45.860 hm Abstieg und 220 Stunden Gehzeit in Angriff genommen.
Unser Abenteuer begann. Wir sind mit dem Flixbus in 9 Stunden von Karlsruhe bis Turin gefahren und weiter mit der Bahn bis Pont Saint Martin am Eingang zum Val Aosta angereist.

Mit der 32. Etappe begann zweite Teil der großen Tour. Gleich zu Anfang hatten wir eine große Herausforderung zu bewältigen. Mit einem Anstieg von ca. 1.000 hm zum Agriturismo Le Capanne und bei sengender Hitze, hat der Weg, von unseren noch nicht an die Belastung gewöhnten Körpern, alles abgefordert. Die erste Übernachtung im neuen und sehr gut geführten Agriturismo war lukullisch ein hervorragender Einstieg. In allen Unterkünften, zumeist Posto Tappas, Rifugios oder einfache Hotels, haben wir am Ziel immer ein gutes bis sehr gutes und preiswertes Essen bekommen. Auch wenn für unsere Verhältnisse das Frühstück sehr gewöhnungsbedürftig war (süß und wenig) und unser Biergenuss unsere Reisekasse sehr belastet hat. Ein ‚Belohnungsbier‘ nachmittags oder am frühen Abend war die Medizin gegen die Symptome der beginnenden Unterhopfung. Diese tägliche Behandlung war wichtig, um einer Psychose vorzubeugen und sie tat uns sehr gut.

Die GTA Wegführung war in unseren Etappen 35 bis 42 geprägt von dem Gebiet des Nationalparks Gran Paradiso, enge bewaldete Täler und große Hochebenen. Da die Täler sich alle von Ost nach West zum großen Tal des Flusses Po erstrecken, standen diese immer im klimatischen Einfluss der Adria, deren warme Strömungen manchmal fast ein tropisches Klima erzeugen. Die langen Aufstiege, meist 600 bis 800 hm durch dichte Wälder. Die Schwüle, selbst in den Morgenstunden, machten das Laufen zu einer schweißtreibenden Angelegenheit. Ab 2.000/2.100 m Höhe begannen die offenen Flächen der Hochalmen mit der bekannten frischen Bergluft. Auf unserem Weg von Balme im Val di Ala über den 2.435 m hohen Passo Paschiet und nach einem kurzen Abstieg zum 2.435 m hohen Colle Casta Fiorita hatten wir die erste beeindruckende Begegnung mit einer großen Gruppe von männlichen Steinböcken. Mit dem Blick auf den höchsten Pilgerberg Europas, den Rocciamelone (3.538 m), kamen wir dem Valle di Susa näher.

Dieses große, strategisch bedeutende Tal verläuft von Ost nach West und hat schon Hannibal, den Kelten und Römern, Karl dem Große und Napoleon als Einfallstor nach Italien und Gallien/Frankreich gedient.
Nach dem stark besiedelten Val Susa mit vielen Straßen, Autobahn und einer Bahnstrecke als große Wirtschaftsader zwischen Turin und Lyon änderte sich der Charakter des GTA grundlegend. Ab dem Valle del Chisone mit der großen Festungsanlage „Fenestrelle“ ist der, in früheren Jahrhunderten ständige Konflikt zwischen Italien und Frankreich all gegenwärtig. Um die Anlage, die nicht auf unserem direkten Weg lag zu besichtigen, legten wir hier unseren ersten und einzigen Ruhetag ein. Die Festung diente eigentlich mehr als Drohung gegen das eigene Volk, anstatt der Verteidigung der Grenzlinie zu Frankreich. Im Chisonetal um die Talenge von Fenestrelle begann mit Ludwig dem XIV um 1690 der Bau einer Festungsanlage mit einem Höhenunterschied über 635 m (im Inneren über 4.000 Stufen), um so die vorrückenden Savoyen aufzuhalten. Man nennt sie auch Chinesische Mauer Europas, da das Bauwerk vom Weltall mit bloßem Auge erkennbar ist. Später hat der italienische Staat die Festung übernommen und es als berüchtigtes Gefängnis gegen das eigene Volk ausgebaut. Ein vier Jahre einsitzender Kardinal schrieb im 18 Jahrhundert „In Fenestrelle ist zehn Monate Winter“.

Auf den Etappe 46 bis zur Etappe 60 und weit nach der Klosteranlage von Sant Anna am Colle della Lombarda (2.360 m) stehen viele militärische Bauwerke und Straßen aus dem 17. bis 19. Jahrhundert, die u.a. von Napoleon gebaut wurden. Allein zum Colle della Lombarda führen von der italienischen Seite eine Autostraße, eine Militärstraße und einige Wanderpfade hinauf zum Colle. Auf der französischen Seite des Colle liegt der im Jahr 1972 ins Hochgebirge eingepflanzte Skiort Isola2000 mit Hochhäusern und Bettenburgen (nur für den Winterbetrieb). Mit der neuen Grenzziehung von 1947 sind bis auf einen Bunker ist die gesamten Befestigungsanlagen der Italiener an Frankreich übergegangen. Viele feudalistischen Herrscher und politische Wirrköpfte in Italien und Frankreich haben bis zum 1. Weltkrieg diese Festungsanlagen weiter ausgebaut. Keine der Anlagen hat je einer Eroberung Stand halten müssen, weil die Schauplätze der Kriege so gut wie nie im Hochgebirge lagen. Hier zeigt sich einmal mehr, was ein offenes Europa für die Völker und Regionen mit seinem fast 80-jährigen Frieden wert ist. Heute dienen die Militärstraßen vor allem den Mountainbikern als Topstrecken. Wir Trekker mussten manchmal auch auf diesen Schotterpisten laufen, was unseren Füßen nicht besonders guttat.
Der GTA folgt in diesem südlichen Abschnitt über weite Strecken direkt auf der Grenzlinie zwischen Italien und Frankreich. Auf unseren Etappen 49 und 50 umlaufen wir den letzten hohen Berg der südlichen Alpen, den Monte Viso (3.841 m). Der „König aus Stein“ zeigte sich von seiner schönsten Seite. An seinem Fuß entspringt die Quelle des Po und es beginnt das Valle Po. Man kann nicht glauben, dass dieses kleine Rinnsal zu einem der größten Flüsse Europas mit einem riesigen Talkessel bis zur Adria anschwellen wird.

Wir waren uns zwar bewusst, was uns auf dem Pian del Re erwartet, aber diese Menschmassen waren wir einfach nicht mehr gewöhnt. Nach einer relativ ruhigen Nacht auf dem Rifugio „Pian del Re“ sind wir am nächsten Morgen an der Po-Quelle vorbei zum Rifugio „Quintino Sella“ aufgestiegen. Schon beim Abstieg zu unserem Etappenziel den Riufgio „Alpetto“ wurde es merklich ruhiger. Nun begann ein Wegabschnitt, mit einem extremen „Bergauf und Bergab“. Hier sind einige Colls und Passos aufgeführt, die es zu bewältigen gab: Passo Gallarino 2.727 m, Passo San Chiaffredo 2.764 m, Colletto Battagliola 2.282 m, Colle di Bellino 2.804 m, Passo di Rocca Brancia 2.620 m, Caserma 2241 m, Passo dÓrgials 2.600 m und Colle del Chiapous 2.526 m.

In der Regel starteten wir auf ca. 1.100 bis 1.330 m Höhe und bewältigten täglich ein auf und ab von 1.200 bis 1.400 Höhenmeter. Obwohl es morgens kühl und der Weg durch schöne dichte Nadel- und Mischwälder oft schattig war, erreichten wir gegen Mittag die o.g. Colls verschwitzt und durchnässt. Jetzt zahlte sich unsere sehr gute Akklimatisierung und Kondition durch die bereits gelaufenen Etappen aus. Wir hatten uns an einen guten Rhythmus gewöhnt und so waren Aufstiege bis 1.000 hm für uns leicht und locker zu bewältigen.
Sehr wichtig war ein guter Vorrat an Wasser. Im Gebiet Piemont hatten wir aufgrund vieler Bergbäche und Brunnen mit der Wasserversorgung kein Problem. Das änderte sich später im Gebiet Ligurien.
Nach unserem Stopp in der Therme di Valdieri (Wassertemperatur 33 -" 35°C) führte uns der GTA in die Alpi Marittime und seinem Parco Naturale (Paro Naturale entspricht in etwa unseren Naturschutzgebieten). Die Landschaft ist oft sehr schroff und abweisend. Die versteckten Hochtäler sind sehr breit und ausgedehnt. Große freilaufende Herden weißer Kühe und Schafe sind unterwegs - es gleicht einer „Fleischfabrik Europas“, da fast keine Alm mit Milchwirtschaft zu sehen war.

Ab Upega kamen wir in die Ligurischen Alpen und ab dem Passo Tenda spricht man auch von der Piccole Dolomiti del Mare Mediterraneo. Nun wurde es richtig trocken und heiß. Mit einem Wasservorrat von 4 Litern pro Person sind wir des Öfteren gerade so hingekommen. Eine dünne Besiedlung und wenige Brunnen und Bäche (viele davon ausgetrocknet) erschwerten die Situation.

Von Piaggia ging es hinauf zum Monte Saccarello (2.201 m). Auf diesem heiligen Berg steht eine überdimensionale Christus Statue, die in Richtung Meer blickt und dem ausgedehnten Skigebiet (zerstörte Natur) den Rücken zuwendet. Eigentlich sollten wir von diesem Punkt zum ersten Mal das Mittelmeer sehen. Die „Aussicht hatte geschlossen“, denn das Meer hatte sich unter Dunstwolken versteckt. Leider war dies auch die folgenden Tage so.

Unserer letzten Etappe von Rocchetta Nervina nach Ventimiglia sahen wir erwartungsvoll entgegen. Der Tag begann mit einem letzten Aufstieg von ca. 400 hm, welcher sehr intensiv und schweißtreibend war. Der Weg hoch oben entlang der einsamen Täler Liguriens wollte kein Ende nehmen. Auf den letzten 5 bis 6 km führte der Weg bergauf und bergab. Schwarze, bedrohliche Gewitterwolken kamen nordwestlich hinter uns und auf der nordöstlichen Seite mit schwerem Blitz und Donner immer näher. Wir hatten einen nassen Endspurt erwartetet, aber irgendwie hat das Meer als Gegenpol das Gewitter von uns abgehalten. Es hat sich über Monaco und San Remo ausgetobt.

Wir erreichten Ventimiglia, gingen durch ein Gebiet gespickt von Ferienhäusern und großen Villen und sahen endlich das langersehnte Meer!

Bereits auf den letzten beiden Etappen haben wir uns mit der „Choreographie“ unsere Ankunft am Meer beschäftigt. Wie zu sehen, sind wir ohne unsere Rucksäcke und ohne Wanderschuhe sofort ins Mittelmeer eingetaucht. Ein junges Paar am Stand, haben wir als Fotografen engagiert.

"Und haben wir keine Mittel mehr, so baden wir im Mittelmeer".

Beim Schreiben dieses Textes verspüren wir noch jetzt die 24° Wassertemperatur auf der Haut, einfach wunderbar!!! Diese Tour war ein eindrucksvolles Erlebnis und der Kontakt mit Menschen und Landschaften Europas überwältigend.

Nun fehlt uns noch der Weg von Pforzheim an die Nord- oder Ostsee - dann können wir behaupten, das europäische Festland durchquert zu haben… unsere nächste Herausforderung.

Wer geht mit?

Euer Frank Haase und Bruno Kohl


Fahrt zum Pforzheimer Berghaus als Abschluss des Jubiläumsjahres begeisterte

 

Vorstand und Beirat der Sektion Pforzheim mit ihren inzwischen 4250 Mitgliedern und einer Vielzahl von Ereignissen und Jubiläen in diesem Jahr hatten Fachübungsleiter, Jugendleiter und ehrenamtliche Tätige zum Abschluss des Bergjahres zu einem Wochenende auf das Pforzheimer Berghaus in den Stubaier Alpen eingeladen. 19 Mitglieder der Sektion fanden so von St. Sigmund im Sellraintal auf den Weg durch das Gleirschtal hinauf zur Pforzheimer Hütte, die zu Ehren von Adolf Witzenmann auch den Beinamen Adolf Witzenmann Haus trägt. Von 1513 Metern Höhe in St. Sigmund sind es knapp 800 Meter Höhenunterschied bis das Berghaus erreicht ist. Bei herrlichem Sonnenschein war so mancher Schweißtropfen zu vergießen bis Hansjörg seinen Zirbelschnaps auf der Hütte kredenzte. Nach und nach füllte sich das Haus und auch viele Bergwanderer und Bergsteiger sorgten dafür, dass das staatliche Berghaus an diesem Wochenende restlos belegt war. Zwar hat Österreich manche Bedingungen in der Pandemie gelockert, trotzdem gibt es für die hüttenbetreibenden Sektion im Deutschen Alpenverein eine Reihe von Vorschriften, die einzuhalten sind. So muss jeder einen Schlafsack und einen Leinensack mitbringen und auch für entsprechende Abstände im Lager –" und Bettenbereich ist zu sorgen.

Die Stimmung der Teilnehmer war hervorragend und der Vorsitzende ließ bei der Begrüßung auch die Jubiläen der Sektion Revue passieren. Danach ging es an die Planungen für den nächsten Tag, der viel Sonne und blauen Himmel versprach. Am Morgen waren die Berge in ein rotes Licht getaucht und die Bergspitzen trugen bereits eine Schneeschicht. Die größte Gruppe bewegte sich auf die Haidenspitze mit ihren 2975 Metern Höhe. Dort steht ein auffälliges Gipfelkreuz. Die Idee zu diesem modernen Gipfelkreuz, das durch seine Einmaligkeit besticht, wurde zum 100 –" jährigen Geburtstag von Ruth Witzenmann in der Firma Witzenmann mit entsprechenden Materialien in modernem Designe umgesetzt. Der Transport mit Hubschrauber und die Aufstellung waren dabei auf der Felsspitze nicht ganz einfach zu bewerkstelligen. Das Kreuz trägt auch die Namen von Adolf, Emil, Dr. Walter und Ruth Witzenmann und durch das Kreuz, das weithin sichtbar ist, ist die Bergspitze zu einer beliebten Anlaufstelle geworden, was die Jäger nicht so begeistert. Die Jüngeren der Gruppe suchten sich eine extreme Gratwanderung hin zum Zwieselbacher Roßkogel, der höchsten Erhebung mit 3081 Metern im Berghausumfeld aus. Aber auch die Seenrundtour war für einige interessant. Auf dem Weg zum Gleirschjöchel mit seinen 2741 Metern Höhe fiel beim weitverzweigten Bachbett das Weiß der Steine, eine Aluminiumverbindung auf, die zunächst wie Schnee aussah. Ausgelöst durch den Permafrostboden entwickelt sich das Sulfat als Naturstoff unserer Erde. Um mit dem Handy nach Deutschland telefonieren zu können, braucht es diese Höhe. Darunter gibt es keine Verbindung.

Nach dem ereignisreichen Tag waren Durst und Hunger groß. Für das hervorragende Viergänge- Menü an beiden Abenden sorgte dabei Soja mit ihrem Küchenteam. Auch zum Abstieg am Sonntag begleitete die Wanderer fantastisches Bergwetter. Allerdings war die Heimfahrt danach ein Geduldspiel.

rolf constantin


Das Allgäu erleben

 

Pfronten als Ausgangspunkt das Allgäu zu erleben – Seen, Berge, Flüsse und Wälder prägen das Landschaftsbild

Durch die lange Schlechtwetterperiode fielen manche Bergtouren in diesem Jahr buchstäblich ins Wasser und so blieb im Frühsommer das Allgäu als Ziel, um einige Tage auszuspannen und die vielfältige und abwechslungsreiche Landschaft zu genießen. Bei der Anfahrt lässt die Sicht vom Allgäuer Tor aus bereits Berggefühle aufkommen, wenn der Grünten, der Wächter des Allgäus, in den Blick kommt. Vor Jahren war das unsere Abschlusstour nach einer gemeinsamen Bergfahrt mit meinem Schwager Karl mit dem ich inzwischen seit 45 Jahren in den Bergen unterwegs bin. Allerdings war uns beim Besteigen des Grünten mit seinen 1738 Metern Höhe das Wetter auch nicht so hold und so rutschten wir mehr den Berg hinunter, um wieder zum Ausgangspunkt zu gelangen.

Im Juli war Pfronten mit seinen 13 Ortsteilen das Ziel von meiner Frau und mir. Umgeben von Burgen und Schlössern mit zahlreichen Seen, Flüssen, Wiesen und Wäldern sowie den ersten alpinen Gipfeln ist Pfronten ein idealer Ausgangspunkt in die Bergwelt bis hin zum Wettersteinmassiv und der Zugspitze. Auf dem Weg zur Ostlerhütte auf dem Breitenberg mit ihren 1836 Metern Höhe geht es das letzte Stück recht steil auf den breiten Kamm des Berges. Gegenüber liegt der wuchtige Aggenstein mit seinen 1985 Metern Höhe, den ich mit meinem Schwager von der Bad Kissinger Hütte aus erstmals bestiegen hatte.

Am frühen Morgen ging es dabei zum Gipfel. Auf dem Weg zeigte sich uns ein gewaltiges Rudel von Gämsen und auf dem Gipfel warteten die Bergdohlen bereits auf ihr Frühstück. Der Weg zur Ostlerhütte war einfacher und aus allen Ritzen des brüchigen Gesteins blühte es. Der Blick vom Bergrücken aus war fantastisch. Das Allgäu mit seiner abwechslungsreichen Landschaft lag uns zu Füßen und über uns kreisten die bunten Gleitschirme.

Zu den vielen kleinen und großen Seen zählt auch der Forggensee. Der Stausee des Lech mit seiner Länge von zwölf Kilometern und einer Breite von drei Kilometern hat eine Stautiefe von 37 Metern und wurde 1954 gebaut. Immer wieder wird er zur Reinigung auch abgelassen. Er ist der fünftgrößte See in Bayern und am Startplatz der Elektroschiffe, die zu einer Rundfahrt einladen, liegt das gewaltige Musikhaus Neuschwanstein mit Panoramablick über See und Berge. Hier gibt es Theaterstücke, Konzerte und Musicals zu erleben. Den Grundstein bildete das Musical Ludwig der Zweite.

In Nesselwang laden Spazierwege zu einer Hammerschmiede ein oder es geht hinauf Alpspitze mit ihren 1575 Metern Höhe. Im Gegensatz zum Breitenberg war hier die Alpenflora in üppigster Form zu erleben. Blühende Polster führten zum Gipfelkreuz, das durch eine lange Regennacht nur schwer zu erreichen war. Doch der Blick hinunter zum Alpsee entschädigte für das letzte Stück Aufstieg zum Gipfelkreuz. Leider setzte auch hier bald wieder Regen ein. Zuvor lagen aber durch die klare Luft die Zugspitze und die Tannheimer Berge zum Greifen nahe. Ein Kick der besonderen Art ist ein Drahtseil von 1,2 Kilometern Länge, das von der Bergstation talwärts führt und dem mutigen Nutzer Geschwindigkeiten von 120 km/h ermöglicht.

Gerade im Frühsommer bietet sich das Allgäu als Wandergebiet an. Auch eine Ballonfahrt ist ein Erlebnis bei dem es allerdings Geduld braucht bis die Thermik stimmt. So musste ich mit meinem Schwager dreimal Anlauf nehmen, bis es endlich klappte. Aber das Erlebnis die abwechslungsreiche Landschaft vom Ballon aus zu sehn, lohnt sich jederzeit.

rolf constantin


Neuer Jugendreferent David Vaessen und Stellvertreterin Alina Bauer

 

Bei der Jugendvollversammlung am 22.Juli wählte die Versammlung David Vaessen als neuen Jugendreferenten und Alina Bauer als Stellvertreter. Damit lösten die beiden Tobias Schmidt ab, der bereits 2010 dieses Amt übernahm, ehe ihn Daniel Grammel vor sieben Jahren ablöste. Beide Tobias Schmidt und Daniel Grammel waren über lange Zeit in die Jugendarbeit eingebunden und haben hervorragende Arbeit geleistet, wofür ihnen die Sektion ein herzliches Dankeschön sagt. Sie haben es verstanden die Jugend anzuleiten, für die entsprechende Ausbildung der Jugendleiter zu sorgen sowie spannende Ausfahrten und Klettertouren zu organisieren.

Durch Corona sind zwar die Jugendgruppen im Augenblick etwas ausgedünnt aber durch entsprechende Werbung will das neue Tandem hier für Auffrischung sorgen. Während Alina Bauer bereits seit 2010 über ein Herbstfest der Sektion zur Jugendarbeit kam, fand David Vaessen vor acht Jahren über das Internet zur DAV Jugend. Beide haben bei einem ersten Gespräch mit dem Vorsitzenden signalisiert die Jugendarbeit motiviert weiter zu entwickeln.

Die Jugend hat gewählt und die Mitgliederversammlung muss nun diese Wahl bestätigen.

co


Einladung zum Routen- und Boulderschrauben

 

Du willst eine Erstbegehung oder einfach mal in 10 Meter Höhe im Seil hängend arbeiten und hinter die Kletterwand schauen? Genau das bieten wir dir alles auf einmal.

Zum ersten Mal nach dem Lockdown schrauben wir neue Touren und Boulder in der Halle, das heißt gut die Hälfte der Griffe werden aus der Wand rausgeschraubt und geputzt. Außerdem versetzen wir die großen Elemente, so dass fast eine neue Wand entsteht, und schrauben natürlich neue Routen und Boulder rein. Dabei können wir immer Hilfe und fleißige Hände gebrauchen.

Du bekommst eine Unterweisung in die sicherheitstechnischen Abläufe und die Grundideen des Schraubens einer Klettertour. Dann kannst du deiner Kreativität freien Lauf lassen und die Griffe in deine neue Tour schrauben. Sind die ersten Touren drin testen wir sie gemeinsam und verpassen ihnen den letzten Schliff. Während der ganzen Zeit ist für Verpflegung natürlich bestens gesorgt.

Um zu helfen, musst du lediglich von 01.11.2021 bis 07.11.2021 an zwei oder mehr Abenden ab 18.30 Zeit haben und Vorstieg sichern als auch selbst vorsteigen können. Wie schwer du kletterst, ist dabei völlig egal.

Wenn es für dich passt, melde dich bitte per E-Mail bis 24.10.2021 bei Chris (christianlanger@alpenverein-pforzheim.de). Du bekommst dann die Details zur Uhrzeit usw.

Wir freuen uns darauf Dich kennenzulernen!


Gelungener Arbeitseinsatz Pforzheimer Hütte

 

Nachdem unser Berghaus einen sehr langen „Winterschlaf“ (letzter Gast hat das Haus im September 2020 verlassen) gehalten hat, konnten wir nun endlich beginnen unsere Pforzheimer Hütte für die Sommersaison 2021 vorzubereiten. Die Signale seitens der Behörden bezüglich Corona-Pandemie standen auf Start. Von unserem Hüttenwirt, Florian Mader kam am 11.06.2021 der entscheidende Anruf: „Wir werden den Weg bis zum 18.06.2021 frei räumen.“ Leider ist am Pistenbulli die Kette gerissen und so war bei unserer Ankunft am Sonntag, den 20.06.2021 der Weg in der Eng vom Schnee/Firn zu befreien.

Aber von Anfang an: Im Vorfeld haben wir den Arbeitsumfang gemeinsam abgestimmt und die entsprechenden Materialen bei Fa. Goldmann eingekauft. Das Autohaus Walter stellte ihr geländegängiges Fahrzeug, den NISSAN Navara, zur Verfügung und von der Fa. Waldhaus, Mühlacker holten wir den notwendigen Hochanhänger ab. Beladen mit Zirbelholz- und Plexiglasplatten, 1,5 t Trockenbeton, Fliegengitter, Maschinen und Handwerkszeug sowie unser Zelt fuhren wir am Sonntagmorgen los.

Das Team bestand aus, Klaus Bogner, Martin Fretz, Thomas Thomsen, Joachim Hausmann, Frank Haase, Julius Ritter, Bruno Kohl und später kam noch Christoph Senger dazu. Eine hoch motivierte Truppe, die von Beginn an vollen körperlichen Einsatz zeigen musste. Um unser Material zur Hütte bzw. Seilbahnstation bringen zu können war es erforderlich den Weg in unserem Lawinenstrich, die Eng, vom Schnee frei zu räumen. Der Einsatz war vom Erfolg gekrönt, denn nach einem 3-stündigen Einsatz waren die letzten 30 Meter vom Zugangsweg frei geräumt.

Am darauffolgenden Montag wurden noch die letzten Eisreste beseitigt und der Transport konnte bis zur Seilbahn rollen. Nachdem das Material an der Hütte angekommen ist waren das Schlaflager und die Terrasse voll im Besitz der Hobby-Handwerker.

Im Schlaflager wurden vom „Kreativteam“ Trennwände zwischen den Schlafplätzen eingebaut. So kann das Lager „Corona-Konform“ benützt werden. Ein zweites Team bemühte sich die Tische und Bänke abzuhobeln, so dass unser schon sehr schöner Terrassenbereich noch mehr Glanz erhielt. Das Hüttenteam um Sonja und Hansjörg dankte es uns, da die Tische und Bänke wieder gut gereinigt werden können. Unser Elektromeister Martin Fretz musst wieder einmal noch einige Steckdosen und Lichtschalter erneuern und die Telefonleitung vom Berg ins Tal wurde ausgemessen, ob noch die elektrische Durchgängigkeit vorhanden ist. Alle Fenster im Erdgeschoss haben nun Fliegengitter, sodass die Fenster im Sommer ohne Insektenplage offen sein können.

Nachdem am Dienstag alle Arbeiten im Haus abgeschlossen waren, konnten wir uns voll dem Außenbereich widmen. Für den Nebenraum an der Materialseilbahn musste ein Windfang gebaut werden. Dazu wurde zuerst ein Betonpodest errichtet um dann entsprechende Holzelemente und das Dach zu montieren. Da an diesem Bereich das Gelände über eine Mauer ca. 2,5 Meter abfällt, waren wir sehr froh, dass diese Arbeiten ohne Absturz ausgeführt wurden. Parallel wurde das Sockelfundament an der Gerätehalle an der Talstation eingeschalt. Am Donnerstag war großes Betonieren angesagt. 1,5 t Trockenbeton wurden gemischt und eingebaut. An diesem Abend hingen die geplagten Arme bis auf den Boden. Doch das sehr gute Abendessen von unserer Hüttenwirtin Sonja mit dem richtigen Getränk dazu, richtete uns wieder auf, bevor wir müde ins Bett fielen. Ein besonderes Lob an Sonja und das Küchenteam. Jeden Tag ein anderes Tiroler Gericht. Jedes Essen ein Frontalangriff auf den schon verwöhnten Gaumen. Vielen Dank dafür. Nachdem alle geplanten Arbeiten am Freitagmorgen abgeschlossen waren, konnten wir noch eine kleine Bergfahrt auf den Samerschlag unternehmen. Thomas, unser Wegewart, nutzte die Gelegenheit um einmal „schnell“ einen Kontrollgang über den Metzgersstein, zum Gleirscher Roßkogel, der Via Mandani zum Zwieselbacher Roßkogel und wieder zurück durch das Walfeskar durchzuführen. Was für uns mindestens eine zwei Tagestour ist, erledigte Thomas in 3 – 4 Stunden. Das Ergebnis: Alle Bohrhaken und Steigbügel in der Via Mandani sitzen noch fest in der Wand. In den Karren des Zwieselbacher Roßkogel lagen bis zu 2 Meter Schnee, dies war zwar hinderlich aber ließ den Kontrollgang von Thomas nicht scheitern.

Zu guter letzt, bedanke ich mich sehr herzlich im Namen der Mitglieder und des Vorstandes für den großartigen ehrenamtlichen Einsatz, um unser Berghaus für die Sommersaison 2021 in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.

Euer Hüttenreferent und
2. Vorsitzender Bereich Hütte

Bruno


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