Berichte


Berichte aus der Sektion


OB Besuch
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Oberbürgermeister Peter Boch besuchte mitgliedstärksten Sportverein in der Stadt und im Enzkreis

 

Dieser Tage stattete Oberbürgermeister Peter Boch der Sektion Pforzheim im Alpenverein in seinem Sektionszentrum einen Besuch ab. Mit über 4000 Mitgliedern ist der Mehrspartenverein der stärkste Sportverein in der Stadt und im Enzkreis. Rund zwei Drittel der Mitglieder wohnen dabei in der Stadt und ein Drittel verteilt sich über den Enzkreis und ganz Deutschland, da viele Mitglieder auch bei einem Ortswechsel der Sektion treu bleiben.

Jugendbereich sowie Kletteranlagen der Außenwand und der Innenwände mit Bolderanlage sowie die einzelnen Sparten im Verein vom Klettern bis hin zum Mountainbike, kamen dabei zur Sprache. Faszinierend die 2700 Klettergriffe allein in der Innenkletteranlage, die jetzt im September wieder in Eimern alle eingesammelt, gereinigt und danach wieder einzupassen sind. Verbunden damit sind auch immer neue markierte Routen.  Der Jugendbereich, der über 90 Jahre besteht, ist stark gefragt. Von daher sind die Gruppen stets ausgelastet und dazu braucht es ausgebildete Fachübungsleiter. Neben den Fachübungsleitern bei der Jugend sind weitere 30 Fachübungsleiter in den unterschiedlichsten Bereichen vom Bergsteigen über Klettern bis hin zum Schneeschuhlaufen und Mountainbike erforderlich, um bei Ausfahrten entsprechende Führungsverantwortung übernehmen zu können. Die Übungsleiter müssen auch in regelmäßigen Abständen entsprechende Ausbildungslehrgänge besuchen. Dazu kommen auch Ausbildungen in der Kletterhalle, um sich bei Ausfahrten entsprechend zu sichern und auch um auf Gefahren, die beim Bergsteigen drohen können, einzuüben. Beeindruckend für den OB auch die gewaltige Außenwand, die auch Heiner Geisler einmal erkletterte. Jugendliche hatten dabei vor 25 Jahre aus Pappmaschee das Modell vorgearbeitet. Auch der Gesamtkomplex mit zwei Sportvereinen Schwarz - Weiß - Club und Alpenverein war bei der Planung schwer in einem Gebäude unterzubringen. Die Kombination hat sicher Einmaligkeitscharakter. Interessant war für den OB auch die Boulderanlage, die er mit seinen Kindern ausprobieren will und die natürlich auch Tiergriffe haben, die Kinder motivieren können.

Von der Seniorengymnastik über den Naturschutz, der beim Alpenverein eine große Rolle spielt und bei dem der Alpenverein auch in Baden – Württemberg in allen Gremien vertreten ist, sowie die Wandertouren der Sektion und die Entwicklung der Sektion Pforzheim, die bis zur Fertigstellung des Gebäudes vor 23 Jahren über die gesamte Stadt Anlaufstellen hatte, war ein Thema sowie das große ehrenamtliche Engagement in den unterschiedlichsten Bereichen der Sektion.

Das starke Wachstum der Sektion hat zwei Gründe. Zunächst das Ausbildungszentrum Walter Witzenmann Haus, das vor 23 Jahren eingeweiht wurde und das Adolf Witzenmann Haus als Pforzheimer Hütte, die stets modernisiert und ausgebaut auf Gäste aus der Raum Pforzheim wartet in den Stubaier Alpen. Daneben gibt es immer mehr junge Familien, die mit ihren Kindern einen alternativen Urlaub in den Bergen planen. Der Alpenverein bietet auch bei Unfällen in den Bergen, die sehr teuer werden können, einen entsprechende Versicherungsschutz, der im Mitgliedsbeitrag enthalten ist sowie ein vergünstigtes Übernachten und Essen an. Der Vorsitzende Rolf Constantin dankte dem Oberbürgermeister Peter Boch für die unterschiedlichen Zuschüsse, die der Verein von der Stadt bekommt und gab ihm mit auf den Weg das Pforzheimer Berghaus im nächsten Jahr aufzusuchen, das seine Vorgänger bis hin zu Oberbürgermeister Joachim Becker getan haben.

Neben der Mitgliederversammlung am 24. Oktober um 19.30 Uhr im Walter Witzenmann Haus bei der über 100 Ehrungen anstehen, hat das Herbstfest als Familienfest eine Tradition. Dieses ist am 26. Oktober angesiedelt. Dabei gibt es gesichertes Klettern für Jung und Alt und manchen lässt danach das Klettern nicht mehr los. Auch im Winterhalbjahr vom 6. Oktober bis 20 April kann an den Wochenenden geklettert werden, da das Haus dann samstags und sonntags außer an Ostern geöffnet ist.

   
Am 26. Oktober um 18 Uhr ist zudem der bekannte Skibergsteiger und Tourengeher Lukas Ruetz mit seinem Vortrag „Dahoam im Sellroan“ im Kletter- und Sektionszentrum zu Gast. Er wird in seinem Streifzug durch die Sellrainerberge viele Eindrücke seiner Winter- und Sommertouren und vom Gleirschtal, dem Arbeitsgebiet der Sektion und Standort der Pforzheimer Hütte präsentieren. Eintritt ist frei.  

Gleichzeitig verabschiedete der Vorsitzende den Stellvertretenden Jugendreferent Steffen Reiling, der beruflich nach Freiburg wechselt. Er dankte ihm für seinen langjährigen ehrenamtlichen Einsatz und für den Aufbau einer Jugendklettergruppe, die sich wettbewerbsmäßig auch überregional einbringen soll.                   
rolf constantin

Bildbeschreibungen: Foto mit Kletterwänden im Haus: von links Christian Langer(Kletterwandbetreuer und zweiter Vorsitzender); Bruno Kohl ( Hüttenreferent und zweiter Vorsitzender); Barbara Schwager( Naturschutzreferentin); OB; dahinter Steffen Reiling ( stellvertretender Jugendreferent)  Jörg Tanneberger ( Medienreferent);dahinter Brigitte Wörle ( Wanderwart); Rolf Constantin ( Vorsitzender); Hans Trautz (Seniorenbeauftragter); dahinter Andrea Kern ( Ausbildungsreferentin) und daneben Frank Nauheimer ( Schatzmeister)
OB im Gespräch mit Christian Langer und Bruno Kohl
An der Außenwand von links nach rechts: Hans Trautz; Rolf Constantin; Peter Boch; Barbara Schwager, Steffen Reiling; Brigitte Wörle; Frank Nauheimer, Christian Langer; Andrea Kern


Klettersteigbegehung

 

Erste Erfahrung am Klettersteig

Zur Vorbereitung auf die Studienfahrt in die Dolomiten machten wir, zwölf Schüler der Kursstufe und zwei Lehrer des Hilda Gymnasiums Pforzheim, uns am 15. Juli auf den Weg nach Oberjoch zum Salewa-Klettersteig am Berg Iseler. Nach einer dreistündigen Fahrt und einem kurzen Aufstieg sind wir in den dortigen Klettersteig eingestiegen.

Ziel der Vorbereitung war es für uns Schüler, erste Erfahrungen am Klettersteig zu sammeln. Durch verschiedene Schwierigkeitsgrade und anspruchsvolle Kletterpassagen meisterten wir den Weg bis zum Gipfelkreuz. Nach zwei Stunden durch den Klettersteig machten wir eine kleine Verschnaufpause, bis es über den Berggrat weiter zur zweiten Klettersteigpassage ging. Diese brachte uns auf den Kühgund.

Unter der Anleitung zweier Fachübungsleiter des Deutschen Alpenvereins, Markus Bauer und Frank Stähle, verbesserten wir uns alle schnell und begeisterten uns für das Klettern.

Auf halber Höhe des Abstieges kehrten wir noch in eine Hütte auf ein Getränk ein, während ein paar von uns die Gelegenheit nutzten, sich in einem angrenzenden Speichersee abzukühlen. Am Fuße des Berges angekommen, waren wir zwar erschöpft, haben uns aber voller Vorfreude auf die Studienfahrt auf den Heimweg gemacht. Wir fühlen uns nun gewappnet, die Studienfahrt in den Dolomiten entlang der alten Kriegsgrenze in Angriff zu nehmen und freuen uns auf das kommende Schuljahr.

Ein besonderer Dank gilt den zwei Fachübungsleitern des Deutschen Alpenvereins, welche uns bei der Tour begleitet und uns toll vorbereitet haben.

Schüler des Hilda Gymnasium „Kursstufe"


Gletschergrundkurs

 

Sommer, Sonne, Schnee und Gletscher

Ganz Deutschland schwitzt. Durchschnittstemperaturen von mindestens über 30 Grad Celsius, Tag und Nacht. Keine Abkühlung in Sicht. Gedanken kurz vor dem Hitzschlag: Wo finde ich Abkühlung? In einer Kühlkammer?? Hmm, die Umgebung und der Ausblick sind da nicht so dolle.
Nächster Gedanke: Gletscherspalte... Hmm, die Idee ist gar nicht schlecht, da kommen so Vorstellungen wie: Traumhafte Landschaft, Eis und Schnee zur Kühlung unter den Füßen, angenehme Temperaturen, was will man mehr?!
      Tja, die Idee ist super, aber was tun, wenn man von Gletschern und den möglichen Gefahren auf dem Gletscher keine Ahnung hat?! Den Traum von Kühlung in schöner Landschaft aufgeben?? NEIN, nicht verzagen Markus fragen. Unter fachkompetenter Führung erlernten am ersten Juli- wochenende fünf nach Kühlung lechzende Personen unter der Leitung von Markus Bauer, wie man sich auf einem Gletscher verhält, wie man nach erfolgter Abkühlung wieder aus einer Gletscherspalte kommt und wie man überhaupt solche „coolen" Touren angeht.

Freitagmorgens zu einer unaussprechlichen Zeit machten wir uns also zu sechst auf in die Schweiz. Ziel war die Clariden-Hütte im Glarnerland als Stützpunkt. Von da aus sollten wir in die Welt der Gletscher eingeführt werden. Die Anfahrt verlief zügig und ohne Probleme. Ich darf nochmal an den Wunsch aller erinnern: Abkühlung... Auf dem Parkplatz: mindestens 30 Grad, strahlender Sonnenschein.
Nun gut, wir mussten ja noch ein bisschen hoch. Die ersten Höhenmeter überwanden wir mit der Seilbahn und hatten kaum aus der Bahn gestiegen schon die ersten materiellen Verluste zu vermelden... Die vergessenen Stöcke konnten schnell mit der nächsten Gondel nachgeliefert werden, so dass wir uns zügig an den Aufstieg machen konnten. Über Restschneefelder, vorbei an blühenden Bergwiesen kamen wir gegen frühen Nachmittag an der Hütte an. Von Abkühlung auf ca. 2500 HM übrigens keine Spur... Nach mehreren Erfrischungsgetränken beschloss Markus uns zur Senkung der Körpertemperatur in die Kunst des Gehens auf Schneefeldern und die des Abstürzens auf Schnee und Eis einzuführen. Todesmutig stürzten wir uns die steilsten Schneehänge vorwärts, rückwärts, seitwärts, ohne Sinn und Verstand auch kopfüber hinunter und siehe da, wir schafften es recht schnell grazil unseren Sturz zu stoppen, um dann elegant mit erhobenen Haupte wieder den Hang hinauf zu schnaufen. Nachdem wir auch eine erste praktische Einführung in die Spaltenbergung erhalten hatten, ging es im Galopp zurück zur Hütte, wo schon das Abendbrot auf uns wartete. Der Tag war allerdings noch nicht zu Ende, nach dem Abendessen ging es mit Theorieunterricht weiter. Markus ließ nichts unversucht, uns weiterzubilden. Ob es fruchtete...?!

Am Samstag standen dann das ersehnte Gehen mit Steigeisen auf dem Gletscher in einer Seilschaft, Tourenplanung, Gipfelbesteigung und das Retten aus einer Gletscherspalte auf dem Programm. Wieder zu einer sehr sehr frühen Zeit ging es los. Ziel war der Clariden mit einer Höhe von 3268 Metern. Der Weg über den Gletscher war traumhaft: Strahlender Sonnenschein, tiefblauer Himmel und nur vereinzelt eine weitere Seilschaft am Horizont. Zügig ging es Richtung Gipfel, der letzte Anstieg allein ohne Seilschaft, dafür mit brennenden Waden und heißem Atem. Oben angekommen die ersehnte Abkühlung??!! Eher nicht: Das Gipfelgemunkel sprach von ca. 27 Grad Celsius und das über 3000 Höhenmeter! Aus Angst, dass die Gletscherspalte womöglich schon geschmolzen sein könnte bevor wir überhaupt einen Blick in diese hätten werfen können, ging es zügig wieder runter vom Gipfel.

Markus hatte Witterung aufgenommen und fand für uns eine wunderschöne Spalte, an und in der wir, fachmännisch unterstützt, die Spaltenbergung üben konnten. Und jetzt erhielten wir wirklich eine Abkühlung! Alle Teilnehmer trauten sich in die Gletscherspalte und so konnten wir die Rettung auch ausgiebig üben. Was bleibt zu sagen: Freiwillig in einer Gletscher-spalte zu hängen ermöglicht einen Blick in eine wunderbare und bizarre Welt, unfreiwillig möchte ich einen Sturz in diese Welt allerdings nicht unbedingt erleben...

Der Nachmittag verging rasch und doch etwas ausgepowert erreichten wir gegen später wieder die Hütte. Die Sonne gab immer noch ihr bestes, so dass wir alle einen Schattenplatz zur Erholung suchten. Nach dem Abendessen stand wieder Theorie auf dem Plan. Neuer Versuch, uns etwas beizubringen... Markus hatte die Hoffnung noch nicht aufgegeben.

So gut ausgebildet ging es am Sonntag über den Gletscher Richtung Gemsfairenstock, wo wir nochmals einen traumhaften Blick über die Gletscherwelt genießen konnten. Da wir noch nicht genug hatten, nahmen wir so nebenbei noch einen Gipfel mit, bevor wir wieder Richtung Tal absteigen mussten. Schnell hatten wir keinen Schnee mehr unter den Füßen, sondern Geröll und staubtrockene Erde. Nach der Ankunft im Tal ging es nach einer kurzen Stärkung wieder zurück Richtung Heimat.

Fazit: Vielen herzlichen Dank an Markus, der sehr fachkompetent und äußerst geduldig uns in die Gletscherwelt eingeführt hat. Vielen Dank auch an die Gruppe, dass wir gemeinsam ein so schönes und entspanntes Wochenende erleben durften. Da bleibt nur noch das Thema „Abkühlung": Nun ja, nachdem ich aus der Gletscherspalte wieder draußen war, war es mir wirklich kalt. Ziel erreicht!


36 Grad und es wird noch heißer

 

Grillfest an den Wänden des Iseler

Nach einigen „Verhinderungen" im letzten Jahr konnte endlich im Juni ein neuer Kurs „Klettersteig-Einsteigerkurs" stattfinden. Bei der Vorbesprechung konnten wir uns kennenlernen und die wichtigsten Infos zu Material, Tourenplanung, Wetter etc. aufschnappen. Am 30.06.2019 trafen wir uns dann in aller Früh um 6.30 Uhr in Heimsheim am P&R. Es waren extrem hohe Temperaturen bis knapp 40 Grad vorhergesagt. Nachdem Mirjam vier Minuten zu spät erscheint ist auch geklärt, wer die erste Runde zahlt...

Gegen 09.00 Uhr kommen wir in Oberjoch an, richten uns für den Steig und laufen zur Bahn. Oben angekommen marschieren wir los und erreichen nach einer knappen halben Stunde den Einstieg zum Klettersteig. Die Sonne brennt um 10.00 Uhr schon ganz gut vom wolkenlosen Himmel. Vor dem Einstieg Sicherheitscheck und los geht's. Beim Einstieg sind erstaunlich wenige Leute unterwegs. Zu Beginn geht es ein wenig bergab. Nach der „Biwakhöhle" geht es um eine Ecke und wir erleben die erste Ernüchterung. An der ersten steilen und etwas schwierigeren Stelle staut es sich nun doch ganz schön. Langsam geht es weiter. Dann kommt die nächste steile Stelle „Rampe". Nachdem vor uns wieder jemand hängen bleibt kommt die Frage auf: „Ist das die Bergführerplatte?" Frank schüttelt nur mit dem Kopf und will das nicht zu deutlich zeigen, um den vor und nach uns laufenden (und wahrscheinlich auch uns) keine Angst vor dieser Bergführerplatte zu machen. Aus unserer Gruppe meistern alle die schwierigeren Stellen souverän. An einer steilen Stelle bekommt Carlo einen kleinen Steinschlag ab und wir werden daran erinnert, dass man die Helme wirklich nicht umsonst trägt. Dann kommt die ominöse „Bergführerplatte", deren Führung wegen eines Felssturzes geändert wurde. Der Überhang ist nun wohl nicht mehr so extrem. Trotzdem sind ein wenig Geschick und Kraft von Nöten, um die Stelle zu meistern. Aber auch hier kommen alle Teilnehmer des Kurses schadlos durch. Danach kommt recht schnell eine Gabelung. Hier gibt es nun die Möglichkeit direkt zum Gipfelkreuz aufzusteigen oder direkt den 2.Teil des Steigs in Angriff zu nehmen.

Da auf dem Gipfel viel Verkehr zu sein scheint und wir bisher sehr gut durchgekommen sind, steigen wir direkt in den 2.Teil ein. Im leichten Auf und Ab geht es weiter. Dann stehen wir auch schon auf dem Grat unterhalb des Gipfelkreuzes. Frank macht den Vorschlag direkt den 3.Teil in Angriff zu nehmen. Das hat er mit einer geführten Gruppe bisher noch nicht geschafft. Das liegt sicher nicht nur an unseren außergewöhnlichen Fähigkeiten, sondern einfach an der mit 3 Teilnehmern sehr kleinen Gruppe. Die Uhr zeigt etwa 12.30 Uhr und wir beschließen den nächsten Abschnitt nach einer zünftigen Brotzeit anzugehen. Einige Teilnehmer müssen sich von den bisherigen Strapazen erst einmal erholen und ein Nickerchen machen. Nach der Rast steigen wir in den letzten Teil ein, den wir auch souverän meistern. Anschließend laufen wir weiter den Grat entlang und entfernen uns immer weiter vom Gipfelkreuz. Frank entpuppt sich immer mehr als echtes Gesangswunder. Kaum ein Lied, das er nicht kennt und mit trällern kann... „Sie ist die Eine, die immer lacht.. -:)".

Danach geht es am Grat noch kurz steil bergab, bevor unser Weg nach links und wieder zurück nach Oberjoch abzweigt. Nun merken wir erst richtig wie heiß es eigentlich ist. Die Hitze steigt aus dem Tal hinauf und schlägt uns ins Gesicht. Ermattet erreichen wir das Tal und unser Weg geht zielstrebend in die nächste Alm, wo Mirjam ihr Versprechen einlöst und uns die erste Runde spendiert. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank dafür! Frisch gestärkt machen wir uns gegen 16.30 Uhr auf die Heimfahrt.

Fazit: Die Tour hat uns definitiv großen Spaß sowie Mut für kommende Touren gemacht und wird uns auf jeden Fall allen lang in schöner Erinnerung bleiben. Herzlichen Dank noch einmal an Frank für die spaßige und kompetente Betreuung!

Carlo + Anne Marie


Sesvenna

 

Schneeschuhtouren bei der Alten Pforzheimer Hütte

Unter Leitung von Bruno Kohl war eine Gruppe der DAV Sektion Pforzheim in der letzten Märzwoche zum Schneeschuhbergsteigen im Oberen Vinschgau in Südtirol. Stützpunkt der fünftägigen Tour war die 2.256 m hoch liegende Sesvenna Hütte oberhalb von Schlinig die in Sichtweite vom Museum Chamonna Pforzheim (Alte Pforzheimer Hütte) steht. Der Aufstieg mit wunderbarer Sonne ab den letzten Talort Schlinig ist in 2 bis 2,5 Stunden bald bewältig.

Von der Alten Pforzheimer Hütte konnten wir, wie eine Perlenkette aufgereiht, den Ortler (3.905 m), die Königsspitze (3.851 m – Gran Zebrú), den Monte Cevedale (3.769 m), die Veneziaspitze 1 (3.386 m – Cima Venezia 1) und die Hintere Eggenspitze 3.443 m – Cima Sternai) beobachten.

Dieser traumhafte Beginn ließ auf die nachfolgenden Tage hoffen. Am darauf folgenden Tag war ein starker Wind bis Sturm aus Norden angekündigt. Mit schönem Sonnenschein, aber kaltem Wind im Gesicht machten wir uns auf den Weg zum Einstieg ins Val d'Uina. Den Uina Schluchtweg hat die DAV Sektion Pforzheim im Jahr 1908 bis 1909 bauen lassen, um den Zugang aus der Schweiz zur Alten Pforzheimer Hütte, zu verbessern. Die Kosten von 36.000,00 Goldmark haben sich die Sektion Pforzheim und der Kanton Graubünden geteilt. Die Wegstrecke, mit der 1 km langen Galerie und zwei Tunnel ist heute eine beliebte Wegführung der Mountainbiker bei der Traversale der Alpen von Obersdorf nach Meran.

Aber auch für Bergwanderer ist dies eine schöne Strecke von En im Inntal zur Sesvenna Hütte. Vom Val d'Uina ging es etwas zurück zum Schlinigpass und hinauf zum Piz Rasass. Ein starker Sturm auf dem Zustiegsgrad verhinderte die Besteigung.

Am dritten Tag stand der Piz Rims auf dem Programm. Zunächst im Sonnenschatten hinauf zum Sesvenna Pass (2.853 m – Fuorcla Sesvenna). Über den Schadler (2.948 m) auf einen schönen Gradweg nach Norden. Nach 3 Stunden standen wir auf dem Piz Rims (3.050 m). Eine schöne Aussicht über die Silvrettagruppe mit dem Piz Buin (3.321 m) im Norden und die Ötztaler Alpen mit der Weißkugel (3.738 m – Palla Bianca) im Osten und der Ortlergruppe im Süden war überwältigend. Nach kurzer sonniger aber durch den starken Wind ungemütlichen Gipfelrast, ging es zurück zur Sesvenna Hütte. An unserem vierten Tourentag wollten wir nochmals versuchen über den Nordgrad auf den Piz Rasass zu gelangen. Zunächst ging es in Richtung Schlinigpass um zum Einstiegs-grad des Craist Óta /Hahnenkamm (2.884 m) zu gelangen. Über eine steile Flanke und den Zustiegsgrad gehend, standen wir nach gut 2,5 Stunden auf dem Gipfel de Craist Óta. Auf einen breiten Gradrücken zum Piz Rasass. Ein schönes Panorama auf die unberührten Täler und Gipfel zwischen dem Reschenpass und dem Val d'Uina.

An diesem Abend trafen wir in der Sesvenna Hütte ein Filmteam mit Marion Veith. Marion Veith ist Archäologin und betreut das Museum in der Alten Pforzheimer Hütte. An unserem letzten Tag statteten wir der alten Hütte der Pforzheimer Sektion einen Besuch ab. Die Sanierungsarbeiten seit 2009 sind ein voller Erfolg. Getragen vom Verein Cunfin um den Architekt Jürgen Wallnöfer ist die Fassade, die Fenster und das Dach sowie das untere Stockwerk komplett saniert. Das Obergeschoß und der Dachstock sind in Arbeit. Es sind fast keine Spuren vom Brand aus dem Jahr 1964 mehr zu sehen. Der alte Waschraum mit einem Waschtrog aus Buntsandstein ist noch vorhanden und wird in die Sanierung einbezogen. Ohne Wehmut machten wir uns an den Abstieg, wobei im Winter ein sensibles Wegstück entlang einer Felsenkante zu bewältigen ist.

Unsere Winterbesteigungen waren begleitet von einer hohen Sensibilität bezüglich der Schnee- und Lawinenlage und dem machbaren Geländestrukturen. Sicherheit und die Ehrfurcht vor der Natur im alpinen Gelände geht immer vor dem Vergnügen. Wenn Menschen sich unter diesen Gesichtspunkten im Hochalpinen Bereich aufhalten, ist das Risiko überschaubar. Eine Gruppe sollte diesen Aspekt einer Bergfahrt immer an oberste Stelle stellen.

Mehr zu den Touren mit Bildern und Wegstrecken unter: https://www.alpenvereinaktiv.com/de/bewirtschaftete-huette/sesvennahuette/7105626/

Klaus Bogner und Bruno Kohl


Skitour ins Wallis

 

Zwischen Dufourspitze und Matterhorn

Anfang Mai machten sich Markus und Jörg auf den Weg nach Zermatt. Ziel war die Dufourspitze per Skitour. Teuer Parken in Täsch, dann per Bahn nach Zermatt. Von dort auf die Ski, dem Trubel entflohen und endlich bergwärts zur imposanten Monte Rosa Hütte (2883 m). Späte Hüttenankunft... Essen, Trinken und Gipfelplanung mit schlechter Prognose für den kommenden Tag. Viel Schneefall vergangene Woche und nahende Warmfront mit nächtlichem Niederschlag. 3 Uhr Aufstehen. Wettercheck... starker Wind und Schneeregen.

Abgleich mit überraschend aufgeschlossenen Schweizer Bergführern (eher selten). Ergebnis: keiner geht los. Für die Schweizer Seilschaften ist somit die Dufourspitze gestrichen. Warten auf besseres Wetter. Aufbruch bei Dämmerung. Die Wolken weichen zögerlich der Sonne und eröffnen beinahe magische Ausblicke. Das frische Spuren durch den nächtlichen Schneefall und die Höhe machen den Aufstieg erschwerlich. Angekommen auf 4200 m, Einstieg Flanke zum Westgrad...

Umkehren ist kein Scheitern
...Und jetzt? Die Entscheidung: Weitergehen oder Rückzug? Objektive Kriterien... sehr viel Schnee, warme Temperaturen, steiler als 30°, sehr spät dran, knappe Kräftereserven, auch die einheimischen Bergführer gehen nicht. Schweren Herzens entscheiden wir uns für den Rückzug... ein Scheitern? Zuerst fühlt es sich so an, einige Tage später wie ein kleiner Sieg. Nicht über uns, sondern für uns! Das gehört zum Bergsteigen dazu, damit wir in Zukunft auch mit Demut und Respekt in die Berge gehen. Wer Zweifel hegt und sich ungut fühlt, sollte umkehren. Das ist kein Scheitern, das ist Vernunft.


Wandertage in Hornberg

 

Fröhliche Stimmung trotz launigem Wetter

Fröhliche Stimmung und gutes Wandern waren trotz launigem Wetter angesagt, als die Senioren-wandergruppe dieses Jahr wieder in Hornberg zum Wanderausflug war. Es begann am 1. Mai bei traumhaftem Frühlingswetter mit dem Aufstieg vom Städtchen Hornberg zum Hotel auf knapp 1000 m Höhe. Der kurze Weg verlängerte sich durch lange Pausen mit traumhaftem Panorama-blick auf die Schwarzwälder Höhen.

Am nächsten Tag wanderten wir auf dem Westweg Richtung Schonach und wieder zurück: ein uriges Schwarzwalderlebnis mit spektakulären Felsformationen und weiten Ausblicken.

Der dritte und vierte Tag brachte Dauerregen. Doch die Region hatte auch hier einiges zu bieten. Der Besuch des Vogtsbauernhofes in Gutach wurde ein wunderschöner Ausflug, denn die Hälfte unserer Mitwanderer kam nicht aus dem Schwarzwald und kannte das Freilichtmuseum noch nicht. Am nächsten Tag genossen wir bei schlimmstem Regen die Wärme bei den Glasbläsern in der Dorotheenhütte in Wolfach. Auf der Heimfahrt wurden die Wetterkapriolen noch besser: oben auf den Bergen schneite es - unser Hotel am Westweg bot weiße Winterlandschaft.

Am letzten Tag durften wir wieder bei schönstem Wetter eine herrliche Wanderung genießen: unser Wanderführer vom SWV Hornberg zeigte uns auf einer kurzen Strecke des Kinzigtäler Panoramawegs von Schnellingen nach Steinach die schönsten Blicke auf Tal und Berge.

In Hausach nahmen wir am späten Nachmittag Abschied: von Otto Effinger – unserem SWV Führer – die Autofahrer von den Zugreisenden und von einer wunderschönen Gegend, die bei jedem Wetter etwas Bewundernswertes zu bieten hatte.

Danke an den SWV Hornberg für die Führung und die guten Wandertipps und danke an die ganze fröhliche Gesellschaft der Teilnehmer.

10.06.2019, B. Wörle


Graubünden – Home of the Trails

 

MBT Jahresausfahrt 2019 Graubünden – Home of the Trails – fast jeder Weg ein Biketrail, so das verheißungsvolle Versprechen, das uns nach Davos-Klosters lockt.

Zu elft machen wir uns am Freitag auf, um die schöne Bergwelt in Graubünden zu erkunden. Oft kommt die Schweiz, obwohl so nahe, aus finanziellen Gründen nicht als Urlaubsort in Betracht. Dank einem günstigen Hostel und einer Gästekarte, die die Kosten erträglicher macht, hatten wir uns in der MTB-Gruppe jedoch diesmal auf Davos-Klosters als Ort für unsere Jahresausfahrt vom 19.07. bis 22.07.19 geeinigt.

Dank einer frühen Abfahrt treffen wir bereits um ca. 10 Uhr in Klosters ein, so dass sich noch der Kauf einer Tageskarte an der Liftstation lohnt. Denn eines ist klar, wer eine größere Anzahl an Trails rund um Davos kennenlernen möchte ist auf Liftunterstützung angewiesen.

Zunächst geht es auf den Hausberg von Klosters, den Gotschna. Erst einmal ein wenig einrollen und warm werden! Hierfür nehmen wir die Freeride-Strecke unter die Räder, die einzige Bikepark ähnliche Strecke im Gebiet Davos-Klosters und, solange man es nicht mit dem Tempo übertreibt, die einfachste. Bereits der nächste Trail hat es in sich. Stark verblockte Stellen mit scharfkantigen Steinen der MTB-Schwierigkeits-Kategorie S3 zeigen einem schnell die Grenzen auf. Weiter führt der schmale Pfad ausgesetzt am Steilhang entlang, spätestens jetzt ist jedem bewusst, dass wir in den Alpen sind!

Sobald Bäume den Trail säumen, sind nicht mehr schroffe Steine, sondern knorrige Wurzeln die Herausforderung.
Chalbersäss, so der Name des nächsten Trails. International als „Black Diamond – very difficult" eingeordnet, ist ein super Trail, der alles beinhaltet und zum Lieblingstrail unserer Gruppe wurde - kein anderer wurde so oft befahren. Er startet bei einem traumhaften Panorama zunächst recht technisch, schlängelt sich durch Felsen, über einen Grat, kurze Entspannung auf der folgenden Wiese, bevor man in den Wald eintaucht. Dort herausfordernd steil, schmal verwinkelt und jede Menge ruppige Wurzeln. Als Krönung noch ein schneller, flowiger Abschluss – was will man mehr!

Ein Teil der Truppe war so begeistert, dass er diesen Trail gleich noch einmal abgefahren hat, wobei jeder merkte, dass so langsam die Kräfte sowohl in den Händen als auch in den Oberschenkeln schwinden...

Am Samstag stand bei uns nur ein Trail auf dem Programm, mit dem stolzen Namen „Alps Epic Trail Davos". Als IMBA Epic Trails werden weltweit Mountainbike-Routen ausgezeichnet, welche mehr als 80% Anteil an Singletrails bzw. eine Länge von mindestens 20 Meilen aufweisen. Mit 45 Kilometern Länge erfüllt der Davos Trail dieses Kriterium spielend und ist in Europa bisher der einzige Trail, der als Epic Trail "geadelt" wurde. Mit entsprechend hohen Erwartungen starten wir.

Vom Jakobshorn kommend fahren wir nach wenigen Hundert Metern in den mit zunächst mit Steinen durchsetzten Trail, der aber bald immer flowiger und kurvenreicher wird. Kleine Drops und Kicker laden zum ständigen Spielen mit dem Bike und kurzen Sprüngen ein. Ein Trail der super Laune macht!

Als nächstes folgt ein Singletrail bergauf, der sich als schwieriger und konditionell anspruchsvoller als erwartet herausstellt. Ständige Stein- und Wurzelhindernisse wollen bezwungen werden, so dass man ständig gefordert ist! Dieser Abschnitt ist der einzige Pfad, den wir gesehen haben, bei dem das Graubündner Konzept der geteilten Wege von Wanderern und Bikern an seine Grenzen kommt. Zahlreiche Wanderer als auch Biker bevölkern den schmalen Pfad in beide Richtungen und so kommt es zu einem ständigen Stop-and-go. Oben angekommen geht es auf einem kupierten Weg, der mit seinem fortwährenden Auf und Ab einen körperlich als auch volle Konzentration fordert. Wir streifen kleine Bergdörfer wie Monstein und Wiesen. Dort zwingt uns eine Wegsperrung zu einer Änderung der Route über das Wiesner Viadukt, der mit knapp 90 Metern Höhe zweithöchsten Eisenbahnbrücke der Schweiz.

Von dort hat man einen fantastischen Blick auf den tief unter einem fließen Gebirgsfluss Landwasser. Doch statt der geplanten Abfahrt ins Flusstal kurbeln wir weiter fleißig steile, ungeplante Höhenmeter. Also noch einmal Zähne zusammen-beißen! Als Belohnung erhalten wir eine rasante Abfahrt nach Filisur, den heutigen Zielort. Glücklich und erschöpft lassen wir uns in die Sitze der rhätischen Schmallspur-Bahn fallen, die uns zurück nach Davos bringt. Von dort geht es mit dem MTB zurück nach Klosters und fast direkt, mit knurrendem Magen, in die Pizzeria. Ein Teilnehmer brachte es richtig auf den Punkt: "Es war wunderschön und geil, aber auch die anstrengendsten 650 Höhenmeter in 20 Jahren MTB-Fahren!"

Am Sonntag starteten fünf Biker und eine Bikerin von Davos aus Richtung Flüelatal. Auf dem folgenden leicht ansteigenden Singletrail parallel zum Flüelabach war Tschuggen bald erreicht. Direkt bei der kleinen Kirche bei Tschuggen stieg der Trail stark an und es folgten anstrengende Höhenmeter mit einigen Schiebepassagen. Kurz vor der Bergstation Pischa ging der Trail in eine Fahrstraße über und die Steigung wurde angenehmer. Von der Bergstation (nur im Winter in Betrieb) führte ein kniffliger, aber spaßiger Singletrail den Grat entlang und bot eine grandiose Aussicht auf die umliegende Bergwelt. Vor der letzten starken Steigung auf das Hüreli bog der Trail rechts ab und führte in einem wunderschönen Flow in Richtung Davoser See über Bergwiesen Richtung Drusatscha. Am Ende der anspruchsvollen Singletrail-Tour mit grandioser Aussicht standen 1150 hm mit kleinen Schiebestücken auf dem Tacho. Der Heimweg führte über die Ortschaft Wolfgang über den Schwarzsee Richtung Klosters. Als krönender Abschluss der Tour bogen wir in den Freeride Park der Gotschnabergbahn ein, und schwangen über Steilkurven, Wellen und Sprünge ins Tal. Besser geht´s nicht.

Für die restlichen fünf Biker stand am Sonntag eine Gondeltour auf dem Programm. Durch die Weitläufigkeit des Tals musste der eine oder andere Höhenmeter auch selbst erarbeitet werden, um an die Einstiege der Trails zu kommen oder um an die Bergbahnen zu gelangen. Gestartet sind wir am Hausberg von Klosters, dem Gotschna, da die Kabinenbahn nur wenige Meter von unserer Unterkunft entfernt ist. Unser erster Trail führt in einem Auf und Ab nach Davos. Von dort sind wir zweimal mit der Standseilbahn auf das Weissfluhjoch gefahren um die verschiedenen Abfahrten zu testen. Von einer steinigen Mondlandschaft bis zu einem anspruchsvollen Spitzkehrentrail war alles dabei. Da uns der Anfang des Alps Epic Trail am Vortag so gut gefallen hat, waren wir uns schnell einig, dass wir den flowigen Trail bis zum ersten Seitental nochmal unter die Stollen nehmen. Um nach Glaris und auf das Rinerhorn zu kommen sind wir ein Stück auf der Straße abgefahren. Oben an der Bergstation angekommen, haben wir uns zuerst eine kleine Stärkung gegönnt, damit die nächsten Höhenmeter zum Traileinstieg leichter fallen.

Zuerst recht technisch, dann mehr und mehr flowig schwingt sich der Trail Richtung Tal. Nach einer kleinen Transferetappe zurück zur Weissfluhbahn, ging es mit der letzten Bahn des Tages nochmal auf den Berg. Mit dem welligen Panoramaweg ging es zurück zum Gotschnagrat. Die sagenhafte Aussicht hat für die anstrengenden Höhenmeter mal als entschädigt. Als letzten Trail des Tages hatten wir noch unseren Liebling vor uns, den Chalbersäss. Jedoch waren die Wurzeln noch leicht feucht vom Regen in der Nacht. Deshalb war nach einem anstrengenden Biketag nochmal alle Konzentration gefragt. Glücklich und erschöpft sind wir nach über 6000 Tiefenmetern und doch mehr Höhenmeter als gedacht gegen 19 Uhr an der Unterkunft angekommen.

Zum Abschluss der viertägigen DAV-MTB-Ausfahrt stand am Abreise-Montag eine Panorama-Tour hoch über Davos auf dem Programm. Eingeteilt in zwei Gruppen standen wir um 8:45 Uhr in Klosters an der Gondel zum Gotschnagrat.
Von der Mittelstation ging es zunächst in welligem Auf und Ab über schmale Trails nach Davos. Neben einem Plattfuß, der die erste Gruppe einbremste gab es an einer Bachquerung ein besonderes Schauspiel zu beobachten: eine Kuh stürzte unaufmerksam rücklings in den Bach und fand erst nach einigem Gestrampel wieder auf ihre Füße, bevor sie sich etwas verdutzt davonmachte.

Wenig später befanden sich beide Gruppen auf dem in ca. 2.300 m Höhe verlaufenden Weg zum Strela-Pass. Der tolle Aussichtstrail windet sich querend über das Meierhofer Tälli und das Schiahorn an beeindruckenden Bergflanken entlang und belohnt immer wieder mit tollen Tiefblicken und einem grandiosen Panorama. Am Strela-Pass gönnten wir uns in der dortigen Hütte eine Erfrischung, bevor es direkt über ein großes Altschnee-Feld auf den weiteren immer schmaler sich windenden Pfad ging. In stetigem mehr auf als ab führt der Trail vorbei am Latschüelfurgga zum Chörbschhorn auf 2.651 m Höhe.

Vom Gipfel zeigte sich dann die Belohnung für den kraft- raubenden Anstieg: der Trail ins Tal - ein traumhafter, zeitweise flowiger und durch eine wunderschöne Berglandschaft führender Trail hinunter zur Stafelalpe. Von dort machten wir uns dann auf den Heimweg zurück nach Klosters, wo wir nach gut 1,5 Stunden am Hostel ankamen und perfekt synchronisiert alle Mann geduscht hatten, bevor die zweite Gruppe ebenfalls zurückkehrte.

Leider gingen die vier tollen Tage in Graubünden viel zu schnell vorbei. Es wird schwer werden, fürs nächste Jahr eine Location zu finden, die das toppen kann.

Ein herzliches Dankeschön gilt auch den Co-Autoren Chris, Stephan und Heiko.


Über Fels und Eis zum Piz Sardona

 

Teamgeist & Gruppenstärke

Am 12. Juli 2019 sind wir als sechsköpfige Gruppe, nach einer knapp vierstündigen Autofahrt in den doch sehr nahe gelegenen Kanton St. Gallen in der Schweiz, am Fuße des Piz Sardona gestartet.

Unsere erste Etappe lag auf 2158 Höhenmeter. Nach einer dreistündigen Wanderung, mit einer kleinen Ovomaltine-Pause auf der wunderschönen Sardonaalp, war das Wetter nicht mehr auf unserer Seite und wir stiegen im Regen auf zur Sardona Hütte, in der wir die nächsten zwei Tage nächtigten. Wir hatten das seltene Glück, ganz alleine auf der Hütte bewirtet zu werden und genossen die Ruhe, um die Besteigung des Piz Sardonas für den nächsten Tag zu planen und Techniken mit der Reepschnur und Co im trockenen zu üben. Danach verbrachten wir den Abend damit die Gruppengemeinschaft zu stärken, indem wir ein Gesellschaftsspiel spielten und mit allen Tricks um Bohnenanbau kämpften.

Da es am nächsten Morgen noch regnen sollte, und der Aufstieg auf 4 Stunden angesetzt war, entschieden wir uns im Trockenen los zu marschieren und starteten gemütlich unsere Tour.

Mit Helm, Klettergurt, Steigeisen und Eispickel bewaffnet ging es bergauf. Wir durchquerten einige Schneefelder und stiegen den teilweise versicherten Mittelgrad hinauf. Die zusammengewürfelte Gruppe entpuppte sich schnell als verantwortungs-volles und rücksichtsvolles Team; man half sich gegenseitig bei den schweren Bedingungen voranzukommen. Doch als der Nebel immer dichter wurde und die Zeit immer mehr voranschritt, entschieden wir uns verantwortungsvoll kurz vorm Gipfel umzukehren. Der Teamgeist und die Gruppenstärke haben den Ehrgeiz besiegt und wir stiegen gemeinsam ab und freuten uns schon sehr auf das leckere Abendessen. In der Hütte angekommen erwartete uns eine proppen volle Hütte. Der nächste Tag sollte optimal werden für die Besteigung und wir berieten und entschieden uns die Gruppe aufzuteilen. Da ein Teil noch die Bergspitze erklimmen wollte und der andere Teil mit Blasen und Kopfweh sich für einen sanften Abstieg entschied. Der Aufstieg auf den Gipfel in 3056 Meter Höhe war atemberaubend. Wieder im Tal angekommen machte sich die Gruppe gemeinsam auf den Weg nach Pforzheim und war begeistert, in einer so kurzen Zeit sich so intensiv kennen zu lernen und den Launen eines Berges und dessen Wetterkapriolen näher zu kommen und sich in der Gruppe gemeinsam weiter zu entwickeln.

Text: Alina
Fotos: Elena, Theresia, Alina, Brigitte, Thomas und Jörg


Verwall Erkundungstour

 

für die Partnerschaftstour 2020

Bereits im letzten Jahr führte eine Sektionstour in die Berge der Verwallgruppe. Das gut erschlossene Gebiet mit schönen und reizvollen Tourenmöglichkeiten unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade sowie den ausgezeichneten Hütten ist ein ideales Zielgebiet für Gruppenausfahrten. Schnell wurde der Entschluss gefasst, dass die Partnerschaftstour 2020 in die Verwallberge führen sollte.

Um verschiedene Tourenmöglichkeiten zu erkunden, wurde vom 4. - 8.7.2019 eine Bergfahrt in die Verwallgruppe ins Tourenprogramm der Sektion, Gruppe Bergsteigen, aufgenommen. Gleichzeitig sollte diese Tour auch als leichte Eingehtour für die Bergsaison 2019 dienen und stand allen Interessierten offen. Leider meldeten sich nur vier Teilnehmer dazu an, wobei einer kurzfristig aufgrund einer Verletzung absagen musste. So fuhren mit Annette, Heike und Wolfgang drei Bergbegeisterte zusammen mit den Organisatoren Wanderleiter und stv. Sektionsvorsitzenden Bruno Kohl und FÜ Bergsteigen Christoph Senger bei heißem Sommerwetter nach St. Anton. Bei der Rendl-Bahn konnte das Auto gebührenfrei abgestellt werden. Durch die schattige Rosannaschlucht und dann über einen von Mountainbikern stark frequentierten Fahrweg führte der Weg in rund 3 Stunden zur Konstanzer Hütte, die nach Abschluss der Renovierungsarbeiten in allen Punkten keine Wünsche offenließ.

Bereits am nächsten Tag musste die Neue Heilbronner Hütte über den Bruckmannweg angesteuert werden. Leider war es nicht möglich, wie ursprünglich geplant, dort von Samstag auf Sonntag mit fünf Personen zu übernachten. Die Hütte war voll belegt, wie die Friedrichshafener Hütte auch.

Zum Glück konnte uns aber die Konstanzer Hütte noch Plätze im Lager reservieren, weshalb wir unsere Tour umplanen und wieder zur Konstanzer Hütte gehen mussten. Diese Planung und Reservierung der Hütten erfolgte - rechtzeitig ??? - bereits im März, was uns doch überraschte. Tatsächlich waren mehrere Gruppen auf der "Verwall-Runde" mit teilweise über 30 Teilnehmern unterwegs. Dazu kommen noch viele Mountain-biker, da die Hütten alle gut mit dem Mountainbike - mit oder ohne E-Antrieb - zu erreichen sind.
Zunächst ging es aber bei heißem Sonnenwetter über den Bruckmannweg, vorbei am Einstieg zum Großen Patteriol zur Neuen Heilbronner Hütte. Dass der Winter in diesem Jahr viel Schnee in die Berge brachte, war noch an den zahlreichen großen Schneefeldern zu sehen. Oft war der Weg und die Markierungen noch unter dickem Schnee verborgen. War der Schnee anfangs noch sehr trittfest und gut zu begehen, so weichte er in der Sonne bei sehr warmen Temperaturen auf, was das Gehen erschwerte. Das Schmelzwasser füllte die Wasserläufe, das Queren der Bäche wurde jedesmal zum Risiko und setzte die Wiesen teilweise als Sumpf unter Wasser. Brunos Navi leitete uns aber bei Zweifeln über die richtige Wegführung sicher ans Ziel.

Leider verschlechterte sich nun die Wetterprognose, unser "Wetterorakel Bergfex" kündigte für nachmittags Gewitter an. Vorbei war das erwartete konstante Schönwetterhoch. Am 2020 m hohen Muttenjoch zeigte sich im Westen bereits eine hohe geschlossene dunkle Wolkenschicht. Das Gewitter zog heran und wir brachen unsere Tour ab, die eigentlich über die Gipfel von Vertineskopf und Vertinespleiskopf führen sollte und stiegen weglos durch das Schönverwallochsental zur Konstanzer Hütte ab. Eine gute Stunde später öffnete der Himmel seine Schleusen und es regnete sehr stark.

Wir genossen das schützende Dach der Hütte, auch wenn ein wenig Wehmut herrschte, dass wir unser Erkundungstour abbrechen mussten. Wir wären noch lange in dem Gewitterregen im exponierten Gelände unterwegs gewesen, Sicherheit geht eben vor.

Am Sonntag warteten wir bis gegen 10.00 h auf trockenes Wetter. Der Regen hörte auf und das "Wetterorakel" versprach 3 - 4 Stunden keinen Regen, danach wieder Gewitter.
So machten wir uns auf den Weg zum Gstanzjoch (2573 m), der über Wald, Wiesen und zum Schluss über Schnee nur steil nach oben führte. Während der Vesperpause zeigte sich plötzlich eine schwarze Wolkenwand im Westen. Wir begannen sofort abzusteigen, doch das heftige Gewitter mit all den üblichen "Freundlichkeiten" wie Starkregen, heftiger Wind, Blitz und Donner über uns, holte uns 15 Minuten vor der schützenden Hütte ein. Patschnass wechselten wir die Kleidung, füllten wie viele andere Wanderer auch den Trockenraum mit den nassen Kleidern und gönnten uns Kaffee und Kuchen.

Auch für unseren letzten Tag war nur vormittags eine kurze Regenpause angesagt. Nach einigem Hin und Her entschlossen wir uns dann doch, direkt nach St. Anton abzusteigen und nicht über die Darmstädter Hütte zu gehen. Das wäre wohl eine heftige 6 - 8 Stunden Tour im starken Regen geworden.
Um 08.30 h hörte der Regen auf, wir machten uns auf den Weg ins Tal. Das Wetter besserte sich von Schritt zu Schritt und wir zweifelten an unserer Entscheidung, abzusteigen. Kurz vor St. Anton zogen plötzlich dunkle Wolken auf und bestätigten unseren Entschluss. Über den drohenden Regen freuten wir uns nicht, aber es war genugtuend zu sehen, dass das "Wetterorakel" - leider - recht hatte. Am Auto angekommen, begann es zu regnen, wir hatten es gerade noch geschafft. Dann öffnete der Himmel wieder voll seine Schleusen und dichter Nebel umhüllten die Berge.

Bereits am frühen Nachmittag sind wir wieder gut zu Hause angekommen. Neben schönen und harmonischen Tagen in den Verwallbergen haben wir auch wertvolle Erkenntnisse für die weiteren Planungen unserer Partnerschaftstour mit wieder rund 45 Personen in 2020 gewonnen und mit den Hüttenpächtern erste Absprachen persönlich treffen können.

Dieser frühe Zeitpunkt erwies sich als sehr wichtig, da die meisten Hütten im Juli eines jeden Jahres feste Absprachen mit Bergschulen haben, die dort ihre Kurse oder Touren anbieten. Wir werden auch versuchen, unsere Partnerschaftstour nur noch an einem Sonntag zu beginnen, um das stark frequentierte Wochenende zu meiden.

Bruno Kohl/Christoph Senger


Klettersteige für  Fortgeschrittene
Klettersteige für  Fortgeschrittene
Klettersteige für  Fortgeschrittene

Klettersteige für Fortgeschrittene

 

Wankspitz, Geierwand, Ostrachtaler

Am dritten Juliwochenende ging es zum kleinen Ort Arzkasten am Fernpass um unsere Klettersteigtour zu starten. Ziel war an diesem Samstag die Wankspitze über den Wankspitz-Klettersteig. Eine wunderschön angelegte Klettersteiganlage, die es allerdings erstmal zu erreichen galt.

Der Zustieg zum Steig mit 2,5 Std. ist eher lang, dafür bietet sich aber ein wunderschönes Panorama auf die Bergwelt, das wir bei herrlichem Sonnenschein in vollen Zügen genießen konnten. Der Steig selber ist eine schöne, abwechslungs-reiche Felskletterei in den Schwierigkeiten bis maximal „C“. Höhepunkt der Tour ist neben dem Gipfel der Wankspitze mit 2.209 Hm eine durch den örtlichen Kletterclub gebaute Sitzbank auf einer kleinen sehr luftigen Felsnadel. Insgesamt nahm der erste Tag nach sechs Stunden Wander-/ Klettersteigtour bei schönstem Bergwetter sein Ende in Ötz wo wir übernachtet haben.

Leider hat sich dann das Wetter am Abend dermaßen verschlechtert (Gewitter mit Starkregen bis Sonntagmorgen), dass wir unser Vorhaben – den Geierwandklettersteig bei Haiming – abbrechen mussten. Begleitet von viel Regen sind wir dann durchs Lechtal und Tannheimertal nach Oberjoch ins Oberallgäu gefahren, wo es tatsächlich aktuell keinen Niederschlag gab. In Oberjoch am Parkplatz gleich das Klettersteigset angelegt, sind wir dann zum Einstieg des neuen Ostrachtaler Klettersteigs gegangen. Und siehe da: Der Wettergott hatte es gut mit uns gemeint. So kam es, dass wir an der Südwand des Klettersteigs doch noch kräftig ins Schwitzen kamen.

Aber nach einer kurzen Gesamtzeit von ca. 2,0 Std. war auch dies geschafft und alle Teilnehmer waren froh, dass wir uns nochmal „austoben“ konnten. Ein kurzer, aber sehr schöner Klettersteig in der Schwierigkeit B/C war bezwungen. Gestärkt mit Kaffee und Kuchen (oder Suppe) ging es dann an die Heimfahrt und ein schönes und lustiges Klettersteigwochenende ging leider viel zu schnell wieder zu Ende. Fazit: Gelungenes Wochenende, das „hungrig“ auf weitere Klettersteige gemacht hat. :)


Adamello,Tour der Partnerstädte 2019
Adamello,Tour der Partnerstädte 2019
Immer wieder mussten auch nicht enden wollende Blockfelder durchklettert werden.
Adamello,Tour der Partnerstädte 2019
Es mussten noch zahlreiche Altschneefelder,
welche teilweise sehr steil waren, begangen werden.
Adamello,Tour der Partnerstädte 2019

Adamello

 

Tour der Partnerstädte 2019

Mitte Juli machten sich vierzehn Sektionsmitglieder zur mittlerweile zwölften „Tour der Partnerstädte“ auf den Weg nach Italien, um mit den Freunden aus Pforzheims Partnerstädten Vicenza (Italien) und Gernika (Baskenland) eine gemeinsame Bergtour durch die Adamello-Gruppe zu unternehmen. Die Organisation, die jährlich nach dem Rotations-prinzip wechselt, lag dieses Mal bei den italienischen Freunden. Zum ersten Mal fand die Tour unter einer gemeinsamen Fahne statt, welche nach einer Idee von Bruno Kohl gefertigt wurde (siehe Gruppenbild), und welche den europäischen Grundgedanken mit durch Europas Gebirge tragen soll. Von den drei gefertigten Exemplaren wurde jeweils eine den Freunden aus den Partnerstädten überreicht.

So traf man sich nahe dem Örtchen Daone zu einem ersten gemeinsamen Abendessen, bevor es sehr früh am nächsten Morgen richtig los ging.

Vom Lago di Malga Bissina (1800 m) ging es hinauf auf den Passo di Forcel Rosso (2603 m), welcher auf der anderen Seite sehr steil wieder abfällt. Hier musste über das erste und definitiv steilste Altschneefeld der gesamten Tour ab-gestiegen werden, wobei Seil, Pickel und Steigeisen benötigt wurden. Ein paar hundert Höhenmeter tiefer wartete bereits das Rifugio Città di Lissone (2020 m) auf die Gruppe, die hier ihr erstes Nachtlager aufschlug.
Der nächste Tag begann mit einem kaum spürbaren Aufstieg durch ein wunderschönes Hochtal entlang eines Baches. Als dann aber der eigentliche Aufstieg zum Passo di Poia (2775 m) begann, war dieser von Anfang an sehr steil. Es mussten auch lange Blockfelder durchklettert werden – ein Umstand, der die Gruppe noch des Öfteren begleiten würde. Wieder steiler Abstieg zum Rifugio Prudenzini (2235 m). Eine wirklich sehr spartanische Hütte – weit weg vom Standard, den man etwa von DAV-Hütten kennt. Am nächsten Morgen war Geduld angesagt. Es hatte über Nacht zu regnen begonnen und man beschloss, mit dem Abmarsch noch etwas zu warten, da Wetterbesserung angekündigt war. So schaffte man es dann einigermaßen trocken auf den Passo Miller (2858 m). Auch hier immer wieder Blockgelände, und im Abstieg – wie bei allen Übergängen bedingt durch die Nordausrichtung – viele, teils steile Schneefelder.

In der Talsohle angekommen, konnten sich die Wanderer am Rifugio Gnutti (2166 m) noch etwas stärken, bevor der letzte kleine Schlussanstieg zum Tagesziel, dem Rifugio Baitone (2281 m) zu bewältigen war.
Die vorletzte Etappe führte gleich über zwei Übergänge. Zuerst über den Passo Premassone (2847 m), dessen Abstieg zunächst sehr luftig über Plattengelände, teilweise mit Eisentritten und Eisenketten ausgestattet, dann wieder durch altbekanntes Blockgelände zu einem Stausee führte. Danach mussten noch einmal 300 Höhen-meter steil aufgestiegen werden, um über eine Scharte wieder hinunter zum Rifugio Garibaldi (2548 m) zu gelangen. Eine schöne Hütte direkt unter dem Monte Adamello, ebenfalls an einem Stausee gelegen.

Am letzten Tourtag ging es über einfache Wege, vorbei an weiteren Stauseen, 1400 Höhenmeter hinab nach Temú. Dort wartete eine Einkehr auf die müden, aber glücklichen Wanderer, bevor es dann per Reisebus zum Passo Tonale in ein für „Bergler“ doch recht feudal anmutendes Hotel für eine letzte Übernachtung ging.

Am Heimreisetag ging es für alle noch geschlossen an den schönen Gardasee nach Torbole. In einem Restaurant direkt am Seestrand gab es ein gemein-sames Abschiedsessen, wobei auch die obligatorischen Abschieds- und Dankesreden gehalten, sowie üblich kleine Gastgeschenke ausgetauscht wurden. Danach hieß es Abschied nehmen, und alle begaben sich auf die Heimreise.
Vielen Dank, liebe Freunde aus Vicenza, für diese schöne Tour! Im nächsten Jahr obliegt die Organisation wieder dem deutschen Team. Dann wird es wohl ein glückliches Wiedersehen der drei Nationen bei einer hoffentlich gelungenen Tour im Verwall geben. Text+Foto: Wolfgang Milisterfer


Geburtstagsparty auf der Pforzheimer Hütte
Geburtstagsparty auf der Pforzheimer Hütte
Geburtstagstour im Sellrain

Geburtstagstour im Sellrain und Geburtstagsparty auf der Pforzheimer Hütte“

 

Wer hätte das gedacht, als sich am 09. Mai 1869 eine kleine Gruppe von deutschen und österreichischen Bergsteigern im Gasthaus „Zur blauen Traube“ in München trafen, um den Deutschen Alpenverein als „bildungsbürgerlicher Bergsteigerverein” zu gründen, was für eine Bewegung Sie damit in Gang gesetzt haben. 1.290 Millionen Mitglieder im DAV, ca. 573.000 Mitglieder im OeAV und weitere Mitglieder in den alpinen Bewegungen der Schweiz (SAC, CAS), in Frankreich (CAF, FFCAM) in Italien (CAI) in Slowenien (PZS) und in Südtirol (AVS) kommen noch dazu. Insgesamt sind es heute rund 60 Vereine und Vereinigungen, die den Alpinismus pflegen.

Allem voran stand das Ziel: Mit Tourismus den Menschen im Hochgebirge einen weiteren Wirtschaftszweig zur Verbesserung ihrer Lebenslage zu bringen. Dies ist wohl gelungen.

Auch unser Arbeitsgebiet, das Gleirschtal in den Sellrainer Bergen/Stubaier Alpen mit unserem hochalpinen Stützpunkt der Pforzheimer Hütte, ist ein kleiner Teil dieser Bewegung. Um an dem runden Geburtstag sowohl alpinistisch als auch kulinarisch teilzunehmen, wurde den Sektions-mitgliedern vom 20.06. bis 23.06.2019 eine Bergfahrt angeboten und das Hüttenteam um Florian und Sonja steuerte eine Party auf der Hütte bei. Zur Bergfahrt mit Start im Lüsenstal haben sich sieben Bergfreunde/innen angemeldet und zahlreiche weitere Mitglieder kamen auf der Hütte dazu.

Mutig gingen wir den Aufstieg zum Westfalenhaus an. Der Sommerweg war wegen Murrenabgängen nicht begehbar, aber der Winteraufstieg war eine Alternative. Mit gewohnter, großer Herzlichkeit hat uns Rinaldo und sein Team auf dem Berghaus der Sektion Münster empfangen.

Am zweiten Tag ging es über die komplett mit Schnee und Firn bedeckte Zischgenscharte (2.911 m). Ein mühevoller Aufstieg mit Steigeisen und Pickel. Nach ca. 2,5 Std. waren wir oben und der Abstieg hinunter zum Rest des Zischgenferners war danach fast ein Spaziergang. Bald lagen die großen Schneefelder hinter uns und der Weg durch das naturbelassene hintere Gleirschtal ist einfach nur schön. Nach Querung einiger Wild-bäche, die viel Wasser führten, kamen wir auf der Pforzheimer Hütte an.

Es ist immer wieder eine Wohltat,  nasse Kleidung und Schuhe in den Trockenraum zu hängen und das warme Wasser in den Waschräumen und Duschen zu genießen.
Sonja und Flo verwöhnten uns mit Speisen aus der Tiroler Küche. Unser Berghaus braucht sich, nach der Renovierung der Zimmer und Lager und der energetischen, wie wassertechnischen Erneuerung, im Reigen der alpinen Berghütten nicht zu verstecken.

Am dritten Tag stand eine Bergfahrt zur Haidenspitze (2.975 m) im Mittelpunkt. Leider konnte der Gipfel auf Grund der Schneelage nicht erreicht werden.
Zurück in der Hütte ging die Party richtig los. Hansjörg Mader (Vater von Flo), hatte ab 5 Uhr morgens den Grill aufgebaut und mit einem Ferkel bestückt. Am Nachmittag spielten zwei Tiroler Musiker zum Tanz auf und brachten die rund 50 Gäste in Stimmung. Ab 19 Uhr wurde dann das wunderbar gegrillte Schwein in der Hütte zerlegt. Ein schönes Salatbuffet rundete das Abendessen ab.
Nach dem Frühstück am Sonntag war es Zeit Abschied vom Hüttenteam zu nehmen und den Weg zum Satteljoch (2.730 m) anzutreten. Im Aufstieg landeten wir, kurz vor dem Joch im Schnee. Über Hochweiden und Almwiesen ging es hinunter ins Lüsenstal nach Praxmar. Eine zünftige Einkehr im Alpengasthof Praxmar rundete unsere Geburtstagtour ab.

Es ist immer wieder ein schönes Erlebnis, im stillen Sellrain unterwegs zu sein. Frei von den heutigen Auswüchsen des Tourismus mit großen Seilbahnen und öden Skigebieten im Sommer, die der Natur deutliche Narben zufügen. Die Täler des Sellrains, Fotscher-, Lüsens- Gleirsch- und Krasperstal sind das beste Beispiel, wie es möglich ist, ein wirtschaftliches Auskommen zu erzielen, ohne dabei so groß zu werden, dass man mit „Fremdkräften“ bewirtschaften muss.
Daher werden wir immer wieder mit großer Freude weitere Touren im Winter und im Sommer im Gebiet unserer Pforzheimer Hütte unternehmen.

Euer Bruno KohlDAV-Bergwanderleiter mit Zusatzqualifikation Schneeschuhbergsteigen


Ortler
Ortler

Der Ortler

 

Arbeitsteam Pforzheimer Hütte steigt König auf´s weiße Haupt

Unserem rührigen Hüttenreferenten und stellvertr. Vorsitzenden Bruno Kohl hilft ein engagiertes Arbeitsteam seit mehreren Jahren bei den umfangreichen Renovierungs- und Sanierungsarbeiten auf unserer Pforzheimer Hütte.
Als Dank für die fleißigen ehrenamtlich tätigen Helfer wurde nach einer Helfertour im Jahr 2017 nun dieses Jahr vom 31.7.- 5.8.19 eine Hochtour "Rund um Sulden" mit Besteigung des 3905 m hohen Ortler von der Gruppe Bergsteigen angeboten. Teilgenommen haben unser Wegewart Thomas Thomsen, Michael und Joachim Becker sowie Christoph Senger.
Zunächst wurde nach der sechsstündigen Fahrt nach Sulden über das Zaytal zur Düsseldorfer Hütte aufgestiegen. Am nächsten Tag stieg die Gruppe über die teilweise versicherte "Reinstadler-Route" des NW-Grates zum Hohen Angulus (3520 m) auf. Da der Weg über die Angulusscharte-Laaser Ferner zum Rosimtal nicht mehr begangen werden sollte, wurde über das Zaytal wieder nach Sulden gelaufen und mit der Seilbahn auf die Schaubach-hütte gefahren. Die Schlafräume der Hütte sind neu renoviert und boten uns für die nächsten zwei Nächte beste Schlafverhältnisse. Leider kippte das Wetter und es regnete am nächsten Tag bis 10.00 h sehr stark.
Die Tour zum Cevedale (3770 m) musste entfallen. Ebenso die alternativ angedachte Besteigung der Königsspitze, was aber wegen des Rückganges des Firns und der sich daraus ergebenden großen Steinschlaggefahr nicht möglich gewesen wäre. Über den neu angelegten Gletscherweg ging es am nächsten Tag bei wolkigem Wetter dicht am Fuß der Königsspitze-Nordwand vorbei zur Hintergrathütte und der Aufstieg über den Hintergrat zum Ortler wurde inspiziert. Die Hütte war an diesem Samstag brechend voll und es musste in zwei Schichten gegessen werden.
Um 03.30 h gab es Frühstück und um 03.50 h erfolgte der Aufbruch zum Hintergrat. Etwa 30 Bergsteiger machten sich auf den Weg zum Ortlergipfel. Mit Beginn der Dämmerung wurde nach dem steilen Schotterzustieg dann der Felsgrat erreicht. Die Felspassagen erforderten sorgfältiges Sichern und so kam es immer wieder zu längeren Wartezeiten an den Kletterstellen. Doch Dank des optimalen Sonnenwetters wurde das mit Geduld ertragen. Um 12.00 h wurde bei blauem Himmel, Sonne und kaum Wind der Gipfel erreicht. Eine Rundsicht bis zum Horizont war der Lohn. Über den Normalweg wurde zur Payerhütte abgestiegen. Der Rückgang des Ortlerferners brachte gegenüber früheren Verhältnissen einige Erschwernisse.
So musste nicht nur an einer sehr steilen Blankeisflanke unterhalb der Biwackschachtel sondern auch mehrfach an dem abgewetzten und glatten Fels des Tabarettagrates abgeseilt werden. Auch hier kam es durch den "Bergsteigerstau" an den Abseilstellen zu Wartezeiten von rund 90 Minuten, die aber bei Sonnenschein und Beobachtung der anderen Seilschaften bei ihren Abseilaktivitäten erträglich waren.
Gegen 18.00 h, also nach insgesamt 14 Tourenstunden wurde die Payerhütte erreicht und der Durst mit hopfenhaltigen Getränken gelöscht. Ein ausgezeichnetes Abendessen, das aufgrund der vollen Hütte auch in zwei Raten erfolgte, rundete diesen anstrengenden und uns allen begeisternden Tag ab.
Am Montag stiegen wir nach sehr schönen und harmonischen Tagen wieder nach Sulden ab und fuhren zufrieden nach Hause, nicht ohne zuvor am Fernpass rund 30 Minuten aufgrund der Blockabfertigung im Stau gefangen zu sein.  

Text: CS


24h Wanderung 2019
24h Wanderung 2019
24h Wanderung 2019

Siebte 24 Stundenwanderung als Herausforderung bei Regen und Schnee – Heimatraum umwandert

 

In diesem Jahr stand die 24 Stundenwanderung nicht unter einem besonders guten Stern. Beim Start regnete es in Strömen und im Verlauf der Wanderung erlebten die 181 Wanderer aus der Region und weit über die Region hinaus in Zavelstein auch richtiges Schneewetter. Entsprechend gezeichnet, kamen 150 Wanderer am nächsten Tag pünktlich um die Mittagszeit wieder beim Ausgangspunkt  nach 76 zurückgelegten Kilometern mit rund 1649 An – und 1649 Abstiegen bei den Eisenbahnfreunden im Weißensteiner Bahnhof an. Um die siebte Wanderung dieser Art, die die Sektion Pforzheim im Deutschen Alpenverein, der Schwarzwaldverein und in Kooperation mit Unterstützung der Wirtschafts – und Stadtmarketing Pforzheim zu einem Event der besonderen Art zu machen, war ein gewaltiges ehrenamtlich getragenes logistisches Engagement nötig. Begleitfahrzeuge sorgten für entsprechend mitgeführte Ersatzkleidung sowie für ausreichende Getränke an den Pausenstellen, für Apfel – und Fruchtschorle, Obst und Müsliriegel, dass der Blutzucker immer im grünen Bereich bleiben konnte. So sorgten auch 1400 Flaschen Mineralwasser, dass jeder genügend zu trinken hatte.

Vier Stunden Pausen waren eingerechnet. Ob im Wanderheim in Zavelstein, beim Schützenverband in Oberlengenhardt oder bei Sportverein in Salmbach. Überall hatten eifrige Helferinnen und Helfer auch zu ungewöhnlichen Zeiten für eine entsprechende Verpflegung gesorgt. Die Veranstaltung selbst hat inzwischen viele Freunde gefunden, die sich immer wieder einbringen, um das Umfeld um Pforzheim und dem Enzkreis zu außergewöhnlichen Zeiten zu erleben. In diesem Jahr wanderte auch der Erste Bürgermeister von Baden –Baden Alexander Uhlig mit. Er ist nach wie vor Mitglied  bei der Sektion Pforzheim.


Die Strecke führte über Salmbach, Schömberg, Oberreichenbach, Bad – Teinach- Zavelstein, Calw, Bad – Liebenzell und Hohenwart zurück nach Dillweißenstein. Mancher Teilnehmer kam da dann humpelnd an, war aber begeistert von der Naturerfahrung, die man sonst selten so ausgeprägt erfahren kann. Einmal musste auch der Krankenwagen vor Ort geholt werden, da ein Teilnehmer eine Kreislaufschwäche bekam. Ansonsten gab es keine größeren Probleme, da es auch möglich war, die Tour jederzeit abzubrechen. Trotz der Wettkapriolen hielten 150 Teilnehmer durch und viele freuen sich auf die nächste Rundtour im kommenden Jahr.

Das Alter des Teilnehmerfeldes bewegte sich zwischen sechs und achtzig Jahre. Der Vorsitzende der Sektion Pforzheim schickte die Teilnehmer zunächst bei Regen auf die Tour und Empfing diese wieder am Sonntag bei Sonnenschein. 

Wie in jedem Jahr wartete vor dem Bahnhof in Weißenstein bereits das Duo Erwin Haller und Manfred Strobel, die die Wanderer mit Musik zum Bahnhof begleiteten und danach bei Grillwurst und Getränken mit flotten Weisen im Saal des Bahnhofes Wanderer und Gäste erfreute. Rolf Constantin bedankte sich dabei bei den Organisatoren und besonders bei Bruno Kohl von der Sektion Pforzheim und bei Inge Rebuschat vom Schwarzwaldverein, die dieses Wanderopening auch in diesem Jahr auf den Weg brachten und mit großem Engagement vorbereiten. Daneben bei den vielen Helfern, die sich auf unterschiedliche Weise einbrachten sowie bei den Hausherren, den Weißensteiner Eisenbahnfreunden, die für die entsprechende Stärkung sorgten. Die achtjährige Franziska war dann die Glücksfee beim Ziehen der Preise. Neben Gutscheinen unterschiedlicher Art waren auch Übernachtung und Verpflegung für zwei Personen auf dem Pforzheimer Berghaus sowie als Hauptpreis eine Ballonfahrt im Los- Topf.
co

 

Eckdaten zur 24h-Wanderung 2019:
Anmeldungen: 181 Teilnehmer
Nicht an den Start gekommen sind: 21 Teilnehmer (ungewöhnlich Hoch)
Starter am Bahnhof Dillweißenstein: 160 Teilnehmer
Ausgestiegen auf der Strecke:  12 Teilnehmer
Am Ziel angekommen: 148 Teilnehmer
Gesamte Laufstrecke ist: 76,4 km
Laufzeit: 18h 28 Min.
Anstieg: 2.042 m
Abstieg: 2.062 m
Durchschnittliches Tempo: 4,1 km/h
Jüngste Teilnehmerin: 6 Jahre
Ältester Teilnehmerin: 79 Jahre


150- jähriges Jubiläum
150- jähriges Jubiläum

Vielfältige Aktionen der Sektion Pforzheim zum 150- jährigen Jubiläum des Deutschen Alpenvereins

 

Auftaktveranstaltung mit einem spannenden Filmabend „Die Magie der Berge„ im kommunalen Kino

In diesem Jahr kann der deutsche Alpenverein mit seinen knapp 1,3 Millionen Mitgliedern sein 150 –jähriges Jubiläum begehen. Aus diesem Anlass plant auch die Sektion Pforzheim, die in diesem Jahr die Zahl von 4000 Mitgliedern erreicht, eine Reihe von Aktionen, die teilweise auch in das DAV Programm eingebunden sind. Am 18. Mai führt eine Fahrt zum Alpinen Museum nach München zur Ausstellung „Die Berge und wir. 150 Jahre Alpenverein“.
Daneben gibt es ein tolles Jubiläumsbuch in dem auch die Sektion Pforzheim sich verewigt hat. Dort sind die schönsten Wanderungen und Bergtouren in den Mittelgebirgen in Deutschland und den Ostalpen zusammengefasst. Bei der Tour 78 geht es von St. Sigmund im Sellraintal über die Pforzheimer Hütte ins Lüsensertal. Dazu bietet die Sektion Pforzheim drei Termine am Freitag, 28. Juni, am Samstag 29. Juni und am Sonntag 30. Juni über die Lampsenspitze vom Sellraintal ins Lüsenstal an. Anmeldungen bis 31. Mai über die Homepage www.alpenverein-pforzheim.de unter Kurse und Touren zu tätigen.
Daneben eine Sellrainer Hüttenrunde zur Geburtstagsparty 150 Jahre Alpenverein auf der Pforzheimer Hütte. Geplant sind drei interessante und schöne Etappen von Donnerstag 20. Juni bis Sonntag, 23. Juni über die genannte e Mail. Am 22. Juni ist dann eine große Geburtstagsfeier auf der Pforzheimer Hütte mit Tiroler Spezialitäten und Tiroler Musik. Das Hüttenteam um Sonja und Florian kocht ausschließlich nach der traditionellen Tiroler Küche. Ein kühles Getränk und ein frisch gebrühter Kaffee mit Topfen – oder Apfelstrudel lassen dabei die Anstrengungen des Aufstiegs von St. Sigmund aus rasch vergessen. Am Abend wird das Hüttenteam ein zünftiges Geburtstagsmenu servieren und nach dem Abendessen bringen zwei Tiroler Musiker die Besucher in Geburtstagsstimmung. Eine rechtzeitige Reservierung ist über www.alpenverinaktiv.com ist erforderlich.

Zum Herbstfest am Samstag, 26.Oktober um 18 Uhr im Walter Witzenmann Haus wird dann Lukas Ruetz, der durch hervorragende Aufnahmen aus dem Arbeitsgebiet der Sektion, in einem bunten Streifzug durch die Sellrainer Berge einen Abend gestalten. Daneben laufen in diesem Jahr auch entsprechende Bergfilme mit einer Auswahl aus 100 Jahre Filmgeschichte. Noch ist auch Winterbetrieb auf dem Pforzheimer Berghaus mit seinen 70 unterschiedlichen Schlafstätten. Kontakte lassen sich über pforzheimerhuette@alpenverein-pforzheim.de herstellen.

Den Anfang der Aktionen zum 150 – jährigen Jubiläum macht am Freitag, 29. März um 19 Uhr im Kommunalen Kino der Film „This Mountain Life – Die Magie der Berge„. Die durch die Berglandschaft hervorgerufene Begeisterung ist universell – und doch wagen sich die meisten Einheimischen in einem Gebiet, das zu 75 Prozent aus Bergen besteht, nur selten in die wahre Wildnis. Trotzdem gibt es Menschen für die die Anziehungskraft der Berge so stark ist, dass sie ihr ganzes Leben danach ausrichten. Nach langer Vorbereitung brechen Martina und ihre 60 Jahre alte Mutter Tania auf eine sechsmonatige Reise auf über 2300 Kilometer auf. Von Squamish, British Columbia nach Alaska durch die erbarmungslose Wildnis der Berge. Es gibt weitere Menschen in dem Film, die ihre Leidenschaft für das Leben in den Bergen teilen. Eine Gruppe von Nonnen, die ein Kloster in den Bergen bewohnen, um Gott näher zu sein; ein Fotograf, der unter einer Schneelawine begraben ist; ein leidenschaftlicher Alpinist; ein hochkonzentriert arbeitender Schneekünstler und ein Paar, das seit 50 Jahren vom Versorgungsnetz abgekoppelt, in den Weiten der Berge lebt. Was bewegt diese Leute dazu, Komfort, Familie und eigene Sicherheit für ein Leben in den Bergen zu opfern? Bei diesem atemberaubenden 77 Minuten dauernden Film ist auch der Regisseur Grant Baldwin anwesend. 

co
Foto: Winter und Sommerfoto vom Berghaus- Pächterpaar Florian Mader und Sonja Prepstl