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Berichte aus der Sektion


Eine runde Sache


Gelatis on Tour
Beginnen kann man den Bericht mit: „11 kleine Gelatis wollten gehn auf Tour, doch leider kam ein Virus vorbei, da waren‘s nur noch sechs…“. So traurig der Reim und das Versmaß, so traurig auch die Tatsache, dass Corona einigen einen Strich durch die geplante Hochtour machte.

Aber sechs vom Virus unbeeindruckte Gelatis machten sich auf den Weg in die Schweiz, um die noch vorhandene Gletscherwelt rund um Arolla zu genießen. Doch von Genuss war am ersten Tag nicht so viel zu spüren. Man mag es nicht glauben, aber es gibt ihn doch noch: den Regen…! Regensicher eingemummt und gut beschirmt (wenigstens ein heller Fleck im dunklen Grau…) machten wir uns gegen Mittag auf den Weg zur Hütte Cabane des Dix, die auf 2928m Höhe oberhalb des Dixence- Stausees am Cheillon-Gletscher liegt. Anfangs noch bester Laune, nach fünf Stunden Dauerregen und nicht enden wollender Wegführung (rauf und runter und wieder rauf und nochmal um die Hütte rum statt direkt dahin…), war die Stimmung vor allem bei den Männern, die dann doch eher für Direktheit sind, nicht mehr ganz so entspannt. Aber der freundliche Empfang auf der Hütte, trockene Kleidung und vor allem Dank dem „Waren Steiner“ besserte sich die Stimmung rasch wieder. Aufgewärmt und satt ging es nach dem doch recht langen Tag schon deutlich vor der Hüttenruhezeit ins Bett, um für den nächsten Tag fit zu sein.

Da der Hüttenwirt uns für den nächsten Tag eine deutliche Wetterbesserung versprach, freuten wir uns am Morgen auf die Tour zum Gipfel La Luette auf 3548 Metern. Es wurde uns auch eine Traumsicht bis hin zum Mont Blanc und zum Matterhorn versprochen… Nun gut, die Wetterbesserung sah so aus, dass es zumindest nicht mehr regnete – ein deutlicher Fortschritt zum vergangenen Tag. Unser Gipfel lag noch im Nebel verhüllt, die Sicht aber immerhin so gut, dass wir uns gegenseitig erkannten und ohne Kompass den Zustieg zum Gletscher fanden. Am Gletscher übernahm Markus Poleposition am Seil und führte uns sicher und souverän um die tiefsten und breitesten Gletscherspalten herum, so dass wir gegen Mittag den Gipfel erreichten. Was wurde uns heute Morgen nochmal versprochen?! Eine Traumsicht! Nun gut, wie gesagt, wir konnten uns gegenseitig erkennen und die Traumsicht bestand darin, dass wir in unsere eigenen strahlenden Gesichter schauten! Um die Tour abzurunden gingen wir wieder auf den Gletscher zurück, querten diesen und stiegen über einen langen Grat wieder zur Hütte ab. Diese wunderschöne und geniale Rundtour endete überraschender Weise bei Sonnenschein, keiner hatte mehr daran geglaubt.

Am dritten Tag hieß es Abschied nehmen von der Hütte. Und was erwartete uns?! Strahlender Sonnenschein! Da vor allem die Männer den Rückweg nicht mehr so gehen wollten wie den Aufstieg, erwartete uns heute noch eine kurze Gletscherbegehung. Abstieg von der Hütte zur Gletscherzunge des Glacier de Cheillon, über einen noch gefrorenen Gletscherbach, über Geröll und Schutt und schließlich über Blockgelände zu den Leitern des Col de Chevres. Und endlich: Oben auf dem Col de Chevres ein freier Blick zum Matterhorn – ach, was will man mehr?! Das runde I-Tüpfelchen des Wochenendes!
Der Blick vom Col des Chevres ermöglichte uns rückblickend eine Gesamtsicht über unsere gemachte Gletschertour und vorausblickend eine grandiose Sicht unter anderem auf den Pigne d‘ Arolla und den Mont Collon. Endlich war sie da, die versprochene Rundumsicht!

Ein Abschlussbier an einer Hütte am Wegesrand rundetet ein erfolgreiches Wochenende ab!

Ich denke ich spreche im Namen aller, wenn wir Markus ein dickes Dankeschön für die geplante und souverän durchgeführte Hochtour aussprechen! Vielen Dank an alle für dieses schöne Wochenende! Astrid Utz


Großglockner Top of Austria


Angeführt von Jörg Tanneberger starteten am 15.07.2022 um 03:30 Uhr fünf unterschiedliche, topmotivierte Charaktere zu ihrer Erstbesteigung des Großglockners (3.798 m).
Nach 6 Stunden entspannter Autofahrt begann der Fußmarsch über den sogenannten „Normalweg“ am Lucknerhaus bei Kals in Osttirol. Von hier aus ging es durch das malerische Ködnitztal über die Lucknerhütte zur Stüdlhütte. Anschließend folgte die Überquerung des Gletschers ‚Ködnitzkees‘. Die letzten Höhenmeter am ersten Tag haben wir im Klettersteig bis zur Erzherzog-Johann-Hütte gemeistert.

Der nächste Tag begann um 5 Uhr mit dem Frühstück auf der Hütte. Anschließend starteten wir zusammen mit den vielen Gipfel-Aspiranten Richtung Großglockner. Nachdem wir das ‚Eisleitl‘ hinter uns gebracht hatten, ging es über das „Sattele“ (einer Scharte) ausgesetzt auf Grate bis zum Kleinglockner (3.770 m). Über die Glocknerscharte erreichten wir wenige Meter weiter den Gipfel des Großglockners und hatte diesen wenige Minuten lang gar für uns alleine.
Zurück zur Hütte ließen wir den Tag gemütlich ausklingen. Am dritten Tag folgte der Abstieg von der ‚Adlersruhe‘ über den Mürztalersteig zurück zum Parkplatz am Lucknerhaus.

Die Rückfahrt erwies sich ebenso entspannt wie die Hinfahrt und so kamen wir gegen 18 Uhr mit vielen tollen Eindrücken gesund zuhause wieder an.

Rudi Wolff

PS: Übrigens... der Koch der Stüdlhütte sucht eine Frau, also wer sich angesprochen fühlt ;-)


Allgäu-Cross mit dem MTB


Lust auf Transalp-Feeling aber nur ein Wochenende Zeit? Diese Frage haben wir, mein Mann Harry und ich, uns gestellt und sind nach kurzer Internetrecherche auf den Allgäu-Cross gestoßen. Dieser hört sich mit folgenden Daten doch ganz spannend an:

Etappe 1:
Am Freitag, den 29. Juli geht es Mittags um halb eins los mit dem Auto und unseren zwei Bikes im Gepäck nach Immenstadt. Unsere Anfahrt ist durch den Ferienbeginn in BW leider geprägt durch etliche Staus sodass wir erst um 16 Uhr am Wanderparkplatz ankommen. Ui, das wird sportlich, der Hüttenwirt des Schwabenhauses hatte extra geschrieben, dass es um 18:30 Uhr Abendessen gibt und die Wetterapp sagt auf 17:30 Uhr Regen an. Ob wir das wohl schaffen? Die heutige Etappe führt uns die ersten 10 km noch recht human über das Gunzesrieder Tal hinein in die schöne Allgäuer Bergwelt bis es einem dann auf das Rangiswanger Horn steil und knackig den Puls nach oben treibt.

Prompt hat die Wetterapp Recht, es fängt an Bindfäden zu regnen und an den ersten Almen geht der asphaltierte Weg über in groben Schotter der sich letztendlich nur schiebenderweise zurücklegen lässt. Ein Blick auf die Uhr verrät, dass das mit der Ankunft um 18:30 Uhr nichts wird und wir dank fehlendem Mobilfunknetz auch nicht unsere verspätete Ankunft melden können. Auf dem Weiherkopf angekommen gibt es für uns leider auch nicht die gepriesene Aussicht über die Allgäuer Bergwelt sonder nur den Blick auf die Liftanlage und der Rest versinkt in den Wolken. Nun noch schnell der Endspurt bis zum Berghaus Schwaben und hoffen dass der Hüttenwirt ein Herz für komplett durchnässte Biker hat und uns doch noch Essen serviert.

So soll es denn auch sein, und nach schnellem Umziehen in trockene Kleidung sitzen wir in der gemütlichen Stube und essen lecker Käßspatzen mit Salat und zum Nachtisch Quarkstrudel. Nach einem schönen Feierabendbierchen fallen wir müde ins Bett und hoffen dass die nassen Klamotten wenigstens etwas trocken werden über Nacht.

Etappe 2:
Nach einer erholsamen Nacht und einem wunderbaren Frühstücksbuffet können wir tatsächlich in einigermaßen trockene Klamotten schlüpfen. Voller Tatendrang, die Bikes scharren schon mit den Reifen, stellen wir fest, dass einer dieser über Nacht seine Luft verloren hat. Also erst mal das Werkzeug ausgepackt und den Schlauch gewechselt. Jetzt aber zackig los, denn heute wird’s anstrengend mit knapp 55 km, über 1.800 hm und dem „gefürchteten“ Schrofenpass am Ende der Etappe. Erst geht es in gefühlt stetigem Auf- und Ab über Rohrmoos bis nach Riezlem. Auch die Untergründe sind in stetigem Wechsel, mal schöne Trails, dann über Almwiesen, Schotter und Asphalt. Ab Riezlern folgt wieder eine längere Auffahrt zur Alpe Schrattenwang unterhalb des Söllereck, die wir für eine schöne Mittagsrast nutzen. Bei leckerer Käßknödelsuppe legen wir eine Verschnaufpause ein und genießen den herrlichem Blick Richtung Oberstdorf.

Weiter geht’s ins Rappenalptal welches wir bis zur „Schwarzen Hütte“ auf angenehmem Asphalt hinaufstrampeln. Dort angekommen gibt’s zur Stärkung noch einen Käsekuchen und Holunder-Limo mit Blick auf unser Tageshighlight, den Schrofenpass. Kurz nach der Hütte wird’s richtig knackig und trotz Asphalt beginnen wir zu schieben und uns über den Käsekuchen zu ärgern, der uns wie ein Wackerstein quer im Magen liegt und unterstützt wird durch die Limo. Naja, hilft ja alles nix und wir schieben tapfer weiter bis es dann mit angenehmer Steigung aber recht ausgesetzt auf einem alpinen Pfad Richtung Pass geht. Die haarigsten Stellen sind mit Metallleitern und Stahlseilen versichert und man wird auf einem Schild ermahnt das Fahrrad auf jeden Fall links zu tragen und sich rechts am Stahlseil festzuhalten.

Wir bleiben immer mal wieder stehen und genießen den schönen Ausblick. Auf dem Pass angekommen fängt es schlagartig heftig an zu regnen und vermasselt uns die Trailabfahrt nach Lechleiten. Somit schieben wir abwärts durch Matsch und über glitschige Steine und radeln dann ab Lechleiten auf Asphalt zu unserem Etappenziel Pension „Haus Anita“ in Warth.

Etappe 3:
Nach einem ausgiebigen Frühstück machen wir uns auf zur heutigen „Fleißetappe“, bei dieser müssen nochmals 85 km und 1.580 hm zurückgelegt werden. Als Gegengewicht haben wir jedoch auch 2.300 Tiefenmeter die die 85 km etwas relativieren.

Los geht’s wieder in stetigem Auf und Ab welches letztendlich über den Salobersattel führt. Von diesem gibt es eine kurze aber schöne Trailabfahrt zu den Liftanlagen und von dort aus geht’s rasant auf Asphalt bis Schröcken und weiter auf der Straße bis nach Schoppenau. Hier macht man mal ganz flott etliche Kilometer. Vor der längeren Auffahrt auf den Stockbergsattel kehren wir noch ein und gönnen uns ein „Seniorenschnitzel“ um Überfütterung wie im gestrigen Fall zu vermeiden.

Auch ohne Überfütterung ist die Auffahrt anstrengend und wir genießen umso mehr die Abfahrt Richtung Schönenbach und die Weiterfahrt durch das Rohrmoostal wo wir in Rohrmoos unsere gestrige Durchfahrtsstelle kreuzen. Die Tour ist nämlich als 8 ausgelegt. Wir kehren in die Alpe Schattwald ein, gönnen uns ein Stück Kuchen und machen uns danach an den Endspurt über Fischen und den Iller-Radweg zurück nach Immenstadt. Ziemlich kaputt, jedoch glücklich und zufrieden machen wir uns wieder auf den Heimweg und sind uns einig: „Des war richtig schee!“

 

Transalp light
Start- und Endpunkt:
Immenstadt im Allgäu

Dauer: 2,5 Tage
Also perfekt für ein WE mit Start Freitag Mittags
Gesamtstrecke: 150 km
Aufstieg: 4.500 hm
Abstieg: 4.500 hm
Höchster Punkt: 1.793 m
Tiefster Punkt: 716 m


Partnertour Guernica, Vicenza und Pforzheim


Bergsteiger und Bergwanderer aus den Partnerstädten Guernica, Vicenza und Pforzheim wandern in diesem Jahr im Verwall. Aus Bergkameraden wurden Bergfreunde.

2004 hatte das Friedensmuseum Guernica – Lumo begonnen eine Friedenswanderung von Pforzheim nach Guernica – Lumo vorzubereiten. Der Leiter des Friedensinstituts, Michael Kasper, warb bei einem Besuch in Pforzheim bei Vereinen, Schulen und Institutionen für diesen gemeinsamen Weg des Friedens. Bei der Umsetzung der Idee stieß das Vorhaben 2005 bei den Professoren und Studierenden der Hochschule und bei Mitgliedern der Sektion Pforzheim im Alpenverein auf großes Interesse. Abwechselnd machten sich vom 23. Februar, Zerstörung Pforzheims, bis zum 26. April 2005, Bombardierungstag in Guernica – Lumo, Wanderer in gemischten Kleingruppen auf den Weg die 2100 Kilometer quer durch Europa zurückzulegen. Dabei fehlte auch nicht ein Abstecher nach Gürs mit einer Friedensbotschaft.

60 Etappen mit Übernachtungen in kleinen Jugendherbergen durch Frankreich, Turnhallen und selbst in einem Kloster waren notwendig, um das Ziel zu erreichen. Oft half die Gebärdensprache untereinander weiter. Rund 200 Menschen wanderten die letzte Etappe mit. Darunter auch der damalige Bürgermeister Gerd Hager und der Verleger Albert Kiefer – Esslinger. Beim Erreichen der Stadt standen Kindergarten – und Schulkinder mit Fähnchen am Straßenrand und ein Feuerwerk begrüßte die Wanderer. Der Rathausplatz reichte nicht aus, um alle Menschen zu fassen. Leider konnte der Ideengeber das nicht mehr miterleben, da er an einer heimtückischen Krankheit verstorben war.

Auf dem gemeinsamen Weg reifte in Bilbao der Gedanke das Miteinander zu vertiefen und so fand die erste Bergfahrt 2006 zwischen dem Goi-Zale Mendi taldea in Guernica auf den 4061 Meter hohen Gran Paradiso statt. Als 2007 sich die Bergfreunde von Vicenza vom Club Alpino Italiano Sezione di Vicenza anboten, sich der Aktion anzuschließen, ging es bei der Tour 2007 zum Paternkofel und rund um die Drei Zinnen. Nach diesem Zeitpunkt war das Dreierteam bis zur Pandemie jährlich gemeinsam unterwegs. Jedes Jahr führte eine andere Sektion in ihre heimatliche Bergwelt. Hauptorganisator war und ist stets der stellvertretende Vorsitzende der Sektion Pforzheim Bruno Kohl. Inzwischen steht die 14. gemeinsame Bergfahrt an. Sie sind ein Beispiel gelebter Partnerschaft. Manche Touren, wie durch die Pyrenäen, die mit ihren Bergpässen mit endlosen Auf – und Abstiegen verbunden war, bei Sturm und Gewittergüssen mit Hütten, die mit unseren in den Alpen meist nicht zu vergleichen waren, verlangten Durchhaltevermögen zumal dann, wenn die Steige gesucht und Gewässer zu queren waren. Die einprägsame Natur, kaum Bergwanderer, die Vielfalt an Pflanzen und das gemeinsame Miteinander half dabei über die Strapazen hinweg und beim ersten Bier schwand stets die Anstrengung. Inzwischen trägt man auch dem Alter Rechnung und bietet, wie in diesem Jahr wieder, A und B Touren an. So geht es vom 9. Juli bis 16. Juli durch das Verwall rund um die Heilbronner Hütte auf die Berge. 27 Bergfreunde aus den drei Partnerstädten machen sich dabei gemeinsam auf den Weg. Bei den einzelnen Touren waren bis zu 45 Bergsteiger unterwegs. 2015 machte sich eine kleine Gruppe von San Sebastian nach Guernica auf den Weg und 2025 soll es beim 20– jährigen Jubiläum entsprechende Touren nach Pforzheim und Guernica geben. Untereinander freuen sich alle nach der Pause durch die Pandemie sich wieder zu sehen und auch bei neuen Gesichtern findet sich schnell der Funke, der das Miteinander verbindet.

Hinweis: 2023 geht es vom 15.07. bis 22.07. über Bilbao, Gernika in die Pyrenäen.

Rolf Constantin


Adula Überschreitung

 

Anfahrt 5 Stunden über A8, Pfändertunnel, Chur zum Stausee Zerfraila. Am besten kostenfrei parken am Restaurant. Von dort machten sich Theresia, Alex, Thomas, Steffen, Jörg und Jörg auf den ziemlich eben und abwechslungsreich dahinziehenden, circa 1,5 Stunden dauernden Weg zur Läntahütte. Der morgige Gipfel stets vor Augen ließ nichts Gutes ahnen, denn der Gletscher hatte sich schon früh im Jahr radikal zurückgezogen. Auf der kleinen urigen Läntahütte wurden wir 1a kulinarisch versorgt. Das Team stellte sich persönlich vor und referierte über die Philosophie einer nachhaltigen Hüttegastronomie und den regionalen Zutaten. Das Ergebnis: ein leckeres und liebevoll mit allerlei Blumen verziertes Essen. Wir waren alle ganz hin und weg… .

Am nächsten Morgen bei Dämmerung rief allerdings wieder der Bergsteigerernst. Die Ansicht auf den Einstieg und den nicht mehr vorhandenen Läntagletscher mit dem hinterlassenen Blockwerk war zunächst furchteinflößend. Wo sollten wir dadurch kommen. Aber… den Worten des Hüttenwirtes und unserem Instinkt folgend fanden wir ein Felsband auf dem der Aufstieg recht problemlos und sogar frei begangen werden konnte. Mit einigen Kraxeleinlagen max. 2. Schwierigkeitsgrad ging’s bis zum Eis. Eher links haltenend, steil bis zum Adula Joch, konnten Gletscherspalten weitest gehend vermieden werden. Seil und Gepäckdepot und weiter zum Gipfelgrad. Diesem folgend ohne klettern bis zum Gipfel. Tolles Wetter, Wahnsinns Aussicht nach Süden bis zur Disgrazia und Badile. Zurück zum Depot und auf zum Nordgrad.

Hier wurde, schon fast traditionell, die Caipi Bar von Jörg Stähle eröffnet. Wieder stilecht mit Blechbecher, Papierröhrchen und originellen hochwertigen Zutaten! Das hebt die Stimmung einer bis dahin doch recht anstrengenden Tour. Aber… da wussten wir noch nicht was noch auf uns wartete. Spaßiges kraxeln über Nordgrad, dann ging’s rechts steil ab ins Hinterrheintal wo sich der Pfad auch teilweise verlor. Eine klare Botschaft, hier herrscht Einsamkeit und Ruhe in einer tollen Landschaft. So wollten wir das? Ja schon… aber bis zur Zapporthütte zog sich der Weg für den ein oder anderen ermüdend lange ;-)

Auch diese Hütte ist eine kleine, nette, sehr urige Hütte. Am nächsten Morgen ging’s recht steil, auf Tau befeuchtetem Gras, übers Clubtäli zur Canallücka und einem Abstecher aufs Salahorn zurück ins Tal zum Ausgangspunkt dem Restaurant Zerfraila, ca. 5 Stunden.

Kuchen, Kaffee, Ende, Aus!

Tolle, fordernde, abwechslungsreiche 12 Stunden Tour, in einer wunderschönen, ursprünglichen, nicht überlaufenen Landschaft.


Vom Himmel hoch da komm ich her...


Mit viel Lust auf die Berge sind einige Mitglieder der Familiengruppe am 01. Juli 2022 zu einem Wochenende auf der Schwarzenberghütte aufgebrochen. Trotz viel Verkehr und einigen Staus haben wir es – dank des Wanderbusses und unserer radfahrender Männer – rechtzeitig zum Abendessen geschafft, die Hütte zu erreichen. Die Käsespätzle gaben uns Energie, uns der Planung des kommenden Tages zu widmen und den Abend in geselliger Runde ausklingen zu lassen.

Am Samstag ging es nach dem Frühstück bei bestem Wetter gemeinsam von der Hütte aus ein steiles, anstrengendes Stück den Berg hoch zum Engeratsgundsee und von dort weiter über Stock und Stein zum Laufbichelsee. Dort teilte sich die Gruppe.
Der größere Teil begann direkt den Anstieg zum östlichen Eingang des Bad Hindelanger Klettersteigs. Nach einem kurzen Stopp am Einstieg, um die Ausrüstung anzulegen und noch etwas Energie zu tanken, begann die Kraxelei über die Bergkette. Größtenteils gesichert, allerdings auch mit ungesicherten Passagen, über einen sehr schmalen Weg an dessen Seiten es mehrere Meter steil bergab ging. Nach den kraftzehrenden Kletterpassagen traten wir am 3. Notausstieg der Abstieg über ein Geröllfeld an. Nach dem letzten ca. 6 km langen Fußmarsch kamen wir um 20 Uhr an der Hütte wieder an und freuten uns über ein reichhaltiges Abendessen inkl. Kaiserschmarrn.
Der kleinere Teil der Gruppe machte noch eine kleine Pause am Laufbichlsee und sah den anderen beim Aufstieg zum Klettersteig zu. Nachdem auch wir uns entsprechend erholt hatten, traten wir den gleichen Aufstieg an, um dann aber nicht in den Klettersteig einzusteigen sondern auf der anderen Seite zum Großen Daumen zu wandern. Nach einem weiteren Anstieg erreichten wir das Gipfelkreuz und genossen die phantastische Aussicht in alle Himmelsrichtungen. Nach einer längeren Mittagspause und vielen Fotos machten wir uns wieder auf den Rückweg zur Schwarzenberghütte. Natürlich verpassten wir dabei nicht die Gelegenheit, unsere Füße zwischendurch im Engeratsgundsee, etwas abzukühlen. Danach fiel der Abstieg schon leichter und wir kamen noch rechtzeitig zum Kaffee auf der Hütte an. Den restlichen Tag genossen wir die Sonne und die Ruhe auf der Hütte und warteten auf den anderen Teil unserer Gruppe.

Am Sonntag machten wir uns nach dem Frühstück an den Abstieg, wobei wir auch hier wieder den Wanderbus nutzten, um uns aus dem Tal bringen zu lassen. Unsere zwei tapferen Radfahrer genossen die Abfahrt und machten gar noch einen kleinen Abstecher zum Hirschbachtobel.
Gemeinsam unternahmen wir noch eine kleine Wanderung zum Alprosenköpfle, um uns anschließend, nach einem Einkauf in der Käserei, zu trennen. Ein Teil der Gruppe hat sich noch ein Mittagessen an der Ostrach gegönnt und der andere Teil ist zur Abkühlung ins Naturbad Hindelang. So konnten wir dann schließlich alle einigermaßen erfrischt den Heimweg nach Pforzheim antreten.

Julius und Diana Wolff 


Klettersteigwochenende Comer See


Bei herrlichstem Sommerwetter waren wir „4 Jungs“ vom 15.-19. Juni am Comer See in Lecco. Das Ziel: „Klettersteige“. In der bekannten Unterkunft bei „Lele“ war es schnell wieder einfach nur Urlaub und das trotz der ganzen Anstrengungen bei sommerlichen Temperaturen.

Gleich am ersten Tag nach dem Splügenpass haben wir unsere Fahrt kurz für einen Klettersteig in Ciavenna unterbrochen. Okay, die Unterbrechung für die Via Ferrata Pietro Biasini nahm doch dreieinhalb Stunden in Anspruch.

Weiter ging es am nächsten Tag mit der Via Ferrata del 30° Trentennale und freitags mit der Ferrata Pizzo d‘ Erna oder auch bekannt als „Gamma I“.
Den Abschluss am Samstag machte die Ferrata Attr. Mario Minonzio, am Piani di Bobbio mit der für die Gegend klassischen „Kettensicherung“ statt Drahtseilen am Klettersteig. Leider war hier ein geplanter zweiter Klettersteig aufgrund eines Felssturzes gesperrt.

Alles in allem eine herrliche Klettersteigausfahrt bei fast zu heißen Temperaturen.

Fazit: In der Gegend waren wir bestimmt nicht das letzte Mal und für echte „Ferratistis“ absolut zu empfehlen :)


Umhausen im Ötztal hat viel zu bieten


...Stuibenfall, Wanderouten, Klettersteig, Badesee und Ötzidorf sorgen für Abwechslung.

Der Stuibenfall mit seinen 159 Metern Fallhöhe ist durch eine neue Wegführung über eine Hängebrücke ein einmaliges Erlebnis. Mit dieser Wegführung in entsprechender Stahlkonstruktion lässt sich das Naturschauspiel mit seinem tosenden Brausen und dem Wasserdampf hautnah verfolgen. Der Sprühnebel enthält dabei eine hohe Anzahl von gesundheitsfördernden Ionen, die reinigen und entzündungshemmend sein sollen. Daneben lässt sich unter kundiger Anleitung am Wasserfall Klettern. 3000 Jahre sorgt inzwischen der Horlachbach, der durch das Horlachtal von der Schweinfurter Hütte nach Niederthai fließt, für dieses grandiose Erlebnis. Daneben bietet Umhausen bei einem Gang durch das „Ötzi-Dorf“ oder den Greifvogelpark neben dem Badesee viele Möglichkeiten für Ruhe und Erholung.
Ausgangspunkt für Hochgebirgstouren ist das Wanderdorf Niederthai auf 1550 Metern Höhe. Seit Jahrzehnten ist Niederthai im März und in diesem Jahr im Juni der Ausgangspunkt mit meinem Schwager Karl die Schweinfurter Hütte anzusteuern. Da der Waldweg wegen Holzarbeiten gesperrt war, wanderten wir erstmals auf der Sonnenseite bis zur Larstigalm. Dort endet dann leider bereits dieser Weg. Die Wiesen, vor allem die Naturwiesen, boten ein buntes Bild von Alpenpflanzen, die Schmetterlinge aller Art anlockten. Auch eine schön gestaltete Hubertuskapelle mit entsprechenden Sitzplatzmöglichkeiten für eine Jause fehlte nicht, lädt zu einem Halt ein. Die Kapelle erinnert an Hubertus, der 655 aus fränkischem Adel geboren, Hausmeier im Frankenland war und später als Pfalzgraf sich dem weltlichen Getriebe hingab. An einem Karfreitag, ging er trotz Warnung seiner frommen Gemahlin, mit einem großen Gefolge zur Jagd und war hinter einem stattlichen Hirsch her. Als er den Bolzen abdrücken wollte, blieb das Tier stehen und mitten in seinem Geweih erschien ein goldenes Kreuz. Hubertus erbebte, flehte Gott um Erbarmen an und zog sich in die stille Waldeinsamkeit zurück. Später war er dann Bischof in Belgien und starb 727 in der Nähe von Brüssel. Gedenktafeln in der Kapelle erinnern daran. Schade, dass der Weg danach wieder ins Tal führt und es entlang am Horlachbach hinauf zur Schweinfurter Hütte geht. Doch hier blühten dann die großblumigen blauen Enziane. Vereinzelt gab es auch die weißen Alpenanemonen und Schlüsselblumen und am Rande der Schneefelder das kleine Alpenglöckchen sowie die ersten Blüten der Alpenrosen.

Auf der Schweinfurter Hütte entsorgte der Hüttenwirt, nach entsprechender Überprüfung, die Rodeln, die im Winter eine tolle Fahrt fast bis Niederthai ermöglichen. Ansonsten herrschte noch einsame Ruhe und die wenigen Wanderer, die wir antrafen, waren dann auch alle sehr gesprächsfreudig.
Von Kühtai aus lohnt es sich gerade in der Zeit im Juni über die Finstertaler Scharte die Schweinfurter Hütte anzusteuern.

Durch den Südhang ist der Abstieg durch die flächendeckende blühenden Alpengewächse für jeden Blumenfreund ein Erlebnis. Von der Schweinfurter Hütte aus führt dann der Weg über das Gleirschjoch zur Pforzheimer Hütte. Auch das Zwieselbachtal bis hoch zum Breiten Grieskogel ist eine empfehlenswerte Tour, die dann zur Winnebachseehütte und hinunter nach Gries im Sulztal führt. Von Niederthai aus ist auch der Grastalersee auf 2533 Metern ein lohnendes Ziel.
Zurück nach Niederthai lohnt sich auf alle Fälle ein Halt bei den Stuibenfällen und das Aufsuchen des Ötzidorfes. In diesem archäologischen Freizeitpark lässt sich die Geschichte bis in die graue Vorzeit verfolgen und gibt auch einen Einblick wie die Menschen zur Zeit Ötzis wohnten und wie diese ihren Alltag gestalteten.

Wer den Anfängen der Besiedlung im Ötztal nachspüren will, muss sich nach Farst begeben. Der Ort sitzt, wie ein Adlerhorst, über dem Ötztal und zählt zu den ältesten Ansiedlungen des Tales. Die Erstbesiedelung erfolgte im 13 Jahrhundert. Mit dem Auto geht es nur per Taxi. Ansonsten ist der Ort je nach Witterung ein schweißtreibendes und in Serpentinen sich hochwindender Weg. In 60 Minuten hat man es von Umhausen 1036 Meter auf 1506 Meter Höhe aber geschafft. Der Blick von oben ist fantastisch und die Jausenstation-Wirtin macht, nach Aussagen der Besucher, den besten Kaiserschmarrn im Ötztal.
Wir konnten immer bei tollem Wetter starten, erlebten aber auch heftige gewittrige Regenfälle, die uns völlig durchnässten. Durch dieses wechselnde Wolkenspiel lässt sich aber die Natur in allen Facetten erleben.

Rolf Constantin


Fahrplan für echten Klimaschutz


Bis 2030 ist der DAV klimaneutral – by fair means. Das bedeutet: Es kommt nicht nur aufs Ziel an, sondern auch auf den Weg und die Hilfsmittel. Wir erklären, welchen Weg der DAV beim Klimaschutz einschlägt.
Nach der Selbstverpflichtung zum Klimaschutz auf der Jubiläums- Hauptversammlung 2019 arbeiteten zwei Projektgruppen an einer übergeordneten Klimaschutzstrategie und einem detaillierten Klimaschutzkonzept. Beide Papiere wurden auf der Hauptversammlung im Oktober 2021 in Friedrichshafen mit großer Mehrheit angenommen.

Eckpunkte Klimaschutzstrategie
Alle Aktivitäten des DAV werden geprüft, der Klimaschutz mit hoher Priorität berücksichtigt. Das zentrale Prinzip „Vermeiden vor Reduzieren vor Kompensieren“ soll den CO2-Fußabdruck in den Jahren bis 2030 immer weiter verkleinern.
Die Klimaneutralität bis 2030 soll vorrangig mit Vermeidungs- und Reduktionsmaßnahmen erreicht werden, Kompensation erst danach erfolgen.
Das Klimaschutzkonzept beschreibt wesentlich das Vorgehen im Verband und die „Werkzeuge“, mit deren Einsatz in den nächsten Jahren möglichst viele Emissionen in den Gliederungen des DAV (Bundesverband, regionale Gliederungen wie Landes- /Bergsportfachverbände, Sektionentage, Sektionen) vermieden oder reduziert werden sollen.

Kernelemente Klimaschutzkonzept
Möglichst für 2022 erfassen die DAV-Gliederungen ihren CO2-Ausstoß in einer Emissionsbilanzierung. Das dafür vom Bundesverband zur Verfügung gestellte einheitliche Instrument berücksichtigt die Vorgaben des international anerkannten Greenhouse Gas Protocols. Die gewonnenen Referenzwerte dienen dazu, die Wirksamkeit der Klimaschutzmaßnahmen regelmäßig zu überprüfen. Diese und weitere Bilanzierungen im jährlichen oder zweijährlichen Rhythmus bestimmen auch das jeweilige zweckgebundene Klimaschutzbudget der DAV-Gliederungen.

2023/2024 speisen sich die Klimaschutzbudgets aus dem DAV-internen CO2-Preis von 90 € pro Tonne CO2-Ausstoß. Für 2025/2026 erhöht sich der CO2-Preis auf 140€ pro Tonne, für die Folgejahre wird er von der Hauptversammlung neu festgelegt. Die Klimaschutzbudgets finanzieren Klimaschutzmaßnahmen, um den eigenen CO2-Ausstoß zu verringern und die Emissionen kontinuierlich zu verkleinern. Die Kompensation verbleibender Emissionen über zertifizierte Projekte außerhalb des DAV ist erst ab 2030 vorgesehen.
Der seit 2021 erhobene Klimaeuro (pro Vollmitglied ein Euro) fließt in den verbandsübergreifenden DAV-Klimafonds, der aktuell (Pilot-) Projekte mit Vorbildcharakter innerhalb der Sektionen fördert und auch sektionsübergreifende Maßnahmen wie Beratungsleistungen durch den Bundesverband finanziert. Neue Richtlinien zur Förderung aus dem DAV-Klimafonds wird die Hauptversammlung 2022 beschließen.
Zwischenziele: Bis 2026 reduzieren die DAV-Gliederungen ihre Emissionen im Vergleich zum Basisjahr 2022 um 30 Prozent. Die Hauptversammlung 2023 soll weitere Reduktionsziele für die Jahre 2028 und 2030 festlegen.

Selbstverpflichtungen mit Signalwirkung: Verzicht auf Kurzstreckenflüge unter 1000 Kilometer Luftlinie ab 2022 (Abweichungen nur in zwingenden Ausnahmefällen); hundertprozentige Nutzung von zertifiziertem Ökostrom in allen DAV-Einrichtungen mit Netzanschluss ab 2023.
Ab 2022 werden Klimaschutzkoordinator*innen in den DAV-Gliederungen benannt. Sie sollen die Emissionsbilanzierung koordinieren, Klimaschutzaktivitäten entwickeln und deren Umsetzung unterstützen. Bereits erarbeitete Kataloge von Klimaschutzmaßnahmen für Aktivitäten in den Bereichen Mobilität (z.B. Anreise mit Öffis, Sektions- oder Carsharing-Bussen, Bergbusse), Infrastruktur (z.B. Photovoltaikanlagen auf Kletterhallen/Geschäftsstellen), Verpflegung & Ernährung (z.B. Rezeptesammlung klimafreundliche Gerichte für Hütten und Kletterhallen), Kommunikation und Bildung (z.B. Schulung & Beratung für Sektionen, kontinuierliche Information) sollen die DAV-Gliederungen darin unterstützen, passende Vermeidungs- und Reduktionsmaßnahmen zu identifizieren und umzusetzen.
Das Ziel der Klimaneutralität bis 2030 gilt auch für die DAV Summit Club GmbH. Für das DAV-Tochterunternehmen wird jedoch aufgrund der speziellen Situation als Marktteilnehmer ein eigenständiges Konzept entwickelt.

Die Projektgruppe Klimaschutz wird den Weg zur Klimaneutralität weiter begleiten. Wichtig ist ein möglichst einheitliches Vorgehen in allen Gliederungen des DAV, denn die Anstrengungen für den Klimaschutz können nur gemeinsam gemeistert werden. Der Fahrplan steht, nun heißt es: sich auf den Weg machen und den Klimaschutz engagiert und motiviert anpacken.

Weitere Infos zum Klimaschutz im DAV unter alpenverein.de/wirfuersklima


24 Stundenwanderung als Wanderopening.


Trotz mancher Blessuren wieder sehr gelobt.

Gemeinsam ging es mit 157 angemeldeten Wanderern in 24 Stunden durch den Hagenschieß über den Erzkopf ins Nagoldtal und über Büchenbronn, Birkenfeld, Eutingen, Wurmberg, Pinache, Mühlacker und Enzberg zurück nach Eutingen. Zusammen mit dem Eigenbetrieb Wirtschaft und dem neuen Marketing „Stadt-Land-Enz“ schnürten viele ihre Wanderstiefel und machten sich auf den Weg. Die gesamte Strecke betrug etwas mehr als 78 Kilometer bei 1389 Anstiegen und ebenso viele Abstiege. Die Form der Wanderung entsprach einer Acht um Pforzheim herum.

Der Auftakt beim Turnverein Eutingen war bereits verheißungsvoll, da es gleich Kaffee und Kuchen als Stärkung gab. Auch um Mitternacht beim Anlauf der Turnhalle des Turnvereins fehlte die Stärkung nicht. Da die Witterung mitspielte bei der achten Wandertour waren das gute Voraussetzungen zum Durchhalten. Begleitfahrzeuge waren immer in der Nähe und an den Pausenstellen gab es genügend Getränke wie Mineralwasser, Apfel – und sonstige Fruchtsaftschorle von Teinacher. Auch Obst und Müsliriegel von Feinkost Müssle, EDEKA Wachtler und DM sorgen dafür, dass der Blutzucker immer im grünen Bereich lag. Alle zwei bis drei Stunden gab es eine Verpflegungspause und es war erstaunlich wie viele Menschen auch in der Nacht bereit waren die Wanderer bei den einzelnen Anlaufstationen zu verpflegen. Durch Wälder und Wiesen, über asphaltierte Wege und durch schmale Pfade, führte die Strecke. Die Jüngsten waren dabei im Alter zwischen 18 und 20 Jahren und die ältesten Teilnehmer über 80 Jahre. Die Stimmung war beim Brötzinger Schützenhaus bei Sonnenuntergang prächtig. Alle Teilnehmer waren dankbar, dass die durch die Pandemie unterbrochene 24 Stundenwanderung wieder durchgeführt werden konnte. Neben dem Ersten Bürgermeister aus Baden – Baden, Alexander Uhlig, war auch die Sozialdezernentin vom Landratsamt, Katja Kreeb, unter den Wanderern. Untereinander kamen die Teilnehmer schnell ins Gespräch und wie immer gab es natürlich auch einzelne Trupps, die nicht schnell genug an der nächsten Stärkungsstelle sein konnten.

Alle Wanderer wurden von Wanderführern begleiteten. Von daher ging auch keiner verloren. Für alle ist die Wanderung natürlich immer wieder eine Herausforderung. Neben vielen, die bereits mehrere Wanderungen miterlebt haben, kommen aber auch immer wieder neue Interessenten dazu. Darüber freuen sich Bruno Kohl, der zusammen mit Inge Rebuschat und Ingrid Hoheisen das Wanderopening auf den Weg brachte. Jeder konnte, wenn es ihm zu viel wurde, aussteigen.

Die Natur in ihrem Tagesablauf zu erleben, hinterließ bei vielen Wanderern positive Spuren. Der Marsch war traumhaft und ich bin begeistert sagte die Gesundheitspädagogin Manuela, die erstmals dabei war. Spuren hat die Wanderung aber hinterlassen. So klagten zwei ältere Wanderinnen, dass sie Probleme in den Oberschenkeln hätten und daher erst am nächsten Tag sagen könnten, ob sie im nächsten Jahr wieder mitlaufen. Spaß hatte der Lauf ihnen aber trotzdem gemacht.

Pünktlich um 12.15 Uhr erfolgte der Einmarsch der Gruppe beim Turnverein in Eutingen. Hier hatte das Bewirtungsteam unter Gerhard Tagwerker und Manuela Kirfel mit seinen fleißigen Helferinnen und Helfern Maultaschen mit Kartoffelsalat vorbereit. Auch der Hefezopf fehlte zum Kaffee nicht. Logistisch ist das Unternehmen mit enormem Aufwand verbunden, da es nicht nur gilt die Gruppen sicher über belebte Wege und Straßen zu führen sondern auch für die Verpflegung auf der langen Wanderung Sorge zu tragen. Nachdem alle Befragten, die am Ziel ankamen, sich positiv über Verpflegung, Streckenführung und Organisation äußerten, ist dies für die Organisatoren Motivation auch im nächsten Jahr einen solchen Event zu planen.

Rolf Constantin


Ein Sonntag der seinem Namen alle Ehre macht.


Skitouren Grundkurs-Wochenende

Wie war der Winter 21/22?
Zuerst einmal ganz gut.

Anfang Dezember kam der erste richtig gute Schneefall. Die Grundlage war da. Leider verwöhnten uns die dann folgenden Wochen nicht mehr so sehr mit Schnee.
Nach markantem Tauwetter kam erst mit Dreikönig der Winter zurück. Nicht üppig, aber die Skitourensituation verbesserte sich doch deutlich.
Rechtzeitig vor unserm Skitouren-Grundkurs-Wochenende.

Mit dabei Edith, Robert, Manuel, Philip, Luisa, Udo, Thomas, Alex und Markus. Samstag bei noch wirklich winterlichem Wetter, haben wir dann unsere geplante Skitour gestartet.
Spuranlage im frischen Schnee, analysieren der Schneedecke, Simulation einer Verschüttetensuche…
Dann kam der Sonntag: erst noch trüb, glitzerten doch langsam die Schneekristalle im diffusen Licht.

Und dann kam der Moment, wo man die Wolkendecke durchbricht.
Ich denke jeder kennt das Gefühl und doch ist es immer wieder toll:
Die Sonne durchflutet die Winterlandschaft.
Alles wird freundlich, hell und man schaut auf einen Ozean von Wolken hinab. Leidglich die Berggipfel ragen als Inseln daraus hervor. Gipfel, Freude, gute Laune und wie beim Tourengehen immer, Vorbereitungen für die Abfahrt treffen.
Dann geht’s hinab durchs Gelände. Von der Sonne motiviert fahren wir zum Parkplatz ab.

Ein tolles Wochenende mit einer tollen Truppe.


Mehrseillängen am Battert


Am 9. und 10. April fand der Outdoor-Kletterkurs am Battert durch die DAV Sektion Pforzheim e.V. statt. Die Leitung und konzeptionelle Gestaltung hat erstmals Alexander Jenner übernommen.

1.Tag
Samstagmorgen wurde am Wandfuß das Legen mobiler Sicherungen und der Standplatzbau geübt. Anschließend konnten erste Erfahrungen im Klettern und Abseilen gemacht werden. Zum Abschluss des Tages wurden wir nach der ersten Mehrseillängentour dem „Bismarckgrat Tafelvariante” mit einer schönen Aussicht belohnt.

2.Tag
Sonntagmorgen nach einer methodischen Standplatzbauübung gibt es ein Warmup über die „graue Kante” im Nachstieg und dann wagt sich Robert an seinen ersten Vorstieg in der „grauen Wand”.

Der Durchstieg gelingt ihm im ersten Versuch als Rotpunkt und anschließend baut er eigenständig den Stand. Von dort steigen wir zum Hauptgipfel weiter und seilen erneut mit der alpinen Methode über einen Zwischenstand ab.
Zum Abschluss klettern wir einen traditionellen Klassiker des Battert: den „Blockgrat” und schließen den Tag mit Fragen zum Gebiet, Material sowie kommenden Kursangeboten und einer kleinen Feedbackrunde ab.

Text und Fotos: Alexander Jenner 


Sonne, Schneeschuhe, Berge - da fehlt nur noch Sonjas Mohnkuchen zum vollendeten Glück


Sonnenbrillen auf, noch schnell eincremen und schon starten wir im Februar 2022 mit knirschenden Schneeschuhen im weißen Traum vom Parkplatz im Sellrain zur Pforzheimer Hütte hinauf. Ein Kaiserwetter hatten wir uns ausgesucht für einen letzten Besuch unter der Hüttenregie der jungen Familie Mader.
Pandemiebedingt schrumpfte die von Frank Stähle rundum gut organisierte Tour auf drei Teilnehmerinnen zusammen.

Am zweiten Morgen nahmen wir den Samerschlag in Angriff. Doch auf der Scharte angekommen, erwartete uns ein eiskalter bissiger Wind und eine Gruppe Skitourengeher mit den Worten: „hier ist heute Schluss“. Das hat bei zweien von uns mächtig Eindruck hinterlassen und dem Plan der Gipfelbesteigung ein jähes Ende bereitet. Nach einem gemeinsamen Abstieg der Steilstufe machten sich Astrid und Frank nochmals alleine zum Gipfel auf und standen kurze Zeit später auf dem 2.831 mtr. hohen Gipfel, während Michaela und Jutta neben dem Abstieg mögliche Ziele und Steilheiten der Aufstiegswege für den nächsten Tag inspizierten. Als hätten wir es von langer Hand geplant, trafen wir im Anschluss für die letzten Meter bis zur Sonnenterrasse wieder zusammen, um Kaffee und die leckeren hausgemachten Kuchen (von Sonja diktiertes Rezept zum Nachbacken) miteinander zu genießen.
Nach langer Winterpause, inzwischen ALLE wieder etwas trainierter auf den Sportgeräten, erklommen wir am nächsten Tag die Scharte zum Zwieselsbacher Roßkogel (2.958 mtr.), was uns den Respekt des einen oder anderen Skitourengehers einbrachte, welche in einem Bruchteil der Zeit in großen Schwüngen die erklommen Hänge abfuhren. Gut ausgerüstet mit LVS, Schaufel und Sonde stiegen wir mit gebührendem Abstand zueinander nach der Mittagsrast schnell den inzwischen sulzigen Steilhang hinab.

Den letzten Abend verbrachten wir in kleiner Runde bei bester Bewirtung auf der Hütte, indem über die vier besetzten Tische hinweg ein reger Austausch zwischen den Bergbegeisterten zu möglichen nächsten Zielen stattfand.

Wie immer, eine rundum gelungene Gruppenausfahrt mit schönen gemeinsamen Bergerlebnissen an die wir uns gerne beim Durchsehen der Fotos erinnern werden. Danke an Frank für die gewohnt rundum prima Organisation.

Text: Jutta Bäzner

Bild:
Rezept von Sonjas Mohnkuchen zum Nachbacken


Erster Bürgermeister Dirk Büscher empfing Bergsteiger aus Gernika

 Vor der 14. Partnerschaftstour der drei Bergsportvereine Goizale Mendi Taldea Gernika – Lumo, CAI Sezione di Vicenza und der Sektion Pforzheim im Deutschen Alpenverein ins Verwall, fand im „Goldenen Anker” in Dillweißenstein ein Empfang für die Bergsteigergruppen aus Gernika, und Pforzheim statt. Der erste Bürgermeister Dirk Büscher übernahm die Begrüßung.

Der Vorsitzende der Sektion Pforzheim Rolf Constantin ging dabei auf den Ausgangspunkt, den Friedensmarsch im Jahr 2005 ein, der den Kontakt zwischen den beiden Städten herstellte. Gemeinsam ging es auf die 2100 kilometerlange Strecke zwischen Februar und April 2005 von Pforzheim nach Gernika. Die Wandergruppen wechselten dabei wöchentlich. Eingebunden in den nicht ganz einfachen Marsch waren auch die Studenten und Professoren der Hochschule Pforzheim.

Das Miteinander förderte den Wunsch, sich jährlich zu gemeinsamen Bergtouren zu treffen. Die erste Tour führt dann 2006 auf den Gran Paradiso. 2007 ging es mit den Bergsteigern aus Vicenza rund um die „Drei Zinnen” und ab 2008 mit allen drei Bergsportvereinen zu einer jährlichen Bergtour von einer Woche in die jeweiligen Gebiete der einzelnen Sektionen.

Bürgermeister Dirk Bücher lobte das beispielhafte Miteinander der drei Partnerstädte und ging auf die Flussschiffer des Schwarzwaldes, die Flößerei ein, passend zum Treffpunkt im „Goldenen Anker“. Zurine Miren von den Basken freute sich auf das stete Treffen und lobte dabei den stellvertretenden Vorsitzenden der Sektion Pforzheim Bruno Kohl, der sich stets als Zugmaschine für die Logistik verantwortlich zeichnet.

Miteinander konnten die Teilnehmer an den Bergtouren, die nicht immer einfach waren, die Schönheit der Pyrenäen, Dolomiten und Alpen besser kennenlernen. Auch das Berghaus der Sektion Pforzheim in den Stubaier Alpen war schon Anlaufpunkt der Dreiländerbegegnung.

Als Übersetzerin war Monika Finna gefragt, die unter anderen Städtepartnerschaften auch für die Städtepartnerschaft Gernika und Pforzheim zuständig ist. Zehn Bergsteiger der Sektion Pforzheim, acht aus Gernika und 16 aus Vicenza bewegten sich eine Woche im Bereich der „Neuen Heilbronner Hütte“ und den entsprechenden Bergen mit angepassten Gipfeltouren. Am letzten Tag führte der Weg von der „Neuen Heilbronner Hütte“ zur „Friedrichshafener Hütte” über die Gaisspitze und dem Schafbichljoch.

Alle sind froh, dass es nach der Pandemie nun eine Fortsetzung der Touren gibt. Sprachprobleme lassen sich bei den Touren stets über Englisch oder Gebärdensprache überbrücken und alle wünschen sich, dass es diese Begegnungen noch lange geben wird.

Rolf Constantin


Rolf Constantin erhält Bundesverdienstkreuz


In Anerkennung seines jahrzehntelangen Engagements für die Stadt Pforzheim und insbesondere den Stadtteil Buckenberg-Haidach im Bereich Bildung, Soziales und Kultur wurde Rolf Constantin am Montag, 27. Juni, von Oberbürgermeister Peter Boch, stellvertretend für Ministerpräsident Winfried Kretschmann, das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht.
„Rolf Constantins Engagement für Pforzheim geht weit über die Stadtgrenzen hinaus. Seine Tätigkeitsfelder reichen von der Kommunalpolitik und dem Einsatz für den Stadtteil Buckenberg-Haidach über die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen bis hin zum Aufbau wertvoller internationaler Beziehungen“, hebt Oberbürgermeister Boch hervor. Zahlreiche Vereins- und Organisationsgründungen seien Constantins Werk. Das mache ihn zu einer festen Institution in Pforzheim. „Es freut mich, dass dieses überwältigende Engagement nun geehrt wurde und ich das Bundesverdienstkreuz an Herrn Constantin überreichen durfte.“
Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland wird an in- und ausländische Frauen und Männer für besondere Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland verliehen, zum Beispiel für Leistungen im sozialen, karitativen, politischen und mitmenschlichen Bereich. Es handelt sich dabei um die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht.
 
Über Rolf Constantin
Über 22 Jahre lang gehörte Rolf Constantin ununterbrochen dem Gemeinderat der Stadt Pforzheim an. Währenddessen war er Mitglied und Stellvertreter in zahlreichen Gremien und Ausschüssen wie dem Kulturausschuss und dem Schul- und Bildungsausschuss. Mehr als 19 Jahre war Constantin der erste ehrenamtliche Stellvertreter des Oberbürgermeisters. Als solcher repräsentierte er die Stadt auf zahlreichen Veranstaltungen und Reisen. Er ist Gründer und Vizepräsident der Deutsch-Griechischen-Gesellschaft Pforzheim/Enzkreis e.V. sowie und Gründungsmitglied und Präsident der Deutsch-Kroatischen Gesellschaft Pforzheim-Enzkreis e.V.. Als Mitglied des Deutschen Alpenvereins Sektion Pforzheim, dem er schon über 60 Jahre lang angehört, war Constantin an der Organisation einer Friedenswanderung von Pforzheim nach Gernika im Jahr 2005 beteiligt. Damit setzte er sich für eine friedliche europäische Gemeinschaft ein und trug wesentlich zum Erfolg der städtepartnerschaftlichen Beziehungen der Stadt Pforzheim bei.

Als einer seiner ersten Einwohner ist Constantin themenübergreifend Fürsprecher des Stadtteils Buckenberg-Haidach. 1972 war er bei der Gründung des Bürgervereins Buckenberg-Haidach e.V. beteiligt, dessen Mitglied er bis heute ist und der viele positive Veränderungen im Stadtteil bewirkt hat. Auch als langjähriges Mitglied im Trägerverein Bürgerhaus Buckenberg-Haidach, als Unterstützer des Sportvereins FSV Buckenberg und aktives Mitglied in der Pfarrgemeinde St. Elisabeth trug Constantin zur positiven Entwicklung des Stadtteils bei. Constantin liegen vor allem Kinder und Jugendliche am Herzen. Deshalb ist er nicht nur Mitglied im Caritasverband, sondern fungiert dort auch als Berater z.B. für die Heim- und Schulleitung des früheren Jugendwohnheims „Bernhardushaus“. Mehrmals förderte er die Eröffnung von Jugendtreffs und Jugendzentren. Er gehörte außerdem zu den Mitinitiatoren der „Vernetzten Jugendarbeit“, die bis heute wesentlich zur Bewältigung sozialer Probleme beiträgt.


„Fels und Eis“ schließt


Pforzheimer Bergsteigerszene geht ein wichtiger Anlaufpunkt verloren
 
Es ist eine traurige Nachricht für die Pforzheimer Bergsteiger und Kletterer: Ende Mai schließt der Ausrüster „Fels und Eis“ in der Nordstadt (Ebersteinstraße 16). Am 2. April startet Inhaber Stefan Förschler den Abverkauf. Auch die Alpenvereinssektion Pforzheim verliert damit einen wichtigen Partner und langjährigen Sponsor. DAV-Schriftführer Sven Bernhagen hat sich mit Stefan „Stips“ Förschler über seine Beweggründe, den Alpenverein und die Zukunft unterhalten.
 
Nach 37 Jahren machst du den Laden dicht – warum?
Die letzten beiden Jahre waren wegen der Corona-Einschränkungen echt schwierig. Ich müsste jetzt meine Lager wieder füllen, aber manche Hersteller haben massive Lieferschwierigkeiten. Das war ein Grund. Aber ausschlaggebend war, dass Emilie mich gefragt hat, ob ich im „Steil“ mit einsteigen will. Da freue ich mich drauf, weil ich damit die Familie unterstützen und wieder ein bisschen mehr im Team arbeiten kann.
Deine Tochter betreibt seit gut zwei Jahren zusammen mit ihrem Freund Julius Westphal die Boulderhalle in Karlsruhe – jetzt gehst du also auch steil: Was wird dein Job dort sein?
Ich werde mich dann um die Verwaltung kümmern, um den Einkauf, ums Personal… Und vielleicht darf ich auch mal was schrauben! (lacht)
Mal was Neues mit 59 Jahren…
Ja, neulich im „Steil“ hat sich einer den ganzen Trubel angeschaut und meinte dann zu mir: „Na, mit 60 willst du das doch auch nicht mehr machen…“ Und ich so: „Doch…“ (lacht)
Aber das „Fels und Eis“ nach so langer Zeit aufzugeben, fällt sicher auch nicht leicht…
Nein, da habe ich lange mit mir gerungen. Vor allem wegen der Kunden. Da haben sich im Laufe der Zeit schon viele persönliche Beziehungen entwickelt. Ich wusste eigentlich immer, wer wo unterwegs war und wie die Verhältnisse so in den Bergen sind. Und was Ausrüstung angeht, ist schon ein großer Beratungsbedarf da. Ich hoffe, das können die anderen Outdooranbieter in Pforzheim – der Elsässer oder der Schrey – ein bisschen auffangen. Ansonsten heißt es weit fahren bis zum Kolb nach Kuppenheim oder ins Basislager nach Karlsruhe.
Der Laden war ja auch immer Informationsdrehscheibe, wenn’s um Tourentipps oder Lawinen- und Wetterverhältnisse ging…
(lacht) Ja, ich erinnere mich noch gut daran, wie früher Fitz Kast noch wöchentlich in den Laden kam, um sich sein Update abzuholen, was so geht bei den Pforzheimer Bergsteigern.
Auch der Alpenvereinssektion Pforzheim, der du ja eng verbunden bist, geht ein wichtiger Partner verloren. „Fels und Eis“ hatte immer Anzeigen in den Sektionsnachrichten, hat beispielsweise die Sektionsjugend mit T-Shirts unterstützt oder dem Verein ordentliche Rabatte bei der Anschaffung von Material eingeräumt…
Stimmt, das war schon eine enge Partnerschaft. In der Sektion bin ich ja inzwischen auch schon seit 55 Jahren Mitglied. Ich war lange in der Sportklettergruppe, meine Frau Anja hat lang die Familiengruppe gleitet. Die Kinder Luis und Emilie sind sportlich in der Sektion groß geworden und klettern heute in der Weltspitze. Das verbindet auf jeden Fall.
Zwei Monate haben die Pforzheimer Kletterer und Alpinisten jetzt noch, um sich fachkundig von dir beraten zu lassen und sich mit Material einzudecken.
Genau. Der Laden wird komplett geräumt, da gibt’s dann ordentlich Rabatte. Schlafsäcke, Rucksäcke, Jacken, Handschuhe, sonstige Klamotten, Seile, Sicherungsmaterial, Helme, Kletterschuhe, Wanderstiefel, Bergführer – alles muss raus. Und wenn jemand noch Spezialausrüstung braucht, kann ich auch noch bestellen. Das kriegen wir hin, dass alle mit Top-Ausrüstung in den kommenden Bergsommer starten können.
Vielen Dank für das Interview und alles Gute für deine Zukunft!
www.felsundeis.com
www.boulderhalle-steil.com
 
Bild: Als Kletterer und Alpinist kennt sich Stefan Förschler in Fels und Eis bestens  aus. Im „Fels und Eis“ gibt er sein Know-How gerne an die Kunden weiter – aber leider nur noch bis Ende Mai. Foto: Bernhagen


Nachbarschaftshilfe für den AKB, Arbeitskreis Battert ;-)


Auch unsere Sektion beteiligt sich jährlich mit einer kleinen finanziellen Umlage beim AKB, um die Natur- und Felspflege vor Ort zu unterstützen. Über unsere Naturschutzbeauftragte Barbara Schwager kam die Anfrage zustande, ob es möglich wäre, ein Hakenziehgerät an Hand eines Fotos nachzubauen, um die bundesweit angestrebte Hakensanierung in den Sportklettergebieten etwas zu erleichtern.

Nach einer Videokonferenz mit dem AKB wurde David Rapp mein Ansprechpartner und so machte ich mich an die Arbeit. Relativ zügig habe ich das Material beisammengehabt und die Bildvorlage in etwa nachgebaut. Für den AKB fielen lediglich die Kosten für den Hydraulikzylinder und die Handpumpe an, sodass finanziell nicht allzuviel zu stemmen war. Das Gerät hat seine Tauglichkeit unter Beweis gestellt, wie die Bilder ja zeigen, auch wenn die Anwendung am Fels durch den gegebenen Hakensitz nicht überall möglich ist... eine Arbeitserleichterung ist es allemal!
Thomas Thomsen


Skitour Enzklösterle


Ja, auch im Nordschwarzwald können durchaus lohnende Skitouren unternommen werden

Es ist keine Houte Route dafür Heimat nah und auch landschaftlich allemal attraktiv. Voraussetzung ist allerdings Schnee, der in unseren Breitengraden leider selten ist. Für einen Materialtest vor einer großen Tour oder um einfach wieder in Übung zu kommen, ist das Arial rund um den Hirschkopf ideal.

Die Genussskitourler gehen gemütlich den Skihang hoch bis sie etwa in halber Höhe links in den Ziehweg abbiegen und bis zur Berghütte aufsteigen. Die Abfahrt über die Piste macht Laune und eine kurze Einkehr in der Hirschkopfhütte rundet den Skitag ab.

Aber auch die sportlich ambitionierten Geher kommen auf ihre Kosten. Bei einem Aufstieg vom Parkplatz bis zur Hütte legt man etwa 250 Hm zurück. 4-5 mal aufgefellt und schon ist eine sportliche Skitour zusammen. Dabei können die Aufstiege und Abfahrten variiert werden. Beim Aufstieg über den alten steilen Skihang können sogar Spitzkehren geübt werden. Bei ausreichender Schneelage ist die Abfahrt vom alten Hang ein anspruchsvoller Genuss. Kurz aber knackig!

Wer den verschneiten Schwarzwald einsam genießen möchte, geht den alten Skihang hoch, danach den Ziehweg etwa 250 m weiter und biegt kurz vor der Piste nach links ab. Nach etwa 150 m wieder rechts hoch. Hier läuft man Luftlinie ca. 100 m parallel zum Skihang auf einem Jägerweg hoch zur Lifthütte. Am besten nicht abseits fahren das ist für den Natur- und Tierschutz nicht zuträglich und vor allem verboten!

Danach eine rasante Abfahrt direkt zum regionalen Wildburger in die Hirschkopfhütte. Eine Eintagestour die sich ein bisschen nach Urlaub anfühlt…

Mehr Infos: hirschkopfhuette.de


Tourenbuch aus Anfangszeit


Beim Stöbern vor vielen Jahren fiel mir das Tourenbuch der Anfangszeit in die Hände - Dort war auch zu lesen wie ein Gipfelkreuz mit Rucksäcken hochgetragen wurde.

Der erste Eintrag im Tourenbuch machte Adolf Witzenmann vor der Einweihung des zweiten Berghauses der Sektion bereits am 3. August 1926. Bedingung für die Einträge waren schwierigere oder selten gemachte Touren. Für kleinere Touren der Bergwanderer und Bergsteiger sollten die Einträge im sogenannten Fremdenbuch erfolgen.
In lockerer Folge kamen dann die Einträge. Teilweise waren es neue Touren und Erstbesteigungen rund um unser Berghaus. Aber auch lustige Abenteuer sind verzeichnet. Manchmal sind es ganze Romane, die sich über mehrere Seiten hinziehen. Alles oft noch mit Tinte geschrieben und für uns auch schwer lesbar. Die Blätter sind inzwischen vergilbt und häufig hat bei den Touren auch das Wetter nicht gepasst. Bei Regen, Schnee, Nebel und Graupelschauer mussten Bergwanderer und Bergsteiger manche Tour vorzeitig beenden. Dabei kamen auch die Erschwernisse der Touren zur Sprache.
Der letzte Eintrag vom 1. August 1946 erfolgte von einem Einheimischen aus Kematen, der um den Kraspensee eine nicht einfache Gratwanderung durchführte. Dann geht es erst am 21. Juli 1953 mit einer Tour zur Grubenkarspitze weiter.

Am 19. August 1973 ist die Gipfelkreuzerrichtung auf der Vorderen Sonnenwandspitze mit ihren 3159 Metern Höhe ein Thema. Um 6 Uhr verlassen wir die Hütte schilderte Horst Stoll das Ereignis. 25 Kilo Einzelteile des Gipfelkreuzes sind auf zwei Rucksäcke verteilt. Dazu die Ausrüstung für vier Personen. In knapp zwei Stunden erreichen wir den Gletscherfuß. Dann legten wir Steigeisen an und in weiteren 45 Minuten erreichen wir den Einstieg zum Nord-Grat. Nach einer weiteren Stunde stehen wir auf dem Gipfel. Wir heben das Fundament aus und verankern den Fuß des Kreuzes mit Zement und Mauerankern. Dann setzten wir die einzelnen Teile des Kreuzes zusammen und verschraubten sie. Vier Spannseile, die wir mit Fellhaken befestigen, sorgten für den notwendigen Halt. Auf dem Kreuz brachten wir ein Schild an mit „Vordere Sonnenwandspitze 3159 Meter gestiftet von AV – Mitgliedern der Sektion Pforzheim“. Nach elfstündiger Kletterarbeit erreichten wir alle glücklich und gesund die Hütte. Mit dabei waren seine Frau Erika, Jürgen Fuchs und Dieter Mauch. Für alle Beteiligten war es ein denkwürdiger Tag, den sie nie vergessen.
Am 29. August 1977 brachten dann Jürgen Fuchs und Lothar Braun die Kassette mit dem Gipfelbuch auf der Sonnenwandspitze sowie ein aus Kupfer getriebenes Edelweiß und befestigten beides am Gipfelkreuz. Danach war das Buch verschollen und es erfolgte kein Eintrag mehr.

In den nächsten Ausgaben unserer Sektionsnachrichten suche ich nach weiteren interessanten Tourenschilderungen rings um unser Berghaus. Teilweise können diese auch recht lustig sein. Schade, dass das Tourenbuch keine Fortsetzung gefunden hat und so auch die schwierige Aktion der Errichtung des modernen Gipfelkreuzes auf der Haidenspitze im Buch nicht zu finden ist.

Rolf Constantin  


Timmelsjoch: Vom Saumpfad zur Traumstraße


Das Timmelsjoch ist Österreichs höchstgelegener Straßenübergang und die Brücke zwischen Nord – und Südtirol

Vor Jahrzehnten, während der Studentenunruhen von einem italienischen und deutschen Grenzer mit ihrem Schäferhund zum Timmelsjoch geführt, da ich auf Südtiroler Seite auf einem sonnenbeschienen Berghügel mich ausruhte, hatte ich im September das Bedürfnis mal wieder an alter Stelle vor Ort zu sein.

Die Mautstelle hat sich inzwischen stark verändert. Die Geschichte des Joches reicht weit zurück. Erste Siedler aus dem Passeiertal aus St. Leonhardt bewegten sich über den Pass ins Innerötztal, um dort Arbeit zu finden oder sich anzusiedeln. Von daher war es auch nicht verwunderlich, in der Nähe der Berge um Obergurgel, den „Ötzi“ zu finden. Auch die alten Kaufmannsgeschlechter der Fugger und Welser benutzen den 1320 erstellten Saumpfad mit seinen vielen runden Schutthöckern, die als Reste der Gletscher entlang der Straße auffallen. Die erste Passerwähnung erfolgte als „Thymels“ 1241. 1897 beschloss der Tiroler Landtag die Straße unterhalb des Ski- und Touristenortes Hochgurgel von Österreich aus auf den Weg zu bringen. Mussolini und Hitler ließen aber die Arbeiten einstellen. Erst nach dem Zeiten Weltkrieg war der gebürtiger Südtiroler Landeshauptmann Eduard Wallnöfer, der Name Wallnöfer spielte auch bei der alten Pforzheimer Hütte eine Rolle, Vorreiter für den Ausbau, dessen Nordrampe letztlich in den Jahren 1955 bis 1959 für 28 Millionen Schilling rund 2 Millionen Euro erfolgte.

Die gesamte Strecke wurde 1968 freigegeben und ist von Mitte Juni bis Ende Oktober von 7 Uhr bis 20 Uhr geöffnet. Rund 75 000 Fahrzeugte befahren jährlich inzwischen die Strecke. LKW`s dürfen die Bergstrecke nicht befahren. Für Motorrad- und Radfahrer ist diese Passstraße eine begehrte Herausforderung. Mit 2474 Metern Höhe ist das Timmelsjoch Österreichs höchstgelegener Straßengrenzübergang und verbindet nicht nur das Ötztal mit dem Passeiertal, sondern auch Österreich und Italien. Auf italienischer Seite trägt das Joch den Namen Passo Rambo. Der Radmarathon Ötztal und der Verein Pro Vita Alpina mit seinen Aktionen mit Künstlern aus Tirol und Südtirol beleben im Sommer die Bergkulisse. Auf den alten Saumpfaden herrschte früher auch ein lebhaftes Schmugglertreiben.

Von der Mautstation aus lassen sich auch Bergwanderungen machen. Allerdings geht es gleich sehr steil bergauf. Auch die Ausschilderung ist mangelhaft, da das Gebiet ein riesiges Skigebiet von Hochgurgel aus ist und daher vermutlich weniger ein Wandergebiet für Bergsteiger. Daher waren wir, mein Schwager und ich, zwei der wenigen Wanderer, die sich in diesem Gebiet bewegten. Die Landschaft sorgte für einen starken Kontrast der grauen Berggipfel zu den herbstlichen Farben der Matten. Störend, wie oft in solchen Gebieten, die Skikanonen, die als gewaltige Monster in der Landschaft stehen. Ein Vorteil, dass wir Murmeltiere in unmittelbarer Umgebung erleben durften und die sich auch an uns nicht störten, was selten der Fall ist.
Nach dem Abstieg lädt an der Mautstelle ein entsprechendes Lokal zu österreichischen Gerichten ein und ein kleines Freilichtmuseum weist auf die Entwicklung des Straßenbaus hin.

Zurück zum Anfang des Berichtes. Der eskortierte Marsch der Grenzer zum Timmelsjoch sorgte vor Jahrzehnten für viele Schaulustige, die sehen wollten, was nun mit mir passiert. Zunächst musste ich unterschiedliche Ausweispapiere aus meinem Heinkel - Roller hervorkramen, bis mir geglaubt wurde, dass ich keiner der Studenten war, der für Unruhe sorgte, sondern nur ein normaler Tourist. Es ist daher tröstlich, dass sich heute jederzeit problemlos auf der Südtiroler Seite ein Sonnenfleck aufsuchen lässt.      

rolf constantin


Ehrungen langjähriger Mitglieder auch in diesem Jahr nur verändert möglich

Bereits im vergangenen Jahr war es nicht möglich langjährige Mitglieder der Sektion entsprechend zu ehren. In diesem Jahr sollte wenigstens für die jahrzehntelangen Mitglieder ein Weg gewählt werden, der ihre Treue zur Sektion würdigen sollte. Nachdem alle für 25 – jährige Mitgliedschaft ihre Auszeichnungen mit einem Dankeschreiben zugeschickt bekamen, wollte die Sektion alle, die 40 Jahre und länger der Sektion die Treue hielten, zu einer Begegnung im Nebenzimmer der Sonnenberggaststätte einladen.
Die Pandemie, Nebel und Regen bedingten dann, dass nur wenige der Einladung folgen konnten, zumal eine Anreisen aus Bretten, Bruchsal, Bad Wildbad, Mühlacker und Kärnten doch mit längeren Anfahrten verbunden waren. Der Vorsitzende begrüßte die Angereisten und wies dabei auch auf eine in Zukunft veränderte Form der Ehrung hin, da bei der jährlichen Mitgliederversammlung die zu Ehrenden oft doch nicht so im Mittelpunkt stehen.
Das Nebenzimmer war festlich mit gedeckten Tischen und Kerzen geschmückt. Bei Getränken und Fastfood kam das Gespräch nicht zu kurz und manche Erlebnisse konnten so ausgetauscht und Erinnerungen wieder wachegerufen werden. 20 Jahre hielt sich Christine Staib in Amerika auf. Dabei blieb sie der Sektion treu und konnte so bei diesem Treffen für eine 40 – jährige Mitgliedschaft die entsprechende Ehrung erfahren. Sie freut sich auch, sich wieder in Deutschland zu bewegen und als eine der nächsten Touren das Pforzheimer Berghaus im Sommer aufzusuchen.

Eine Bereicherung erfuhr die Begegnung durch eine farbenprächtige Diaschau durch die Pyrenäen. Dabei rückte die Tour der Partnerstädte Gernika, Vicenza und Pforzheim durch die Bergwelt der Pyrenäen in den Mittelpunkt, ehe es zu den Ehrungen kam.  Bei dieser Gelegenheit bedankte sich der Vorsitzende auch nochmals bei Hans Trautz für sein jahrzehntelanges Engagement in der Sektion und Hans Trautz selbst ging auch auf seine Besuche mit der Familie in seiner über 70 – jährigen Mitgliedschaft auf der Pforzheimer Hütte ein.
Inzwischen haben alle, die nicht vor Ort sein konnten, ihre Ehrungen zugeschickt bekommen. Bleibt die Hoffnung, dass im kommenden Jahr wieder allen, eventuell im Rahmen des Oktoberfestes, persönlich Urkunden und Abzeichen überreicht werden können.

rolf constantin


Wanderausflug rund um Hornberg im Schwarzwald


Schon im vergangenen Jahr freuten sich einige Teilnehmer unserer Wandertage in Hornberg auf eine Wiederholung im Jahr 2021. Und sie hat stattgefunden. Trotz Corona-Einschränkungen und einiger Absagen, wegen verstauchter Füße oder Krankheit, waren wir 9 Teilnehmer. Eine besondere Freude war es, Freundinnen und Freunde aus alten Tagen wiederzusehen, die vor Jahren aus Pforzheim weggezogen waren.
Und so konnten wir bei schönstem Herbstwetter 3 ½ Tage die grandiose Landschaft des Schwarzwaldes, mit unserem Wanderfreund Otto Effinger vom Hornberger Schwarzwaldverein, genießen.
Am Tag der Anreise gab es nur einen kleinen Spaziergang zum Karlstein – direkt beim Hotel.

Am zweiten Tag wanderten wir flott über den Knüppeldamm am Hochmoor beim Blindensee aus über die Wendelinkapelle und die Weissenbacher Höhe auf dem „Schneckenwanderweg“ zum Reinertonishof zur Mittagseinkehr, anschließend weiter auf dem Schneckenwanderweg wieder zurück zum Blindensee. Es gab viel zu sehen: saftige Bergwiesen mit Kühen, echten Schwarzwälder Pferde, einsame Bauernhöfe, interessante Pflanzen und ein verträumtes mystisches Hochmoor – nur keine Schnecken.

Der dritte Tag brachte die Fortsetzung vom letzten Wanderjahr. Dieses Mal den westlichen Teil des Lauterbacher Wandersteigs. Der Weg war wunderschön. Zuerst mit großartigen Ausblicken nach Süden und Westen, dann hinauf in dichtem Urwald zum „Purpenmoos“ – die Bäume mit Flechten behangen und am Boden Moose in Farben von grau über dunkelrot bis zu verschiedenen Grüntönen. Einfach wunderschön. Als wir über den Bergkamm wanderten, bot sich uns ein grandioser Blick nach Osten, der „Zollernblick“. Wir wanderten an schönen alten Bergbauernhöfen vorbei ins Tal hinunter und folgten einem schmalen Trampelpfad hinauf zum Fohrenbühl. Wobei dieser schmale Pfad das schlimmste Stück war, kamen uns doch ca. 300 flotte junge und junggebliebene Wanderer entgegen: Sie rannten so schnell an uns vorbei, dass keiner Zeit hatte, uns genau zu erklären, was das für ein Event war – erst als wir pro Teilnehmer 10 Cent kassieren wollten, weil wir ständig den schmalen Pfad frei machen mussten, kam eine Antwort: 24 Stunden Tour vom Fohrenbühl und wieder zurück. In den letzten 10 Minuten hat uns doch noch ein Platzregen erwischt.

Am letzten Tag machten wir uns auf zu einer kurzen, aber wunderschönen Wanderung. Der Panoramaweg von Wolfach führte vom Bahnhof aus über mehrere Kapellen und Aussichtspunkte hinauf zu St. Jakob – einer Kapelle auf dem Jakobsweg von Wolfach nach Straßburg. Ein Mönch betreut dort die Kapelle und ein kleines Haus mit Garten. Wieder zurück in Wolfach war noch Zeit für eine Einkehr im Café – leider war an diesem schönen Sonntag die Schwarzwälder Kirschtorte schon ausverkauft, aber der dortige Zwetschgenkuchen schmeckte auch hervorragend.

Für alle Teilnehmer waren es fröhliche und erlebnisreiche Tage, selbst für einige, die nicht mehr gut wandern konnten, waren doch viele Ziele auch mit dem Auto erreichbar, so dass man an allen Tagen abkürzen und doch dabei sein konnte.                                                     

Brigitte Wörle, Andrea Stöhrer                                                                                                 


Mit den Schneeschuhen zum Unterjoch


Früh morgens in der Dämmerung
bei allerbester Witterung,
die Luft war kühl, der Himmel klar,
versammelte sich unsre Schar
mit 7 Damen und 3 Männer,
vom Neuling bis erprobten Kenner.
In den drei Autos Platz genommen,
nach knapp 4 Stunden angekommen,
und schon am Fuß vom ersten Hang,
der Schweiß aus allen Poren drang:
Frank meinte, die paar Höhenmeter,
die schafften von uns locker jeder…
Ich dachte gleich, dass in den Schneeschuhn,
mir meine Haxen ganz schnell weh tun,
doch Astrid sagt „wenn steil der Hügel,
klapp hinten einfach hoch den Bügel,
schon packst du jede Steigung leicht,
glaub ruhig mir, ich bin geeicht!“
Bevor der Anstieg wurde steil,
kam erst der Praxis-Übungsteil:
Nachdem der Ernstfall war geprobt
– hier sei der Wolfgang groß gelobt –
natürlich Frank gleich dicht dahinter,
und Astrid ebenso nicht minder,
zudem die Theorie besprochen,
sind wir dann richtig aufgebrochen:
Erst parallel zur Rodelbahn,
dann durch den Wald ging es bergan,
i c h  dachte unter meiner dicken Jacke,
dass ich das nie und nimmer packe,
doch kurz vor dem Zusammenbrechen,
da hört man unsern Leiter sprechen:
„Seid ihr - hoch über Unterjoch -
denn alle fit und munter noch?“
„Ha freilich“, rief ich unbedacht,
„aus – mir das überhaupt nichts macht!“
(…doch dabei konnte ich kaum schnaufen,
geschweige denn, noch weiterlaufen…).
Da plötzlich brüllte jemand vorn
„Da ist `s ja schon, `s Wertacher Horn!“
Geschafft den Aufstieg – und man sah,
die Bergwelt wie zum Greifen nah.
Dort hinten rechts ragten die schiefen
Kanten vor vom hohen Ifen,
und während Rotz und Wasser lief,
sah man das Zugspitzen-Massiv:
Die Inka sagt, sie sehe da
die Kette vom Hima-laya…
Beim Abstieg machte niemand schlapp,
sieht man einmal vom Andy ab:
Ist in dem Schneeloch stark verkantet
und freiweg auf dem Arsch gelandet!
Ob sonst noch jemand kam zum Liegen,
das sei an dieser Stell` verschwiegen.
Im „Haus Irene“ frisch gemacht
-es war inzwischen dunkle Nacht –
ging nun zum Essen unsre Truppe:
Schnitzel 8 x , 1x Suppe,
Lachsnudeln, Gröschtl und ein Eis:
Grandios – und recht kommod im Preis.
Am Morgen war das Frühstück toll,
von beiden Wirtsleut liebevoll
und üppig unser Tisch gedeckt
-sauber alles wie geschleckt-,
die Weckle waren in der Mitten
schon piccobello aufgeschnitten.
Vom Haus aus auf die andre Seite
ging es am Sonntag in die Weite
Natur und in den Schnee erneut,
Frank kündigt an: „Wir machen heut
zunächst nur einen sanften Bogen,
für jede/n machbar, ungelogen,
und höchstens an so drei, vier Stellen,
ziehn wir hinüber über Wellen“.
Manch eine/r sah ihn skeptisch an,
doch hielt er sich an seinen Plan,
womit ich fast am Ende wäre
und hiermit feierlich erkläre:
Im Namen von der ganzen Meute,
sag ich es laut und gerne heute:
„Gaaaanz großes Lob und viiiielen Dank
für dieses Wochenende, Frank,
schön, wie sich  a l l e  eingebracht:
DEES HEMMER RICHTIG GUT GMACHD!

Bericht: Andy Föhl


Schildkrötengrat


...traumhaft ;-)

Sonnige, gut gesicherte Felsen im Tessin bewirken einen Ausnahmezustand bei meinen Kindern. Klettern hat ihnen Spaß gemacht! Okay, ich war etwas fies und habe die Mountainbikes zu Hause gelassen, um den Urlaub in eine bestimmte Richtung zu lenken. Zuerst haben wir sie mit Canyoning in gute Laune versetzt, um dann mit dem Vorschlag klettern zu gehen nicht gleich auf Granit zu beißen.
Nun gut, die dann durchaus gute Stimmung am Fels hat mich letztlich zu der Frage hingerissen:
„Wie wär´s mal mit `ner Klettertour in den Bergen?“
Erst mal Stille. Und dann: „Kein Bock!“
„Warum nicht?“
„ Man muss da sicher weit laufen!?“
„ Na ja, so `ne Stunde oder so!“
„ Was soo weit?“
„ Ja, aber nur flach.“ „
„Na gut, wenn`s sein muss.“
„Okay,  dann machen wir auf der Heimfahrt einen Abstecher zum Furkapass.“ „Was, jetzt schon? Jetzt war das doch so ein schöner Urlaub - können wir nicht einfach heim fahren und das ein anderes mal machen!?“
„ Nein, das ziehen wir jetzt durch.“
Einen Tag später am Furkapass:
„Wie jetzt um 7 aufstehen - wenn ich das gewusst hätte - ey!!!“
Überraschenderweise hat das geklappt und es gab sogar die Bereitschaft ein Seil zu tragen, wenn auch noch in Sichtweite des Parkplatzes die Frage kam: „Muss ich das jetzt die ganze Zeit nehmen?“
Meistens löse ich solche Fragen, indem ich 100 Meter vorneweg gehe und erst wieder warte, wenn das schlechte Gewissen zu groß geworden ist. Also hab ich gewartet.  
„Ich hab Hunger.“
„Okay.“
„ Gibt´s nichts anderes?“
„ Was denn?“
„ Na was anderes halt.“
„Nein.“
„ Und was zu trinken?“
„ Da vorne ist ein Bach.“
„Echt jetzt?“
„ Ja, wo ist denn das Problem, Junge?“
„ Okay - chill mal deine Base Papa!“
 
Gestärkt und gechillt erreichen wir tatsächlich den Wandfuß, wo noch etwas über die Kälte gejammert und gefragt wird, ob es wirklich bis ganz da oben geht, aber das war für mich eindeutig ein Ausbruch der Vorfreude.
Nur noch das übliche Vorgeplänkel...
„Kannst du mal dein Handy weglegen, ich würde dann mal gerne einsteigen.“
„Ja, gleich.“
„ Nein, jetzt.“
„ Mann, Papa, stress doch nicht immer so….“
bevor dann tatsächlich geklettert wurde.

Klettern an sich und die Eindrücke der doch gewaltigen Umgebung, bewirken ja ein Gefühl das viele Kletterer lieben. Man ist in eine andere Welt eingetaucht und in einem Zustand, der nichts anderes zulässt.

Später dann am Gipfel - alles still - auch wir.

Irgendwann dann:
„Eigentlich ist es ja cool so weit weg von allem. Man sieht nicht mal mehr die Straße. Da hat sich der lange Zustieg irgendwie auch gelohnt. Klettern war auch cool!“
„Super - dann machen wir das mal wieder!“
„Ja, okay..... wenn´s sein muss!“

Stefan Bürkle


Longlines im Wetterstein…


Modern und Klassisch

Zwei Mal hat’s Sektions-Schriftführer Sven Bernhagen und seinen langjährigen Kletterpartner Achim Noller aus der DAV-Sektion Ludwigsburg im vergangenen Jahr ins Wettersteingebirge verschlagen. Beide Male war Ehrwald das Ziel, und beides mal sollte es eine Longline sein, heißt eine schöne lange Klettertour mit über 20 Seillängen.
Im Juni ging’s zur Aquaria an der Plattspitz-Südwestwand - eine neue und gut mit Bohrhaken eingerichtete Route mit 28 Seillängen bis zum siebten Grad. Die Taktik war wie folgt: Zustieg zu Fuß und ohne Rad und – bei rechtzeitiger Ankunft am Gipfel - mit der Zugspitzbahn ins Tal.
Gesagt getan: Nach dem Start um 4.30 Uhr an der Ehrwalder Alm Bahn ging‘s in gut zwei Stunden zum Einstieg nahe des Issentalkopfes. Angurten und über ein Schneefeld zum Einstieg der ersten Seillänge. Kurz vor sieben und im Schatten war’s hier noch ziemlich frostig und wir hatten ordentlich kalte Finger, sind aber ebenso froh an der Bewegung. Einmal losgeklettert spielen wir – mit im Boot diesmal auch unser Schorndorfer Kletterfreund Tobi Landenberger – und als Dreierseilschaft flott ein und das „Seillängen-Spulen“ beginnt.
Nach gut sieben Seillängen werden wir von einer schnellen Zweierseilschaft überholt, die am laufenden Seil geht und in den leichteren Passagen ordentlich Steinschlag auslöst. Ein massiver Brocken trifft Achim. Der Helm reißt an, aber er bleibt glücklicherweise unverletzt. Also geht es flott weiter. Es reiht sich Seillänge um Seillänge und wir erreichen die ausgesetzte Platte die den Schlüssel der Route im siebten Grad darstellt. Leider ist diese noch patschnass, und so sind wir froh an den Bohrhaken und müssen hier zur Abwechslung auch mal herzhaft in die Expressschlinge greifen.
Es folgen immer wieder wunderbare wasserzerfressene Platten, und es wird uns langsam klar warum die Route „Aquaria“ heißt und man sich hier nicht von Wolkenbrüchen erwischen lassen sollte. In diesem Fall verwandelt sich diese Route in einen riesigen Wasserfall.
Wir sind als Dreierseilschaft flott unterwegs, und so stehen wir nach etwa sieben Stunden am Gipfel der Plattspitze. Einmal Abseilen, mit dem Fixseil auf den noch reichlich vorhanden Firn am Zugspitzplatt, und schon geht es – einige Gegenanstiege inklusive - zur Sun Alpin Station der Zugspitzbahn. Wir sind zeitig dran, und so schweben wir knieschonend zu Tal.
Mit dem Pendelbus geht es zurück zur Ehrwalder Alm. Was für eine schöne, ausgiebige Klettertour - unglaublich zufrieden treten wir den Heimweg an.

Im September zieht es uns dann nochmal in diese Wände. Die Wetterkante hatte uns 13 Jahre zuvor bei einem Wettersturz, reichlich Schnee und vereisten Felsen abblitzen lassen. Nun versprachen die Verhältnisse gut zu sein und wir wollten diesen Sack endlich zu machen. Auch hier starten wir kurz nach fünf wieder an der Ehrwalder Alm. Mit GPS-Track ist die Routenfindung beim Zustieg einfach. Am Fuß der Wand angekommen starten wir mit dem 250 Meter hohen Vorbau, der einem die Orientierung nicht einfach macht. Viele Seilschaften sind hier schon verzweifelt.
Wir haben Glück, finden die richtigen Spuren und stehen so nach einer knappen Stunde am ersten Bohrhaken der Tour. Ein freundlicher Zeitgenosse hat diesen - zur besseren Sichtbarkeit - mit einer leuchtend roten Sigg-Flasche bestückt und markiert. Inhalt: Bester Obstler. Zu Ehren des Spenders genehmigen wir uns um 8.30 Uhr einen kleinen Schluck, bevor wir uns an die 21 Seillängen der Wetterkante wagen.
Entgegen des Rufs empfinden wir den Fels als gut und fest. Die Kletterei ist schön und ansprechend, die Schwierigkeiten bis maximal 5- moderat. Es gibt kaum Zwischensicherungen und es lassen sich auch nur schwer zusätzliche mobile Sicherungen legen. Die Orientierung ist schwierig, doch wir kommen nie vom richtigen Weg ab und so liegt die Route nach gut sechs Stunden unter uns.
Vom recht unscheinbaren Gipfel der südlichen Wetterspitze seilen wir 60 Meter ab, anschließend geht es über steiles Schrofen- und Schottergelände weiter abwärts aufs Zugspitzplatt.
 
Dieses Mal entscheiden wir uns für den Weg übers Gatterl zurück nach Ehrwald. Da wir nicht unter Zeitdruck stehen wollen wir diesen „Long way home“ mit einigen Gegenanstiegen mal ausprobieren. Nach weiteren gut vier Stunden endet unser Abenteuer Wetterkante schließlich wieder an der Ehrwalder Alm. Was für ein schönes alpines Abenteuer und was für ein ausgefüllter Bergtag!

Text und Fotos: Achim Noller und Sven Bernhagen


Mitgliederversammlung der Sektion Pforzheim des deutschen Alpenvereins


Mit bewährtem Vorstand in die Zukunft

Pforzheim. Bei der Mitgliederversammlung hat die Pforzheimer Sektion des Deutschen Alpenvereins (DAV) die Weichen für die kommenden vier Jahre gestellt. Diese werden mit dem bewährten Vorstandsteam angegangen, das sich zur Wiederwahl stellte. An der Spitze steht weiter Rolf Constantin als Vorsitzender. Als Stellvertreter im Amt bestätigt wurden Bruno Kohl als Verantwortlicher für die Pforzheimer Hütte und Christian Langer, der im Sektionszentrum samt Kletterhalle an der Heidenheimer Straße in Pforzheim Regie führt. Schatzmeister bleibt Frank Nauheimer, der maßgeblich dazu beiträgt, dass die Sektion finanziell solide aufgestellt ist und auch größere Investition in ihre Anlagen sicher stemmen kann. Als Schriftführer wurde Sven Bernhagen im Amt bestätigt. Als neuer Jugendreferent ist nun David Vaessen im Vorstand vertreten.

Bilanz gezogen wurde über die vergangenen beiden Corona-Jahre, nachdem die Mitgliederversammlung 2020 pandemiebedingt ausfallen musste. Der Vorstand dankte allen Ehren- amtlichen, die geholfen haben, die Sektion durch die Krise zu bringen. Das Virus hat auch in der Vereinsarbeit der Sektion seine Spuren hinterlassen. Die Kletterhalle musste zeitweise geschlossen werden, ebenso wie die Hütte.
In weiten Teilen war der Betrieb nur eingeschränkt möglich. Nichtsdestotrotz scheint bei den Menschen der Reiz der Berge und des Kletterns ungebrochen: So ist die Alpenvereinssektion in den vergangenen beiden Jahren noch einmal deutlich gewachsen – auf inzwischen rund 4250 Mitglieder.
 
Nun sollen die Gruppenaktivitäten wieder in vollem Maß anlaufen. Das Angebot an Kursen und Ausfahrten – vom Bergsteigen bis zum Klettern, vom Mountainbiken bis zur Seniorengymnastik und von der Partnerstädte-Tour bis zur 24-Stunden-Wanderung - soll wieder auf Vor-Corona-Niveau ausgebaut werden. In Angriff nehmen wollen die Sektionsverantwortlichen auch einen Ausbau der Pforzheimer Hütte und die Sanierung der Außenkletterwand am Sektionszentrum.

Groß ist auch die Freude über die große Zahl treuer Mitglieder. Knapp 80 Bergfreunde wurden - diesmal pandemiebedingt allerdings in einer getrennten Veranstaltung - für eine Mitgliedschaft zwischen 25 und 60 Jahren ausgezeichnet. Für außergewöhnliche 70 Jahre Vereinstreue konnten Gisela Erhard und Jürgen Wiesenfarth geehrt werden.
sve

www.alpenverein-pforzheim.de

Bericht über die Ehrungen langjähriger Mitglieder auf Seite 32.


Klimaschutz dominierendes Thema bei der Hauptversammlung in Friedrichshafen


Bereits im vergangenen Jahr war die Hauptversammlung des DAV in der Zeppelinhalle in Friedrichshafen geplant. Die Pandemie machte aber das Treffen nicht möglich und so fand dieses digital statt. Mit strengen Corona- Auflagen, wie Mundschutz und Abstand sowie einem kontrollierten Zugang in die große Halle bewegten sich 360 Delegierten aus 220 Sektionen Ende Oktober zu der Tagung nach Friedrichshafen. Zentrale Themen waren Nachhaltigkeit – und Klimaschutz.

Der Deutsche Alpenverein hat in der Hauptversammlung 2019 beschlossen sich besonders für den Klimaschutz einzusetzen. Dieses Engagement ist auf Dauer angelegt und soll die Entwicklungen innerhalb jeder Sektion und der Gesellschaft berücksichtigen. Damit bekennt sich der DAV zu seiner Verantwortung, dem Klimawandel aktiv entgegenzutreten. Mit dem Klimabeitrag von einem Euro pro Mitglied ist ein dauerhaften Klimafond errichtet, der Konzepte vor Ort mitfinanzieren soll, die wirksam den CO 2-Ausstoß mildern. Vor Ort und auf allen folgenden Ebenen soll es Klimaschutzorganisatoren geben, die dabei auf wirksame Klimaschutzmaßnahmen schauen. Dies beginnt bereits bei einer Ausfahrt durch die Reduzierung von Fahrzeugen oder das Umsteigen auf die Bahn. Auch das Nutzen von Ökostrom oder der Verzicht auf Kurzstreckenflüge, können solche Maßnahmen sein. Auf Mobilität, Infrastruktur, Verpflegung sowie Kommunikation und Bildung soll sich dabei das Prinzip Klimafreundlichkeit zu überprüfen, erstrecken. Klimafreundliche, ausgewogene und gesunde Ernährung, die durch ökologischen Anbau sowie Nutzung saisonaler, regionaler und weniger tierischer Produkte soll auf den Berghütten angeboten werden. Umstellung der Beleuchtung auf LED, Umstellung auf Ökostrom und Ökogas sowie die Umrüstung von Heizungsanlagen auf Wärmepumpen sind weitere Anregungen. Bis 2030 will der größte Bergsportverein mit seinen 357 Sektionen und knapp 1.400.000 Mitgliedern klimaneutral sein. 87 Prozent der anwesenden 360 Delegierten aus 220 Sektionen stimmten dem Klimaschutzkonzept zu.

Stark verlangsamt durch die Pandemie hat sich der Anstieg der Mitgliederzahlen, die in der Regel jährlich bei knapp fünf Prozent lag. 2020 war das Wachstum 2,5 Prozent und 2021 0,5 Prozent. Auch die Jugendbildungsstäte des JDAV in Bad Hindelang hatte einen Rückgang der Übernachtungszahlen von 50 Prozent zu verkraften. Künftig wird sich der Eigenanteil, den eine hüttenbesitzende Sektion im Rahmen einer Baumaßnahme einbringen muss, an der Hütten - Umlage bemessen. Gleichzeitig war auch das Bergsteigeressen ein Thema. Jede Hütte muss ein solches Essen anbieten und auch die Reservierung nur mit Halbpension ist fraglich. Die Anrede mit dem vertrauten „Du“ sorgte in den Sektionen und untereinander sorgte für lebhafte Diskussionen. Während 2323 Stimmer sich generell für das „Du“ untereinander anfreunden konnten, waren 3912 Stimmen dagegen, da es sich hier um eine individuelle Entscheidung jedes Einzelnen handelt. Die Änderung der Mustersektionsjugendsatzung sieht vor, dass sich die Sektionen auch für eine Doppelspitze bei den Jugendreferenten männlich- weiblich entscheiden können. Es gibt auch keine Altersuntergrenze mehr bei den Jugendvollversammlungen.

Am Samstag - Abend kam es auch zu einem Treffen mit dem Vorsitzenden der Sektion Dortmund, Jürgen Domjahn und dem Ausbildungsreferenten Peter Zander. Im Gespräch war man sich einig, in Zukunft einen engeren Kontakt zu pflegen.     

Rolf Constantin


Manaslu-Umrundung


Die Umrundung des Berg der Seelen zählt zu den schönsten Trecks in Nepal. Herrliche Bergpanoramen und die tibetisch geprägte Kultur sind jeden Tag allgegenwärtig.

Wir, das sind Sandra, Christian und Markus aus München sowie der Schreiber dieser Zeilen Klaus Bogner sind am Sonntag 24. Oktober von München über Doha (Katar) nach Kathmandu geflogen. Beim Landeanflug standen etliche 8.000 er auf unserer linken Fensterseite „Spalier“.
Ein toller Willkommensgruß bei klarer Sicht und Sonnenschein. Am Flughafen in Kathmandu wurden wir von unseren beiden Bergführern Lhakpa Rinji Sherpa und Sonam Temba Sherpa mit einem herzlichen NAMASTE und traditionellen Blumengirlanden willkommen geheißen.

Nach dem einchecken im Hotel stand ein gemeinsames Abendessen und die Tour Besprechung mit unseren beiden Bergführern auf dem Programm.
Am nächsten Tag erkundeten wir einige Sehenswürdigkeiten in Thamel am Durbar Square. Durbar Square wird der Platz vor dem alten Königspalast von Kathmandu bezeichnet, der mehr als 50 Tempel und Pagoden auf engstem Raum beherbergt.

Am darauffolgenden Tag begann unsere Treckingtour mit einer 8 stündigen Busfahrt nach Soti Khola in ca. 615 Meter Höhe zum Startpunkt unserer Manaslu – Umrundung. Außer unseren beiden Bergführern waren auch unsere 6 Träger Raija, Nima, Pasan, Sangee, Ramie und Mingma mit im Bus.

An den ersten Wandertagen brachte uns das feucht-heiße Klima sowie die vielen Auf- und Abstiege zum Schwitzen. Leuchtende Terrassenfelder in saftigem Grün und zahlreiche Wasserfälle säumten den Pfad in der üppigen subtropischen Vegetation. Unterwegs trafen wir bunt gekleidete Gurung und Magaren und erhielten einen Einblick in ihr Alltagsleben. Da sich Nepal auch mehr als 18 Monate im coronabedingten Lockdown befand, waren wir für die kleinen Kinder die ersten Touristen, die sie erblickten – dementsprechend sahen wir des Öfteren in staunende Gesichter, die sich spätestens nach Markus` Gummibärchen und meinen Süssigkeiten in ein Lächeln und dankendes Namaste verwandelten. Die ersten Tage wanderten wir im engen Tal des Kodi Gandaki mit seinen vielen Wasserfällen und Kaskaden, den wir oft über Hängebrücken querten. Immer wieder blitzen die Eisgiganten Ganesh- und Shingri Himal hervor. Stockwerk um Stockwerk schraubte sich der Weg die endlose Schlucht empor, vorbei an den heißen Quellen von Tatopani, wo baumhohe Weihnachtssterne in voller Blüte den Weg säumten. Am 10. Tag näherten wir uns in der Höhe von 3.200 m der Region mit tibetischen Dörfern. Bei unserer Lodge In Lho hatten wir um 6.15 Uhr zum Sonnenaufgang eine besondere Verabredung mit dem 8.163 m hohen Berg der Seelen (Manaslu). Ein erhebendes Gefühl diesem besonderen Berg zum Sonnenaufgang so nahe sein zu dürfen.

Der Schreiber dieser Zeilen hatte an diesem Tag noch ein Treffen mit dem Mönch Amchi Kesang Lama. Amchi Kesang Lama war einer der acht Mönche (Acht 8.000 er in Nepal) die wie in Dieter Glogowskis Buch NEPAL ACHT Der Weg hat ein Ziel beschrieben, eine goldene Platte beim Basislager des Manaslu deponierte. Angela und Frank Seiler von Nepal Aid (Nepalhilfe Straubenhardt) durften den Mönch bei ihrer Manaslu-Tour kennen lernen und haben über und für ihn ein Fotobuch erstellt. Dieses Fotobuch durfte ich dem Mönch Amchi Kesang Lama schenken.

Von Samagon auf 3.500 m ging dann der Aufstieg über Dharamasala 4.480 m nach einer sehr kalten Nacht zum Schneebedeckten Larkya Pass, gleichzeitig mit 5.106 m höchster Punkt der Manaslu Umrundung.

Der Abstieg vom Larkya Pass führte steil und teilweise ausgesetzt nach unten und die Vegetation wurde wieder abwechslungsreicher und grün. Rhododendrenwälder säumten den Weg. Bei Dharapani stießen wir auf den Annapurna Cirquit. Von dort fuhren wir nach 17-tägiger Wanderung mit einer Länge von 164 km und 13.000 Höhenmetern in einer spektakulären, teilweise auf sehr ausgesetzten Straßenabschnitten mit enormen Tiefblick !!!! in 8 Stunden wieder zurück nach Kathmandu.
Nach zwei Erholungs- und Besichtigungstagen in Nepals Hauptstadt mit einigen hopfenhaltigen Kaltgetränken mit dem vielsagenden Aufdruck EVEREST BIER, flogen wir über Doha wieder zurück nach München.

Mein persönliches Fazit dieser für mich siebten Reise nach Nepal: Landschaftlich meine schönste Bergtour – ich durfte erstmalig an einer Stelle auf ca. 4.000 m Höhe einen 360° Rundblick mit unzähligen 6.000 und 7.000 Meter hohen Bergen genießen. Wir hatten 3 Wochen nur blauer Himmel und Sonnenschein. In einigen Lodges waren wir nach knapp zwei Jahren die ersten Touristen.
Viele Lodge Besitzer wussten gar nicht so recht wie ihnen geschieht und verwöhnten uns mit tollem, immer frisch zubereitetem sehr schmackhaftem Essen. :)

Bilder und Bericht Klaus Bogner

Für Interessierte, 4 nette Youtubefilme:

https://youtu.be/vobbbPyujZY
https://youtu.be/D32v_GQqQS0
https://youtu.be/GdCJ1UaNJag
https://youtu.be/16_qSn2Zpos


Die große Tour durch Europa: Pforzheim - Mittelmeer


„Auch eine Wanderung von mehr als 1.200 km beginnt mit dem ersten Schritt“.

In den Sektionsmitteilungen 2020/2 konnte wir davon berichten, wie wir mit dem Start in Pforzheim am Kupferhammer bis ins Val Aosta gekommen sind. Für diese Wegstrecke von ca. 570 km haben wir 37 Etappen = 37 Tage benötigt.

Ein kleines Fazit schon zu Beginn unseres Berichtes: Unser Mitteleuropa ist ein Paradies für Wanderer und Trekker. Vom 16.07. bis 25.08.2021 haben Frank Haase und ich den restlichen Weg bis ans Mittelmeer mit 570 km und 45.550 hm Aufstieg, 45.860 hm Abstieg und 220 Stunden Gehzeit in Angriff genommen.
Unser Abenteuer begann. Wir sind mit dem Flixbus in 9 Stunden von Karlsruhe bis Turin gefahren und weiter mit der Bahn bis Pont Saint Martin am Eingang zum Val Aosta angereist.

Mit der 32. Etappe begann zweite Teil der großen Tour. Gleich zu Anfang hatten wir eine große Herausforderung zu bewältigen. Mit einem Anstieg von ca. 1.000 hm zum Agriturismo Le Capanne und bei sengender Hitze, hat der Weg, von unseren noch nicht an die Belastung gewöhnten Körpern, alles abgefordert. Die erste Übernachtung im neuen und sehr gut geführten Agriturismo war lukullisch ein hervorragender Einstieg. In allen Unterkünften, zumeist Posto Tappas, Rifugios oder einfache Hotels, haben wir am Ziel immer ein gutes bis sehr gutes und preiswertes Essen bekommen. Auch wenn für unsere Verhältnisse das Frühstück sehr gewöhnungsbedürftig war (süß und wenig) und unser Biergenuss unsere Reisekasse sehr belastet hat. Ein ‚Belohnungsbier‘ nachmittags oder am frühen Abend war die Medizin gegen die Symptome der beginnenden Unterhopfung. Diese tägliche Behandlung war wichtig, um einer Psychose vorzubeugen und sie tat uns sehr gut.

Die GTA Wegführung war in unseren Etappen 35 bis 42 geprägt von dem Gebiet des Nationalparks Gran Paradiso, enge bewaldete Täler und große Hochebenen. Da die Täler sich alle von Ost nach West zum großen Tal des Flusses Po erstrecken, standen diese immer im klimatischen Einfluss der Adria, deren warme Strömungen manchmal fast ein tropisches Klima erzeugen. Die langen Aufstiege, meist 600 bis 800 hm durch dichte Wälder. Die Schwüle, selbst in den Morgenstunden, machten das Laufen zu einer schweißtreibenden Angelegenheit. Ab 2.000/2.100 m Höhe begannen die offenen Flächen der Hochalmen mit der bekannten frischen Bergluft. Auf unserem Weg von Balme im Val di Ala über den 2.435 m hohen Passo Paschiet und nach einem kurzen Abstieg zum 2.435 m hohen Colle Casta Fiorita hatten wir die erste beeindruckende Begegnung mit einer großen Gruppe von männlichen Steinböcken. Mit dem Blick auf den höchsten Pilgerberg Europas, den Rocciamelone (3.538 m), kamen wir dem Valle di Susa näher.

Dieses große, strategisch bedeutende Tal verläuft von Ost nach West und hat schon Hannibal, den Kelten und Römern, Karl dem Große und Napoleon als Einfallstor nach Italien und Gallien/Frankreich gedient.
Nach dem stark besiedelten Val Susa mit vielen Straßen, Autobahn und einer Bahnstrecke als große Wirtschaftsader zwischen Turin und Lyon änderte sich der Charakter des GTA grundlegend. Ab dem Valle del Chisone mit der großen Festungsanlage „Fenestrelle“ ist der, in früheren Jahrhunderten ständige Konflikt zwischen Italien und Frankreich all gegenwärtig. Um die Anlage, die nicht auf unserem direkten Weg lag zu besichtigen, legten wir hier unseren ersten und einzigen Ruhetag ein. Die Festung diente eigentlich mehr als Drohung gegen das eigene Volk, anstatt der Verteidigung der Grenzlinie zu Frankreich. Im Chisonetal um die Talenge von Fenestrelle begann mit Ludwig dem XIV um 1690 der Bau einer Festungsanlage mit einem Höhenunterschied über 635 m (im Inneren über 4.000 Stufen), um so die vorrückenden Savoyen aufzuhalten. Man nennt sie auch Chinesische Mauer Europas, da das Bauwerk vom Weltall mit bloßem Auge erkennbar ist. Später hat der italienische Staat die Festung übernommen und es als berüchtigtes Gefängnis gegen das eigene Volk ausgebaut. Ein vier Jahre einsitzender Kardinal schrieb im 18 Jahrhundert „In Fenestrelle ist zehn Monate Winter“.

Auf den Etappe 46 bis zur Etappe 60 und weit nach der Klosteranlage von Sant Anna am Colle della Lombarda (2.360 m) stehen viele militärische Bauwerke und Straßen aus dem 17. bis 19. Jahrhundert, die u.a. von Napoleon gebaut wurden. Allein zum Colle della Lombarda führen von der italienischen Seite eine Autostraße, eine Militärstraße und einige Wanderpfade hinauf zum Colle. Auf der französischen Seite des Colle liegt der im Jahr 1972 ins Hochgebirge eingepflanzte Skiort Isola2000 mit Hochhäusern und Bettenburgen (nur für den Winterbetrieb). Mit der neuen Grenzziehung von 1947 sind bis auf einen Bunker ist die gesamten Befestigungsanlagen der Italiener an Frankreich übergegangen. Viele feudalistischen Herrscher und politische Wirrköpfte in Italien und Frankreich haben bis zum 1. Weltkrieg diese Festungsanlagen weiter ausgebaut. Keine der Anlagen hat je einer Eroberung Stand halten müssen, weil die Schauplätze der Kriege so gut wie nie im Hochgebirge lagen. Hier zeigt sich einmal mehr, was ein offenes Europa für die Völker und Regionen mit seinem fast 80-jährigen Frieden wert ist. Heute dienen die Militärstraßen vor allem den Mountainbikern als Topstrecken. Wir Trekker mussten manchmal auch auf diesen Schotterpisten laufen, was unseren Füßen nicht besonders guttat.
Der GTA folgt in diesem südlichen Abschnitt über weite Strecken direkt auf der Grenzlinie zwischen Italien und Frankreich. Auf unseren Etappen 49 und 50 umlaufen wir den letzten hohen Berg der südlichen Alpen, den Monte Viso (3.841 m). Der „König aus Stein“ zeigte sich von seiner schönsten Seite. An seinem Fuß entspringt die Quelle des Po und es beginnt das Valle Po. Man kann nicht glauben, dass dieses kleine Rinnsal zu einem der größten Flüsse Europas mit einem riesigen Talkessel bis zur Adria anschwellen wird.

Wir waren uns zwar bewusst, was uns auf dem Pian del Re erwartet, aber diese Menschmassen waren wir einfach nicht mehr gewöhnt. Nach einer relativ ruhigen Nacht auf dem Rifugio „Pian del Re“ sind wir am nächsten Morgen an der Po-Quelle vorbei zum Rifugio „Quintino Sella“ aufgestiegen. Schon beim Abstieg zu unserem Etappenziel den Riufgio „Alpetto“ wurde es merklich ruhiger. Nun begann ein Wegabschnitt, mit einem extremen „Bergauf und Bergab“. Hier sind einige Colls und Passos aufgeführt, die es zu bewältigen gab: Passo Gallarino 2.727 m, Passo San Chiaffredo 2.764 m, Colletto Battagliola 2.282 m, Colle di Bellino 2.804 m, Passo di Rocca Brancia 2.620 m, Caserma 2241 m, Passo dÓrgials 2.600 m und Colle del Chiapous 2.526 m.

In der Regel starteten wir auf ca. 1.100 bis 1.330 m Höhe und bewältigten täglich ein auf und ab von 1.200 bis 1.400 Höhenmeter. Obwohl es morgens kühl und der Weg durch schöne dichte Nadel- und Mischwälder oft schattig war, erreichten wir gegen Mittag die o.g. Colls verschwitzt und durchnässt. Jetzt zahlte sich unsere sehr gute Akklimatisierung und Kondition durch die bereits gelaufenen Etappen aus. Wir hatten uns an einen guten Rhythmus gewöhnt und so waren Aufstiege bis 1.000 hm für uns leicht und locker zu bewältigen.
Sehr wichtig war ein guter Vorrat an Wasser. Im Gebiet Piemont hatten wir aufgrund vieler Bergbäche und Brunnen mit der Wasserversorgung kein Problem. Das änderte sich später im Gebiet Ligurien.
Nach unserem Stopp in der Therme di Valdieri (Wassertemperatur 33 -" 35°C) führte uns der GTA in die Alpi Marittime und seinem Parco Naturale (Paro Naturale entspricht in etwa unseren Naturschutzgebieten). Die Landschaft ist oft sehr schroff und abweisend. Die versteckten Hochtäler sind sehr breit und ausgedehnt. Große freilaufende Herden weißer Kühe und Schafe sind unterwegs - es gleicht einer „Fleischfabrik Europas“, da fast keine Alm mit Milchwirtschaft zu sehen war.

Ab Upega kamen wir in die Ligurischen Alpen und ab dem Passo Tenda spricht man auch von der Piccole Dolomiti del Mare Mediterraneo. Nun wurde es richtig trocken und heiß. Mit einem Wasservorrat von 4 Litern pro Person sind wir des Öfteren gerade so hingekommen. Eine dünne Besiedlung und wenige Brunnen und Bäche (viele davon ausgetrocknet) erschwerten die Situation.

Von Piaggia ging es hinauf zum Monte Saccarello (2.201 m). Auf diesem heiligen Berg steht eine überdimensionale Christus Statue, die in Richtung Meer blickt und dem ausgedehnten Skigebiet (zerstörte Natur) den Rücken zuwendet. Eigentlich sollten wir von diesem Punkt zum ersten Mal das Mittelmeer sehen. Die „Aussicht hatte geschlossen“, denn das Meer hatte sich unter Dunstwolken versteckt. Leider war dies auch die folgenden Tage so.

Unserer letzten Etappe von Rocchetta Nervina nach Ventimiglia sahen wir erwartungsvoll entgegen. Der Tag begann mit einem letzten Aufstieg von ca. 400 hm, welcher sehr intensiv und schweißtreibend war. Der Weg hoch oben entlang der einsamen Täler Liguriens wollte kein Ende nehmen. Auf den letzten 5 bis 6 km führte der Weg bergauf und bergab. Schwarze, bedrohliche Gewitterwolken kamen nordwestlich hinter uns und auf der nordöstlichen Seite mit schwerem Blitz und Donner immer näher. Wir hatten einen nassen Endspurt erwartetet, aber irgendwie hat das Meer als Gegenpol das Gewitter von uns abgehalten. Es hat sich über Monaco und San Remo ausgetobt.

Wir erreichten Ventimiglia, gingen durch ein Gebiet gespickt von Ferienhäusern und großen Villen und sahen endlich das langersehnte Meer!

Bereits auf den letzten beiden Etappen haben wir uns mit der „Choreographie“ unsere Ankunft am Meer beschäftigt. Wie zu sehen, sind wir ohne unsere Rucksäcke und ohne Wanderschuhe sofort ins Mittelmeer eingetaucht. Ein junges Paar am Stand, haben wir als Fotografen engagiert.

"Und haben wir keine Mittel mehr, so baden wir im Mittelmeer".

Beim Schreiben dieses Textes verspüren wir noch jetzt die 24° Wassertemperatur auf der Haut, einfach wunderbar!!! Diese Tour war ein eindrucksvolles Erlebnis und der Kontakt mit Menschen und Landschaften Europas überwältigend.

Nun fehlt uns noch der Weg von Pforzheim an die Nord- oder Ostsee - dann können wir behaupten, das europäische Festland durchquert zu haben… unsere nächste Herausforderung.

Wer geht mit?

Euer Frank Haase und Bruno Kohl

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