Berichte


Berichte aus der Sektion


Pforzheimer Kletterer Frank Jourdan, seit über vierzig Jahren extrem unterwegs…

 

Frank Jourdan ist ein begeisterter Kletterer in Fels und Eis. Wie kaum ein anderer, hat er über die Jahrzehnte stets neue Herausforderungen und Ziele gesucht, um seine Grenzen auszuloten.

Schon früh in den Achtzigern durchstieg er im Alleingang unter anderem die drei großen Nordwände der Alpen.
Zehntausende Seillängen im siebten, achten und neunten Felsgrat, eiskletternd an schwierigsten bis zu 750 Meter hohen gefrorenen Wasserfällen in ganz Europa, Kanada und den USA, viele im seilfreien oder zum Teil selbst gesicherten Solo, gaben ihm schließlich Anfang des neuen Jahrtausends das Vertrauen, alleine ohne jegliche Unterstützung lange und sehr anspruchsvolle Wände an den Fünf- und Sechstausendern Peru`s und Nepal`s erfolgreich anzugehen.

Seine Reisen führten ihn auch zu technisch schwierigen Big Walls in Madagaskar, Namibia, Mali und Baffin Island. Mit wechselnden Partnern durchstieg er sieben Mal die tausend Meter hohen Wände des berühmten El Capitans und Half Dome`s im kalifornischen Yosemite. Über den Fjorden Norwegens verbrachte er alleine viele lange anstrengende Klettertage, an zum Teil über tausend Meter hohen Granitwänden.

Mit spezieller Vorbereitung und Taktik, führte er über die Jahre einige spektakuläre „enchainments“ im Alleingang durch, die auch international Beachtung fanden. Enchainments bedeutet, zwei oder mehrere Routen möglichst Nonstop hintereinander zu meistern und das ohne Unterstützung Dritter. Die Klettereien werden zu Fuß, mit den Skiern, dem Gleitschirm oder dem Fahrrad verbunden. So kletterte er zum Beispiel in rund vierzig Stunden durch vier N-Wandrouten an den drei Zinnen, verband jeweils fünf N-Wände in den Berner Alpen und dem Wallis, oder quälte sich bei einem fast fünfzig Stunden währenden Marathon durch vier berüchtigte kombinierte Routen in den kanadischen Rockies.

Egal ob  Sportklettern, bouldern, klettern an langen gefrorenen Wasserfällen, auf Skitouren oder Skibefahrungen steiler Flanken und Coulouirs, an den sturmumtosten spektakulären Granitzinnen Patagoniens, wo ihm drei selten im solo durchstiegene Aufstiege glückten und er nur knapp am berühmten Cerro Torre im Sturm scheiterte, den Big Walls Amerikas und Afrikas oder den hohen Eisriesen Alaskas, Perus und Nepals, interessierten ihn stets alle Facetten der Berge.

2019 lernte Frank einen jungen wilden, sehr starken spanischen Kletterer kennen, der ihn sehr an seine Jugend und die Locker- und Unbekümmertheit seiner Zeit erinnerte. Mit wenig Geld, entweder trampend oder mit einem klapprigen Auto, zerschlissener Kleidung und grenzwertig abgenutzter Kletterausrüstung, vagabundierte er schon über ein Jahr durch Europa. Die Beiden verstanden sich auf Anhieb und kletterten zusammen über den Sommer und im Herbst einige äußerst schwierige Felsrouten in den Schweizer Alpen. Da der Spanier auch zu Feiern wusste, endete so mancher Klettertag erst spät im Schlafsack. Im Winter 2019/2020 hatte Frank sich in den Kopf gesetzt, vor der Kletterrente noch einmal alleine eine lange sehr anspruchsvolle Route an einem Fünf- oder Sechstausender Alaskas zu versuchen. Nach sechsmonatiger intensiver Vorbereitung, und tausender Höhenmeter mit Ski und Eisbeil, machte Corona seinen Plan zunichte. Mit der Situation hadernd, wohlwissend, dass er vielleicht nie wieder in die mentale Verfassung und Bereitschaft kommt, an einem so hohen Ziel im Alleigang alles auf eine Karte zu setzen, kletterte er stattdessen im Sommer zwischen Salzburg und Wien in Gebieten, die er bisher noch nicht besucht hatte. Nur um zu erkennen, dass man nicht um die halbe Welt reisen muss um Schönheit, Unbekanntes und Abenteuer erleben zu dürfen.

Neben dem nötigen sportlichen Ehrgeiz und der Fokussierung, stand und steht für ihn immer das eigentliche unterwegs Sein im Vordergrund. Gewaltige beeindruckende Natur,  der Austausch mit fremden Kulturen, mit Freunden oder alleine auf sich selbst gestellt, große und viele kleine Abenteuer und Wunder erleben, nur um demütig zu erkennen, dass er oft, trotz unzähliger brenzliger Situationen, immer das bitter nötige Quäntchen Glück hatte und vor allem auch stets den Mut aufbrachte, rechtzeitig umzudrehen.

Die Sektion Pforzheim ist froh und dankbar ein solches Juwel in ihren Reihen zu haben und wünscht Frank Jourdan weiterhin viel Glück und Freude an seinen vielfältigen Klettertechniken sowie stets eine gesunde Rückkehr in seine Heimatstadt Pforzheim.     

rolf constantin


Umgestaltung und Anbau Pforzheimer Hütte

 

Lieber Mitglieder,

unser Berghaus, die Pforzheimer Hütte (Adolf-Witzenmann-Haus), soll in diesem Jahrhundert ankommen.
Um den behördlichen Anforderungen gerecht zu werden, müssen wir mittelfristig mehr Personalzimmer auf unserer Hütte ausweisen. Auch der Winterraum mit dem Not-WC ist nicht mehr zeitgemäß und muss angepasst werden. Ebenso müssen wir unsere Übernachtungsangebote, derzeit bestehend aus Lager-, Mehrbett- und einem Zweibettzimmer, an den Bedarf anpassen.

Um die behördlichen Anforderungen zu erfüllen und unsere Pforzheimer Hütte attraktiver zu machen, hat sich der Vorstand und das Hüttenreferat entschlossen, ein Gesamtkonzept zu entwickeln. Dadurch wird die Hütte zukunftsfähig ohne den Hüttencharakter zu verlieren.

Mit dem Konzept einer Umgestaltung und Zubau ist es möglich im Dachgeschoss 5 Personalzimmer einzurichten und das Wohnangebot unserer Pächter zu verbessern. Darüber hinaus gibt es 6 Zweibettzimmer und 5 Familienzimmer mit 2 Einzelbetten und einem Stockwerkbett. Der Winterraum mit 18 Schlafplätzen stehen bei Hüttenbewirtschaftung als Schlaflager mit 8 und 10 Betten zur Verfügung. Im Dachgeschoss wird ein weiteres Schlaflager mit 8 Betten entstehen. Im Gastraum werden mehr Plätze angeboten und die großen Fenster mit Bergpanoramablick werden unsere Besucher nicht mehr vergessen. Die Damen- und Herrenwaschräume werden dem Bedarf angepasst, da unsere Hütte fast gleich viel Frauen wie Männer besuchen.

Ein neues Not-WC wird die Umweltbelastung der Besucher außerhalb der Bewirtschaftungszeit verringern und ein Keller zwischen Hütte und Materialseilbahn den Aufwand an Logistik verbessern.
In der nächsten Mitgliederversammlung wird der Vorstand das Projekt im Detail vorstellen, um Ihre Zustimmung zu erlangen.

Weitere Details und Ansichten sind der nachfolgenden Publikation „Pforzheimer Hütte: Gestern – heute – morgen“ zu entnehmen.

Ich hoffe das Konzept überzeugt Sie und wir freuen uns über Anregungen und Ergänzungen.

Euer Hüttenreferent Bruno Kohl


Ein Jahr im Allgäu

 

Eine visuelle Reise von Birgit und Daniel Grammel


130 Jahre Gründung Sektion Pforzheim
25 Jahre Ausbildungszentrum WWH
120 Jahre alte Pforzheimer Hütte
95 Jahre Berghaus im Stubaital
100 Jahre Sektionsjugend

 

Eine Reihe von Jubiläen steht im Jahr 2021 an. So kann die Sektion auf 130 Jahre in diesem Jahr zurückblicken. Die Gründungsversammlung war am 28.12.1891 mit 87 Mitgliedern darunter ein weibliches Wesen. Fräulein Amalie Rützelberger bildete damals die Minderheit in der Männerdomäne. Heute zählt die Sektion 4105 Mitglieder. Durch die Zerstörung der Stadt Pforzheim waren die Aktivitäten nach dem zweiten Weltkrieg unterbrochen. Doch bereits am 30. Mai 1947 gab es die erste Zusammenkunft im Lokal Hoheneck.

Bereits 1898 fasste der kleine Verein mit 120 Mitgliedern den den Beschluss, eine Anlaufstelle in den Alpen zu bauen. Am 20. August 1901, vor 120 Jahren, kam es zur Einweihung der ersten Pforzheimer Hütte auf 2250 Metern Höhe am Schlingpass. Bald danach entstand der gewagte und abenteuerliche Felssteig über der Uinaschlucht. Nach dem ersten Weltkrieg ging das Berghaus 1914 an Italien verloren. Als der Abrissbagger sich bereits auf den Weg machte, gab es eine Rettung in letzte Sekunde. Ein Förderverein um Lorenz Wallnöfer, Architekt in München und sein Bruder Jürgen Wallnöfer aus Mals in Südtirol, deren Großvater als Maurermeister das Berghaus erstellte, konnte von der Regierung in Bozen grünes Licht für eine Verhinderung des Abrisses bekommen. Ein Förderverein kümmert sich inzwischen um das Berghaus, das in einer wundervollen Landschaft mit Blick auf den Ortler an einem kleinen See liegt.

Am 5. September 1926 stand das neue Berghaus, das Adolf-Witzenmann-Haus, im Gleirschtal in den Stubaier Alpen auf 2308 Metern Höhe. In der langen Zeit gab es drei rührige Hüttenreferenten Fritz Kast, Roland Volz und Bruno Kohl.

In der 130-jährigen Geschichte der Sektion gab es nur sechs Vorsitzende, darunter Dr. Walter Witzenmann, der allein 70 Jahre die Sektion führte.

Unbefriedigend war die Situation, dass alle Aktionen der Sektion nach dem zweiten Weltkrieg über die ganze Stadt verstreut angesiedelt waren. Von daher entstand das große Anliegen ein Ausbildungszentrum zu schaffen. Dies bot sich zusammen mit dem Schwarz-Weiß-Club auf der Wiferdinger Höhe an. Allerdings gab es dabei heftige Diskussionen, da Berghaus und Ausbildungszentrum mit hohen Kosten verbunden waren. Mit einem Festakt mit 150 Ehrengästen kam es am 9. März 1996 zur Einweihung des Sektions- und Ausbildungszentrums auf der Wilferdinger Höhe. Mit seinen variablen zu gestaltenden Kletterrouten und der gewaltigen Außenwand sowie den entsprechenden Räumen hatte nun die Sektion eine Anlaufstelle für eine Vielzahl von sportlichen Aktivitäten. Gleichzeitig hatte auch die Jugend, die in diesem Jahr auf 100 Jahre seit Gründung der Jugend zurückblicken kann, Möglichkeiten sich hier zu treffen. Durch das Walter-Witzenmann-Haus entwickelte sich die Mitgliederzahl von 2300 auf jetzt über 4100. Mit der Boulderwand gab es eine weitere Aufwertung des Kletterzentrums.

Ein herausragendes Ereignis für die Sektion war auch die erste Hauptversammlung des DAV nach der Wiedervereinigung 1990 in Pforzheim. Auch die Austragung eines Boulderwettbewerbs in der St. Mauerhalle war ein Glanzpunkt in der Geschichte der Sektion.

rolf constantin


Fürstensteig und die Drei Schwestern in Liechtenstein

 

Wir freuten uns alle tierisch auf eine gemeinsame Tour nach bereits einigen durchgemachten Pandemiemonaten. Natürlich trafen wir uns wieder in aller Herrgottsfrüh am „Wanderparkplatz“ in Heimsheim (P&R an der Autobahn). Wir machten uns zu neunt auf den Weg Richtung Süden, immer der Sonne hinterher.Die Wettervorhersage war gut, zumindest für den ersten Tag. In der Nähe des Bodensees machten wir eine Pause und genehmigten uns Kaffee, Cappuccino, Espresso und ein kleines Frühstück. Weiter ging die Fahrt über die Grenze nach Österreich und nach wenigen Kilometern nach Liechtenstein. Vorbei an der Hauptstadt Vaduz und Triesenberg erreichten wir über einige Serpentinen unseren Ausgangspunkt in Steg. Gemütlich bereiteten wir uns vor und marschierten dann los in Richtung Fürstensteig. Frank hatte sich im Vorfeld noch einmal genau informiert und war überzeugt davon, dass wir unsere Klettersteigsets nicht benötigten. Über die gesparten Kilos freuten wir uns alle.

Von Steg aus liefen wir in Richtung Gaflei und weiter unterhalb der Alpspitz über den in den Felsen gehauenen Fürstensteig. Am Gafleisattel hatten wir den Felsweg in der Steilwand gemeistert und der Blick öffnete sich auch nach Osten in Richtung Arlberg. Bereits schon vorm Gafleisattel konnten wir immer wieder schöne Blicke nach Westen in Richtung Rheintal genießen. Von hier aus schlängelte sich der Weg mehr oder weniger die ganze Zeit auf dem Grat in Richtung Gafleispitz und weiter bis zum höchsten Punkt der Tour, dem Kühgrat. Auf den Fotos der Kühgrat und rechts die Drei Schwestern. Immer weiter verlief der Weg entlang des Grates, mal mehr mal weniger felsig und am Garsellakopf legten wir wieder eine Pause ein, schwätzten und genossen die Aussicht. Es ging zu den Drei Schwestern und hier wurde es noch einmal richtig felsig, zwei der Drei Schwestern mit kleinen Gipfelkreuzen. Frank hatte zwar recht damit behalten, dass wir unsere Klettersteigsets nicht brauchten. Dennoch ließ es sich Wolfgang nicht nehmen eine kleine Free Solo Kletterei im 6.Grad einzubauen (Foto). Beim Abstieg von den Drei Schwestern wurde das Gelände bald weniger felsig und wir konnten mit großen Schritten unserem Tagesziel, der Gaffadurahütte, entgegenstürmen.

Dort angekommen konnten wir noch das gute Wetter, die Gesellschaft und das eine oder andere kühle Getränk genießen. Nach dem Fürstensteig erwartete uns auf der Hütte ein wirklich fürstliches Essen. Die meisten von uns entschieden sich für ein Wildgericht. Gut gestärkt konnten wir so den Abend genießen und den Tag ausklingen lassen. Ein Wetterumschwung kündigte sich an und vielleicht gerade deshalb konnten wir einen atemberaubenden Sonnenuntergang erleben. Beim abendlichen Zusammensein wurden die Wettervorhersagen auf bergfex und Co studiert und bereits der Schlachtplan für den kommenden Tag besprochen. Die Hütte hatten wir übrigens, auch aufgrund der Corona Regeln, für uns. So konnten wir uns im Bettenlager ein wenig breiter machen als üblich. Am nächsten Morgen wurden die Vorhersagen eher noch schlechter und so entschieden wir uns möglichst direkt nach Vaduz abzusteigen und von dort mit dem Bus nach Steg zurückzufahren.

Unsere gute Laune ließen wir uns davon nicht verderben. Der letzte Tag war einfach zu schön verlaufen. Und so machten wir uns am zweiten Tag, mit der Sonne um die Wette strahlend :), von der Gaffadurahütte auf nach Vaduz. Auch beim Abstieg konnten wir noch einige schöne Stimmungen erleben und aufsaugen. In Vaduz mussten wir uns dann tatsächlich noch einmal sputen, damit uns der Bus nicht vor der Nase wegfährt. Bei den Autos angekommen entschieden wir uns noch einen kleinen Abstecher zu einer Hütte zu machen. Ein wenig erschöpft, aber glücklich wärmten wir uns vor der Heimfahrt noch wahlweise mit Suppe, Tee oder Kaffee auf.Unser Fazit lautet: Immer wieder gerne!

Frank, wir freuen uns schon auf die nächste Tour mit Dir.

Verfasser: Carlo
Fotos: Frank


Ruth Witzenmann für die Sektion Pforzheim ein Segen.
Einziges Ehrenmitglied, das kein Vorstandsamt begleitete.
Eine außergewöhnliche Persönlichkeit.

 

Wer Ruth Witzenmann begegnete, war überrascht von ihrem Charme, ihrer Klugheit und Wissbegierde, ihrer Schlagfertigkeit und ihrer Warmherzigkeit. Sie starb am 26. März 2012 im 102. Lebensjahr. Unter großem Applaus wurde die Witwe des Pforzheimer Unternehmers Walter Witzenmann, der 60 Jahre hindurch die Sektion Pforzheim verantwortlich führte, bei der Mitgliederversammlung 2005 zum Ehrenmitglied ernannt. In der Vereinsgeschichte muss man bis 1962 zurückblättern, um auf die letzte Ehrenmitgliedschaft des damaligen zweiten Vorsitzenden Heinrich Scheuffele zu stoßen. Insgesamt gibt es in der 130 – jährigen Geschichte nur fünf Ehrenmitglieder. 

Am 16. Juli 1909 in Pforzheim geboren, war Ruth Witzenmann in ihrer Kindheit ihrer Großmutter Emma Bürkle im Würmtal sehr verbunden. Dort lernte sie auch im aufgestauten Wasser der Würm das Schwimmen, wie sie mir erzählte. Die junge attraktive Frau studierte nach dem Abitur Zeitungswissenschaften, Literatur und Kunstgeschichte in Heidelberg und München und war danach eine erfolgreiche Theaterschauspielerin. Die Liebe zur Kunst bekam sie durch ihren Vater in die Wiege gelegt. Der Bildhauer Fritz Wolber, lehrte an der Großherzoglichen Badischen Gewerbeschule in der Holzgartenstraße. Als Schauspielerin wirkte Ruth Witzenmann zunächst in den Münchner Kammerspielen, ehe es sie auf den Bühnen in Luzern, Augsburg, Königsberg, Essen und Karlsruhe ihr Talent unter Beweis stellte. Sie spielte dabei klassische Rollen von „Don Carlos“ über „Faust II” bis hin zur „Widerspenstigen Zähmung”. Aber auch Operettenrollen waren für sie eine reizvolle Herausforderung. Ihre Schauspielerkarriere endete mit ihrer Liebe und Heirat zu Dr. Walter Witzenmann.
Nach ihrer Heirat 1937 nahm sie, wie sie mir erzählte, Abschied von der Bühne hin zu einer ganz neuen Rolle an der Seite ihres Mannes, der im gleichen Jahr die Geschäftsführung der Firma Witzenmann übernahm. Heinrich Witzenmann, sein Großvater, hatte die Schmuckwarenfabrik 1854 gegründet. 1885 entwickelte er zusammen mit Eugène Levavassèur den ersten Metallschlauch der Welt. Beim Angriff am 23. Februar 1945 auf Pforzheim wurde auch das Fabrikgebäude der Firma Witzenmann zerstört. Eine schwere Zeit für Ruth und Walter Witzenmann folgten. Recht schnell konnte die Firma aber wieder Fuß fassen und Ruth Witzenmann war dabei für ihren Mann stets eine starke Stütze. Ihr großes soziales Engagement in der Firma wussten die Betriebsangehörigen zu schätzen. Mit ihrer Bildung und ihrer unerschöpflichen Fantasie verstand sie es auch glänzend Gesprächspartner für sich einzunehmen. Spielend erlernte sie Sprachen und bis kurz vor ihrem Tod nahm sie noch Englischunterricht. Daneben organisierte sie die jährlichen Reisen der Reuchlin-Gesellschaft, deren Vorsitzender ihr Mann war und die Konzerte in der Altstadtkirche.
Mit ihrem Mann war sie bis ins hohe Alter in den Bergen unterwegs. Sie war eine rasante Abfahrtsskifahrerin und bis ins hohe Alter mit einem roten Flitzer unterwegs. Italien und die Schweiz waren für sie Länder, die sie immer wieder aufsuchte. Noch mit 100 Jahren war sie mit Flusskreuzfahrten auf der Loire und dem Rhein mit dem Wölfle, ihrer guten Seele unterwegs.67 Jahre war sie mit Walter Witzenmann verheiratet.

Zwei Söhne, Michael und Trutz, hatte sie erzogen. Leider starb Michael bereits 2002. Drei Enkel Adrian, Daniel und Jakob sowie zwei Urenkel Enya und Götz bereicherten das Familienleben, das ihr wichtig war. Mit erstaunlicher Kraft und Energie steckte sie einen komplizierten Bruch kurz vor ihrem 100. Geburtstag weg. Wehmut überkam sie, wenn Besucher über die Berge und das Pforzheimer Berghaus sprachen, welches sie mit ihrem Mann zum 100-jährigen Jubiläum der Sektion letztmals aufsuchte. Sie hatte ein tiefes Verhältnis zu Natur und Schöpfung. Achtung, Respekt und Toleranz zu ihren Mitmenschen waren ihr wichtig. Zu ihrem 100. Geburtstag entwickelte die Sektion die Idee zu Ehren der großen Bergsteigerfamilie Witzenmann und ihrem Ehrenmitglied sowie der großzügigen Gönnerin der Sektion ein modernes Kreuz zu gestalten, das die Besucher des Adolf Witzenmann Hauses nun auf dem Hausberg, der 2.974 Meter hohen Haidenspitze, grüßt.  Auch die ersten neue Bänke vor unserem Berghaus stiftete sie.

Sie liebte bis zu ihrem Tod die Geselligkeit, das Gespräch mit Freunden und Diaabende, die Reisen der Welt und die Berge in die Villa Witzenmann brachten, die 1957 entstand. Hier tummelten sich auch Tiere wie Eichhörnchen, zwei Esel und Enten, die sie bei ihren Spaziergängen durch das Gelände nicht missen wollte. Dankbar begrüßte sie auch Nikolaus und Sternsinger in der Villa.Ihrem kulturellen und sozialen Engagement entsprechend hat sie mit einer großzügigen Spende nicht nur die Kindertagesstätte für das Familienunternehmen unterstützt. Auch die Restschulden für das Walter – Witzenmann – Ausbildungszentrum auf der Wilferdinger Höhe hat sie abgetragen.

Für alle, die Ruth Witzenmann erleben durften, war sie eine außergewöhnliche Frau, die der Sektion Pforzheim stets in Erinnerung bleiben wird.  

rolf constantin


Herr der Zahlen, Frank Nauheimer, konnte seinen 60. Geburtstag begehen

 

Unser Schatzmeister Frank Nauheimer konnte am 24. Januar seinen 60. Geburtstag begehen. Seit 1988 haben wir in ihm einen zuverlässigen und hervorragenden, Herr der Zahlen, der unsere beiden Anlaufstellen Berghaus im Stubaital und das Ausbildungszentrum auf der Wilferdinger Höhe rechnungsmäßig verwaltet. Dies ist keine Selbstverständlichkeit, zumal er Geschäftsführer von gleich zwei Firmen, Rau und Admedes ist und daneben auch im Sportkreis Pforzheim – Enzkreis e.V. als stellvertretender Vorsitzender ein nicht leichtes zusätzliches Ehrenamt hat.

Dem Sport hat er sich früh verschrieben. So war er lange Zeit Trainer des Handball Oberligisten HC Neuenbürg und Übungsleiter Leichtathletik. Seit Jahren ist er ein Anwalt des Sports und sorgte so für die bessere Förderung und Unterstützung der einzelnen Vereine in den unterschiedlichsten Bereichen über den Sportkreis Pforzheim-Enzkreis. Auch im Badischen Sportbund Karlsruhe trat er für eine gerechtere Mitgliedsbeitragszahlung der Sektion Pforzheim ein. Für die vielfältigen und langjährigen Tätigkeiten im Sport ehrte ihn der Badische Sportbund mit der höchsten Auszeichnung der “Goldenen Ehrennadel”.
Das Amt des Schatzmeisters hatte er von Hans Sohler übernommen. Handball ist für ihn eine wichtige Sportart und so ist er dankbar, wenn bei Europa- oder Weltmeisterschaften die Sitzungstermine nicht mit den Spielen konkurrieren. Auch über die gewissenhafte Anwesenheit bei unseren Sitzungen der Sektion, trotz seiner vielfältigen Tätigkeiten, und seine ausgleichende und ruhige Art, sind wir sehr dankbar.
Eine gewaltige Arbeit ist stets die Erstellung des mehrseitigen Jahresberichtes. Klug und übersichtlich vorbereitet, erläutert er diesen ruhig und verständlich für die Anwesenden. Daher ist dieser in den vielfältigen Positionen leicht nachvollziehbar.

Die Sektion Pforzheim sagt daher anlässlich seines 60. Geburtsages Frank Nauheimer herzlichen Dank für dieses große ehrenamtliche Engagement für unsere Sektion und hofft natürlich, dass er auch in Zukunft das Amt des Schatzmeisters weiterhin, wie bisher, mit Freude und Sachverstand ausübt.
Dazu wünschen wir ihm eine gute Gesundheit sowie Kraft und Ausdauer für seine vielfältigen Tätigkeiten.   

Für den Vorstand, Rolf Constantin


Friedenswanderung von Pforzheim nach Gernika

 

Eine gewaltige Strecke bei Regen, Schnee und Eis
Vor 15 Jahren wanderten abwechselnd Gruppen von der Hochschule und dem Alpenverein zusammen mit Mitgliedern vom Alpinclub Goi Zale Gernika in der Zeit vom 23. Februar bis zum 26. April von Pforzheim nach Gernika. Eine Strecke von rund 1721 Kilometer. Zwei Gernikaner, der damalige Präsident vom Goi Zale Gernika Fernando Artexte und Argi Palenque legten dabei die gesamte Strecke zurück. Angeregt hat den Friedensmarsch der studierte Historiker Michael Kasper, der in Gernika am Friedensinstitut arbeitete. Schwer gezeichnet, durch eine unheilbare Krankheit, konnte er beim Start in Pforzheim noch dabei sein. Aber 13 Tage vor der Ankunft der Gruppe in Gernika starb er. Die Wanderer trugen auf ihrem Weg auch die Friedensbotschaft nach Gurs, das für viele Juden eine schreckliche Zwischenstation war, ehe der Weg in die Konzentrationslager führte. Mit Sybille und Bruno Kohl sowie Rolf Constantin starte die Sektionsgruppe des Pforzheimer Alpenvereins durch das Burgund. Mit 210 Kilometern in sechs Tagen und dem längsten Tagesmarsch mit 47 Kilometern durch Eis und Schnee, quer durch Waldgebiete, deren Wasserläufe oft den Weg versperrten, durch Morast über Felder und durch Wiesen führte der Weg, der oft auch gar kein richtiger Weg war. Oft stellten wir uns die Frage, warum müssen wir uns das antun? Die Antwort erhielten die Teilnehmer von der Benediktinerin Bernadette im Kloster Notre Dame bei Tournus. Dort war in einfachen, durch Tücher getrennte Zellen, die Nachtruhe angesagt. Sie meinte: „Wir beten für den Frieden und ihr wandert für den Frieden. Gemeinsam tun wir so ein wichtiges Werk“. Bei dieser Tour durfte auch ein Abstecher nach Taize nicht fehlen und bei einem eindrucksvollen Gottesdienst am Palmsonntag mit dem Gründer der Kommunität Frere Roger, der kurz danach einem Mordanschlag zum Opfer fiel, ging es auf die Heimreise. Interessant war das sprachliche Miteinander. Französisch, englisch, spanisch, baskisch, deutsch oder Gebärdensprache schafften es stets, dass es mit einem einfachen Essen in den Gite – Etapes klappte, die oft Anlaufstationen waren. Aber auch Turnhallen und dreistöckige Stockbetten dienten dabei als Übernachtung. Die letzten Etappen von San Sebastian bis Gernika, waren dann alle Wanderer eingeladen mitzuwandern. Auf den rund 90 Kilometern, wuchs die Gruppe stetig. Teilweise erfolgte die Anfahrt von Gernika aus mit dem Bus zu den letzten Etappen. So war auch eine Übernachtung nach dem Sportbetrieb in einer Pelotihalle angesiedelt.  Im Koster Cenarruza, 18 Kilometer vor Gernika, fanden sich dann auch der damalige Dezernent Bürgermeister Gert Hager und der Verleger der PZ Albert Kiefer-Esslinger ein. Gemeinsam ging es durch das Bergland nach Gernika. Inzwischen war die Gruppe auf 150 Wanderer angewachsen. Der Einzug in Gernika bleibt dabei allen, die dabei waren, in unvergesslicher Erinnerung. Ein großes  Feuerwerk empfing die Wanderer. Kindergartenkindern und Schulkinder in ihren bunten Schulkleidungen schwenkten Fähnchen und ganz Gernika war auf den Beinen. 1721 Kilometer mit 38 980 Metern an Anstiegen und 39 190 Metern an Abstiegen waren erfolgreich zurückgelegt. Dabei wanderte der Präsident der baskischen Sektion Fernando die ganze Strecke mit und Luis und Manuel aus Gernika steckten mit ihren 68 Jahren auch nicht auf.Vor fünf Jahren wiederholte eine kleine Gruppe mit Bruno Kohl den Weg an der Küste entlang von San Sebastian bis Gernika. Am 26. April empfingen der Oberbürgermeister Jose Maria Gorrono und Rolf Constantin die Wanderer am Pablo Picasso Gemälde mit einer großen Gruppe des baskischen Alpenvereins.

2006 begann dann die erste gemeinsame Bergwoche mit den Basken und 2007 kam auch die Bergkameraden vom Alpinclub von Vicenza dazu. Leider hat es, Pandemie bedingt, mit der Tour 2020 nicht geklappt. Aber 2021 hoffen alle, dass die Bergkameraden der drei Partnerstädte wieder miteinander unterwegs sein können.                 

rolf constantin           

 


Hans Trautz unter den Jubilaren 2020.
Lange Zeit Gestalter der Sektionsnachrichten.
Seniorenbeauftragter.
70 Jahre Mitglied in der Sektion Pforzheim.

 

Hans Trautz ist mit der Sektion Pforzheim seit seinem 14. Lebensjahr verbunden. Mit seinem Vater und der Familie kam er bereits 1951 zum Berghaus und lernte dort noch den Hüttenpächter Toni Schwarz aus St. Sigmund kennen, bevor er Helene und Lambert Winkler, die 25 Jahre hindurch das Berghaus bewirtschafteten, dort antreffen konnte. Da Hans Trautz begeisterter Skifahrer ist, war er hauptsächlich im Winter auf der Pforzheimer Hütte. Wenn er mit seinem Vater, der Zahnarzt war zum Berghaus kam, untersuchte er gleich bei seinem Besuch die Kinder von Helene und Lambert. Als Pädagoge der Heinrich Wieland Berufsschule war Hans Trautz auch bei Skifreizeiten mit Klassen seiner Schule im Hüttenbereich unterwegs. Allerdings musste er dabei immer einen einheimischen Skilehrer dazu buchen. Abfahrten vom Haidenkogel und der Lampsenspitze gehörten dabei genauso zu den Skierlebnissen wie die vom Zwieselbacher Rosskogel.

Bereits 1947 war er auf dem Heilbronner Weg unterwegs und bestieg auch den Hochvogel vom Prinz Luitpold Berghaus aus. An die damalige Hüttenatmosphäre kann er sich noch gut erinnern. Große Räume in den Lagern, getrennt nach Geschlechtern, war damals normal. Mit der Hüttenromantik von heute nicht vergleichbar. Auch das 25- jährige Jubiläum des Adolf Witzenmann Hauses hat er bereits 1951 auf unserem Berghaus erlebt und die Feier ist ihm noch in guter Erinnerung.

Das Zusammentragen der Berichte für die Sektionsnachrichten, für die Hans Trautz, fast zwei Jahrzehnte verantwortlich war, schrieb er noch mit der Schreibmaschine um, da Vieles handschriftlich bei ihm ankam. Oft musste er Berichte verändern und neu formulieren und schreiben. Das Bildmaterial ließ sich damals nicht so einfach zusammenstellen, wie heute mit der ausgereiften Computertechnik. Stand das Konzept, ging er zur Druckerei Layer und danach war der Probedruck zu lesen, ehe das Heft zum Versand kam.
Lange Zeit ist Hans Trautz bereits Seniorenbeauftragter der Sektion und Ansprechpartner bei der Gymnastikgruppe, die jederzeit Verstärkung brauchen könnte. Entsprechende Informationen dazu stehen immer in den Sektionsnachrichten.

Die Sektion verdankt dem rüstigen Sportkameraden, der auch in weiten Teilen der Welt unterwegs war, viel. Daher ist es angebracht bei 70 Jahren Zugehörigkeit zur Sektion und dem Einbringen auf unterschiedliche Weise einmal schriftlich ein „Dankeschön“ zu sagen, verbunden mit Gesundheit und weiterer Unternehmungslust Neues zu sehen und zu erfahren.

Rolf Constantin


Wandertage in Hornberg

 

Einen goldenen Herbst durften die Senioren bei Ihren Wandertagen in Hornberg erleben.
Jeder Tag war ein Erlebnis für die noch fitten Senioren und die nicht mehr ganz so Schnellen bei wunderschönen Wanderungen, geführt von Otto Effinger vom SWV Hornberg.
Am ersten Tag, nach der Anfahrt mit Zug oder PKW, gingen die meisten auf einen kleinen Spaziergang rund um den Westweg.


Am zweiten Tag dann die erste große Wanderung: In Lauterbach begann der Aufstieg der „schnellen Wanderer“ zum Kreuzfelsen und weiter hinauf zum Lauterbacher Wandersteig, eine herrliche Wanderstrecke rund um das Sulzbachtal, meist am Waldrand entlang mit herrlichen Ausblicken, bis zum Fohrenbühl, wo die „Langsamen“ bereits warteten.


Am dritten Tag wanderten alle zusammen auf dem Westweg von der Wilhelmshöhe aus: die langsamen mit einer kleinen Runde, die Schnellen bis zum Naturschutzgebiet des Hochmoors am Blintensee und zurück.
Und wer dachte, die Wanderung vom 2. Tag sei der Höhepunkt gewesen, der staunte am 4. Tag nochmals: Drei ganz mutige Wanderdamen erlebten mit Wanderführer Otto Effinger den gesamten neu geschaffenen „Uhr“-Waldpfad auf dem Rohrhardtskopf (ein Weg gesäumt von mindestens 50 Varianten der Kuckucksuhr). Vom Parkplatz an der Elz steil hinauf zur Schwedenschanze und über herrliche Bergwiesen hinab bis zum „Wälderhaus“. Zum Abschluss entlang der Elzwasserfälle wieder bergauf bis zum Parkplatz. Ganz besonders groß war die Freude, als man bei der Rast auf der Schwedenschanze die langsameren Senioren traf, die einen Teil des Berges mit dem Auto gemeistert hatten und von der Bergstation des Skilifts zur Schwedenschanze gewandert waren.


Auf der Wilhelmshöhe gab es noch einen wohlverdienten frohen Ausklang bis man dann ganz schnell aber sehr traurig nach Hornberg fuhr zur Heimfahrt mit dem Zug.
Danke an den SWV Hornberg für die Führung und die guten Wandertipps und danke an die ganze fröhliche Gesellschaft der Teilnehmer.

B. Wörle


Mit Motorsense, Gabeln und Säge ausgestattet ging es an Rodungsarbeiten hinter dem Ausbildungszentrum

 

Bruno Kohl, unser umtriebiger zweiter Vorsitzende, konnte trotz Pandemie Aktionen nicht ruhen lassen und schaffte es, fünf Mitglieder der Sektion zu begeisterten das Gelände hinter unserem Ausbildungszentrum von einer Wüstenei in eine großräumige freie Fläche zu verwandeln. Sven Hämmerle schwang die Motorsense und somit hatten Frank Haase, Achim Schneider, Thomas Thomsen, Peter Weiß und Bruno Kohl alle Hände voll zu tun den Heckenschnitt am Grundstückende zu entsorgen. Die Abstände waren bei dem weitläufigen Gelände gut einzuhalten. Die frische Luft sorgte zusätzlich für ein gefahrloses Miteinander.

Nach den Rodungsarbeiten präsentierte sich die Fläche als ein Gelände, das nun zu nutzen ist. Ideen gibt es genügend, ob als Bouldergelände an einer Natursteinwand, mit Steinfelsen zum Sitzen, für die Heranwachsenden als Slakeline Übungsgelände oder auch als Gartenhäuschen mit Grillplatz.

Jedenfalls ist es schade, dass bisher das Gelände nicht als Aktionszentrum eingebunden war. Nach getaner Arbeit fehlte es nicht an einer entsprechenden Stärkung bei Wurstsalat, Brot und ausreichend Getränken. Jedenfalls der Truppe im Namen der Sektion ganz herzlichen Dank für ihren Einsatz, der nicht selbstverständlich ist und uns nun die Möglichkeit einer sinnvollen Gestaltung gibt.

rolf constantin

Ein Foto von Bruno Kohl zeigt die gerodete Fläche und das andere Foto von links nach rechts Sven Hämmerlein, Frank Haase und Thomas Thomsen


Pforzheimer Hütte
Pforzheimer Hütte
Pforzheimer Hütte

Pforzheimer Berghaus in diesem Jahr zweimal Opfer der Pandemie – In diesem Jahr wieder viele Arbeiten rings um das Haus ehrenamtlich gemacht

 

Im März musste durch die Pandemie, die in Ischgl ausgebrochen war, der Pächter Florian Mader mit seiner Mannschaft vorzeitig die Wintersaison beenden. Im September war durch die erhöhte Infektionszahlen in Tirol unser Pächter erneut gezwungen den Schlüssel vorzeitig umzudrehen und ins Tal abzusteigen. Trotzdem hat das Haus in diesem Jahr eine stete Aufwertung erfahren. Zusammen mit unserem Wegewart Thomas Thomsen verlegte Florian Mader und seine Freunde einen Holzboden auf der Terrasse um das Haus. Von daher lässt es sich jetzt trocken zu den bereitgestellten Sitzgelegenheiten vor dem Haus gelangen. Auch an zusätzlichen Sitzecken vor und hinter dem Haus fehlt es nicht mehr. Jeder Besucher kann daher je nach Sonnenstand im Tagesverlauf immer ein sonniges Plätzchen finden. Davor sorgt ein neuer Rasen für eine immergrüne Fläche in der zweiten Sitzreihe und auch der hohe Holzzaun ist verschwunden, den die Kühe vom Haus abhalten sollen. Hier genügt nun eine Strombespannung, dass die Besucher stets ungetrübt die Landschaft genießen können. Durch Corona waren auch auf dem Berghaus Bestimmungen einzuhalten was die Hygiene und die Besucherzahl anging. Dies war mit einem zusätzlichen Arbeitsaufwand vor allem beim reichhaltigen Frühstückbuffet verbunden.

Traumhaft war alles, was die die Küche unter Sonja Prepstl beim täglichen Viergängemenü am Abend auf den Tisch zauberte. Von den Knödelvarianten über die Vielfalt an Suppen und Salate bis hin zum Nachtisch. Die große Auswahl war auch stets aktuell auf einer Tafel zu lesen und an Fassbier und einem guten Tropfenstrudel fehlte es auch nicht. Sonja und Flo haben sich die regionale Küche mit regionalen Produkten auf die Fahne geschrieben, was mit dem Label „So schmecken die Berge" zu Ausdruck kommt. In der Halbpension ist eine Marschbrot und Tee für den Tag inbegriffen.

Auszuwechseln waren 24 gewaltige Pufferbatterien (110 kg/Stück), die die 24stündige Stromversorgung vor allem im Winter garantieren. Diese schwebten mit dem Helikopter zum Berghaus. Kostenpunkt rund 13.000 Euro. Auch sonst fallen am Berghaus immer wieder Arbeiten an. Von daher gab es auch in diesem Jahr wieder für unseren Hüttenreferenten Bruno Kohl und seine freiwilligen Helfer viel zu tun. Es ist schön, dass sich immer Helfer bereitfinden Hand anzulegen um das Berghaus und das Umfeld stets den gestellten Erfordernissen anzupassen. Nach wie vor kann die Sektion froh sein, dass dadurch manche Kosten zu sparen sind.

Die warmen Septembertage sorgten dafür, dass sich Gäste entweder von der Hüttenrundtour, vom Tal und direkt zum Ausspanen für einige Tage auf das Berghaus bewegten. Es ließ sich auch gut auf die umliegenden Berge steigen. Vor allem musste man keine Angst vor aufziehenden Unwettern haben und konnte die Tage genießen. Neben der klaren Sicht kam auch der Naturfreund auf seine Kosten, da die Alpenflora noch zu bewundern war und die Murmeltiere nicht in ihren Winterschlaf verfallen waren. Die Schafe, die sonst neugierig die Bergwanderer und Bergsteiger beäugen und auch einmal umringen können, fehlten, da diese bereits ins Tal abgetrieben waren.

Der Zugang von der Seilbahnstation aus ist neu gemacht. Gefahrlos lässt sich über den Gleirschbach laufen und die Sumpfstellen sind trocken zu queren. Der hintere Aufstieg führt nicht mehr an der Duftstelle der Fäkalientrocknung vorbei und um das Haus gibt es verstärkt Ruhepole in Liegemattengestelle. Von daher lohnt es sich das Berghaus inmitten unberührter Natur anzusteuern. Bleibt die Hoffnung, dass es in der kommenden Wintersaison ab Februar 2021 wieder mehr Möglichkeiten gibt unbeschwert ohne Corona Beeinflussung zu unserem Berghaus mit Schneeschuh oder Tourenski aufzusteigen. Nachdem ich 1959 erstmals von Praxmar aus auf dem Weg nach Gries im Sulztal im Adolf Witzenmann Haus übernachtete, hat sich das Haus von einer Hütte zu einem Berghaus entwickelt, das sich im Stubai – und Ötztal sehen lassen kann und durch den entsprechenden Blumenschmuck rings um das Haus im Sommer einen gefälligen Eindruck macht.

rolf constantin


Kleine Lichter auf großer Tour

 

Der Walker-Pfeiler ist eine der Touren, zu der es nicht nur Routenbeschreibungen und Topos gibt, sondern Geschichten und Geschichte. In den 1930-er-Jahren gehörte die Grandes-Jorasses-Nordwand zusammen mit der Eiger-Nordwand und der Matterhorn-Nordwand zu den drei letzten großen Problemen der Alpen. Dramen spielten sich hier ab. Solche Geschichten wiegen mitunter schwer im mentalen Rucksack.
Mit entsprechendem Respekt haben wir - mein langjähriger Bergsteigpartner Achim Noller vom DAV Ludwigsburg und ich - uns also dieser Tour genähert. Immer wieder haben wir uns in den 20 Jahren, die wir inzwischen gemeinsam unterwegs sind, gefragt, ob wir bereit sind für den Walker Pfeiler. Und nachdem uns in den vergangenen Jahren unter anderem die drei großen Grate auf der Mont-Blanc-Südseite - Peuterey, Innominata und Brouillard-Integral – geglückt sind, fühlten wir uns nun bereit. Die Bedingungen sind perfekt: Der Pfeiler ist trocken und weitgehend schneefrei.

1200 Meter Wandhöhe, 1800 Meter Kletterstrecke, rund 56 Seillängen, knapp 20 davon im 5. und 6. Grad, sonst selten leichter als 4, Eis bis 45 Grad – das sind die nackten Zahlen. Mit 14 bis 24 Stunden wird die Kletterzeit bis auf den 4208 m hohen Gipfel veranschlagt. So starteten wir trotz sparsamem Packen mit einem 16 Kilogramm schweren Rucksack auf dem Rücken, weil klar war, dass wir zwei Tage brauchen werden und wir Biwakzeug mitnehmen müssen.
Von Chamonix mit der Montenvers-Bahn hoch, in drei Stunden flach übers Eis zur Leschaux-Hütte. Durchs Fernrohr beobachten wir mehrere Seilschaften, die im Walkerpfeiler zugange sind. Am nächsten Tag sind wir um 6 Uhr am Einstieg über dem Bergschrund und einer Eisrampe mit etwa 45 Grad. Was folgt, ist Warmklettern durch brüchiges Gelände – zehn Seillängen im dritten und vierten Grad. Dann wird‘s ernst. Kletterschuhe an. Nach zwei Fünfer-Längen wartet schon die Schlüsselstelle - der Rebuffat-Riss, frei geklettert 7-.
Und wir machen - tja - einen Anfängerfehler. Ich gehe den Riss, in dem kein einziger Haken steckt, mit dem Rucksack auf dem Rücken an. Im Wissen, dass bei einem Abflug 16 Kilo zusätzlich an den mobilen Sicherungen zerren werden, lege ich üppig Friends und Keile. Nach gut der Hälfte der 35-Meter-Seillänge sind allerdings sowohl meine Kraft als auch mein Vorrat an Sicherungsmaterial erschöpft. Achim lässt mich ab und startet selbst einen Versuch. Seinen Rucksack lässt er zum Nachziehen bei mir. Im Toprope sammelt er unterwegs Material ein, das er weiter oben noch dringend brauchen wird. So packt er‘s souverän und holt mich nach.

Die bittere Bilanz des Kraftakts: Meine Finger krampfen so, dass ich nicht mehr sicher vorsteigen kann. Achim übernimmt. Ich folge und ziehe in den schwereren Seillängen seinen Rucksack nach. Zweifel an unserem Treiben kommen wundersamer Weise trotzdem nicht auf. Der Fels ist warm, das Wetter stabil.
Wir sind gut ausgerüstet. Nur langsam wird man, wenn man nicht permanent überschlagen klettert. Am Fuß des Grauen Turms, etwa auf halber Höhe der Wand, machen wir nach 14 Stunden Kletterei um 20 Uhr Pause, schmelzen Schnee und füllen unsere Wasservorräte auf. In der Abendsonne eine letzte 6er-Länge auf den Pfeiler hinauf zum Biwak.

Um 21 Uhr verkriechen wir uns endlich halb sitzend im Schlafsack. Zum Essen Kochen sind wir zu müde. Nur ein kleiner Snack. Der Biwakplatz ist windgeschützt, aber klein. Unsere Füße baumeln auf gut 3500 m über dem Abgrund. Der Schlaf ist unruhig. Uns bleibt viel Zeit, in der sternklaren Nacht den Kometen Neowise und die Stirnlampen der Seilschaften an der gegenüberliegenden Aguille Verte zu beobachten. Gegen 2 Uhr nachts sehen wir zwei Seilschaften von der Leschaux-Hütte auf den Walker- und den benachbarten Croz-Pfeiler zusteuern.

Nach einem Kaffee stehen wir um 6 Uhr wieder am Grat. 150 Meter im 4. bis 5. Grad. Die Zehen schmerzen höllisch nach 14 Stunden in den engen Kletterschuhen am Vortag. Aber sonst läuft es gut.
Am Firndreieck, einem 45 Grad steilen, 40 Meter langen Eisaufschwung, wechseln wir – das einzige Mal in der kompletten Route – von Kletterschuhen auf Bergstiefel und Steigeisen. Über vier Seillängen im 5. und 6. Grad geht's den brüchigen, vereisten Roten Kamin und auf den Roten Turm hinauf. Hier endlich legt sich der Pfeiler etwas zurück. Für die restlichen zehn Seillängen im 3. und 4. Grad schalten wir um auf Running Belay – sprich, wir gehen gleichzeitig am mittellangen Seil und legen zwischen uns immer ein paar Schlingen oder Friends zur Sicherung.

Um 14 Uhr steigen wir über die Gipfelwächte der Pointe Walker. Geschafft! Der Blick wandert rüber zum Mont Blanc. Ein kleines Glücksgefühl stellt sich ein. Wir sind trotz der Strapazen körperlich eigentlich noch ganz gut drauf. Aber die Anspannung bleibt groß. Der Abstieg auf die italienische Seite ist nämlich noch einmal eine ausgewachsene Bergtour für sich: mehrfach abklettern, abseilen, Gletscher queren. Sechs Stunden lang.

Unterwegs überholen uns die beiden Franzosen, die den Pfeiler spielerisch an einem Tag durchgezogen haben. Einmal seilen wir gemeinsam ab, quatschen, lachen, dann packen sie ein und sind weg. Jeder Handgriff sitzt, alles läuft super-effizient. Ohne Biwakzeug sind sie deutlich leichter unterwegs als wir.

Auf der Boccalatte-Hütte (2800 m) ein herzlicher Empfang. Was wir gemacht haben? Den Walkerpfeiler. Die Cassin? Ja. Schwups holt der Hüttenwirt den Genepi und wir stoßen mit dem Schnaps an auf den großen italienischen Meister Riccardo Cassin, der die Tour 1938 erstbegangen hatte, nachdem ihm die Eiger-Nordwand vor der Nase weggeschnappt wurde.

Zwei Stunden später kommen noch drei Franzosen, die am Croz-Pfeiler in der Grandes-Jorasses-Nordwand eine Route im 9. Schwierigkeitsgrad mal kurz an einem Tag durchgezogen haben. Wir fühlen uns endgültig wie ganz kleine alpine Lichter.

Am nächsten Tag joggen sie beim Abstieg ins Tal an uns vorbei. Tage später werde ich über die Sozialen Medien rausfinden, wer uns da so hat stehen lassen: Ein Trio um Benjamin Guigonnet, Piolet d‘Or-Gewinner 2018 - dem Jahr, in dem die Huberbuam leer ausgegangen sind und der Franzose für seine Erstbegehung in der Nuptse-Südwand ausgezeichnet wurde. Die beiden anderen, die uns am Walker-Pfeiler eingeholt hatten, stellten sich auf Instagram dann als Bergführer-Anwärter aus Chamonix heraus. Und das relativiert die eigene gefühlte Langsamkeit dann doch wieder etwas...

Text: Sven Bernhagen, Fotos: Achim Noller und Sven Bernhagen


Monte Disgrazia Ein Traumgipfel im Bergell

 

Das wuchtige und imposante massiv aus Talk-Olivin-Schiefer und Serpentinit im Bernina Gebiet ist ein Berg der Superlative. Seine lange und anspruchsvolle Besteigung bietet alles was Bergsteigerherzen höher schlagen lässt. Steiler Gletscheranstieg, tolle, teils ausgesetzte Gratkletterei bis UIAA 3, anspruchsvolle Routenfindung und eine traumhafte Aussicht.

Angefangen beim Frühstück auf dem Refugio Ponti bei zwei Stück Zwieback und drei Schokokeksen. Komisch, denn der obligatorische Corona Fieberscan, ja wir waren in der Lombardei, ergab keine Krankheitssymptome. Dafür war der Kaffee, typisch italienisch, sehr lecker. Leider hatte ich schon nach 1 Stunde, am Gletscherfuß, einen Mordshunger. Egal... kurzer, schwungvoller Gletscheranstieg legte den Fokus aufs Wesentliche.

Steigeisen aus, Pickel an Rucksack, der lange Nordwestgrad beginnt gleich mit einer schönen Platte. Im weiteren Verlauf ist die ideale Linienführung nicht immer selbsterklärend. Jörg beweist hier ein gutes Näschen und steigt zwei markante Stellen souverän vor. Am Cavallo Bronzo (Schlüsselstelle) kurz vor dem Gipfel müssen Jörg, Steffen, Björn, Uli und der andere Jörg kurz warten. Kurzer Plausch mit megastolzem 64-jährigen Italiener mit Bergführer. Dann endlich, noch 2-3 Steilstufen und die Madonna am Gipfel nimmt uns bei herrlicher Weitsicht, in ihre Obhut. Done!
Mit himmlischem Beistand, vor allem aber mit Trittsicherheit und Konzentration ging's den Grad zurück, den Gletscher runter, auf zur Cocktailparty??? Yep, Jörg mixte uns, ganz stilecht, mit Limetten und braunem Kandis den feinsten Caipi aller Zeiten, mit echtem Gleschereis! Natürlich aus Blechbechern, ganz nachhaltig. Saluti... das haben wir uns verdient.

Es gibt sie noch, die Geheimtipps! Sie garantieren oftmals eher was ein Bergsteiger sucht: Ruhe, unberührte Natur, Grenzerfahrungen...

Text/Bild: Jörg Tanneberger


Familiengruppe im Ötztal

 

Donnerstag, 30.07.2020, der erste Ferientag und wir, die Familiengruppe, müssen früh raus. Um sechs Uhr morgens packten wir noch die letzten Sachen ins Auto, bevor es losging in Richtung Ötztal.
Die Fahrt war für fast alle erfolgreich: Fernpass ohne Stau und mit gutem Wetter, aber... der Mammut Store. Seine magischen Kräfte zogen ein Auto aus dem Verkehr. Die schöne leere Autobahn war nach der Bummelrunde nur noch ein kleiner Traum.

Um 13 Uhr trafen dann auch die Letzten ein und wir starteten unsere Ausfahrt mit einer kleinen Mittagspause im Schatten des Hauses. Gemeinsam bei Kaffee und Snacks planten wir die nächsten Tage. Nach der langen Autofahrt verlangte es vielen nach Bewegung und so liefen wir eine kleine Runde zur Ambergerhütte. Kaiserschmarren- und Limopause auf der Sulzbachtalhütte brachte die perfekte Stimmung. Zurück auf der Tiroler Hütte kam auch der Hunger wieder und wir setzen das Wasser für die Nudeln auf. Ein langer Abend wurde dieser allerdings nicht, denn für einen Teil der Gruppe ging es am nächsten Tag wieder früh los.
Wer will schon lange ausschlafen, wenn er auch um fünf Uhr aufstehen kann?! Quietschender und knarzender Weise machte sich die eine Hälfte in Richtung Gletschertour auf. Beim anderen Teil startet der Tag erst um acht Uhr.
Die Gletschertour... für den größten Teil, die Erste. Mit viel Respekt starteten wir um sechs Uhr in die geplante 8h-Tour. Unser erstes Ziel war die Winnebachseehütte auf 2362m. Schon etwas verschwitzt machten wir dort eine kleine Pause und luden uns mit Kaffee und heißer Schokolade wieder auf, denn der nächste Teil hatte es in sich!
Während wir oben unsere Getränke genossen, startete der zweite Teil der Gruppe in den Tag:
Wir fuhren ca. 20 Minuten mit dem Auto nach Umhausen, um den Klettersteig Stuibenfall mit anschließendem Schwimmen im Naturbadesee Umhausen zu genießen. Nach einen halbstündigen Zustieg zum Klettersteig unter blauem Himmel begann er nach einer kurzen Anziehpause (Klettersachen) direkt mit einer Stahlhängebrücke über einen reißenden Fluss. Nach einem weiteren kurzen Anstieg ging es endlich los!! Der Kletterstieg war aufgrund seiner einfachen Schwierigkeit sehr begehbar, aber leider auch sehr voll.

Zurück zur Gletschertour.
Voller Energie gingen wir wieder. Ein steiler Anstieg bis zum Gletscher erwartete uns. Körpereinsatz und Geduld, bis er sich endlich hinter einer Kuppel zeigte. Flott waren wir nun am Fuße des Bachfallferners und genossen hier die kühle und frische Luft. Die Mittagspause brachte uns die nötigen Nährstoffe für den Aufstieg.
Ausgerüstet mit Steigeisen und Pickel, angeseilt als eine Seilschaft legten wir los. Es war anstrengend, denn die Sonne brannte, doch nach einer guten Stunde erreichten wir den Einstieg in unsere letzte Aufstiegsetappe.

Zurück zur Klettersteiggruppe.
Den Namen Stuibenfall bekam der Klettersteig durch seine direkte Nähe zum Wasserfall Stuibenfall, an dem er sich direkt vorbeischlängelt. Der Stuibenfall ist mit seinen 159 Metern der höchste und meistbesuchte Wasserfall Tirols. Kurz vor Ende des Klettersteigs konnte man abermals den Wasserfall via Hängebrücke überqueren. Auch die Aussicht kommt im Klettersteig nicht zu kurz, da man im gesamten Klettersteig eine tolle Aussicht über das Ötztal hat. Nach dem Ausstieg konnte man stolz auf seine 230 Höhenmeter herunter gucken. Nach weiteren 5 Minuten kehrten wir im Gasthaus Stuibenfall ein und genossen einen wohlverdienten Topfenstrudel mit Sahne. Beim Abstieg über den Stuibenfall spritzte uns auf einer Aussichtsplattform ein angenehmer Sprühregen des Wasserfalls ins Gesicht. Nach weiteren 60 Minuten gingen wir noch in den Naturbadesee Umhausen schwimmen und ließen uns von dem kalten Wasser abkühlen.

Zurück zur Gletschertour.
Den letzten Anstieg bewältigten wir durch einen Klettersteig. Für manche auch hier das erste Mal, doch als Klettergruppe liegt hier unsere Stärke. Gekonnt meisterten wir auch die letzten Höhenmeter und genossen unseren wohlverdienten Ausblick.
Die Gaislehnscharte auf 3.054m!
Nach 1500 Höhenmetern nach oben, folgte nun der Abstieg.
Für diesen, den kräftezehrendsten Teil, sammelten wir nun unsere letzte Energie zusammen.
Über ein Geröllfeld mit Schneefeldern und Wiesen liefen wir nun in Richtung Tal. Die Füße schmerzten und wir waren genervt, als wir nach einer gefühlten Ewigkeit endlich die Sulzbachtalhütte erreichten. Hier beendeten wir unsere Tour mit Bier und Limo.
Es war ein sehr erfolgreicher Tag und die andere Gruppe erwartete uns, dankenswerter Weise, schon mit Spätzle an der Tiroler Hütte.
Gemütlich bei Tratsch und Klatsch ließen wir den Abend ausklingen.
Ausgeschlafen und mit voller Energie starteten wir in den nächsten Tag. Ein gemütliches Frühstück brachte auch gute Laune in die Gesichter der Morgenmuffel und so packten wir gemeinsam die Kletter- und Schwimmsachen ins Auto und fuhren zurück ins Tal. Hier starteten wir mit einer Kletterrunde, die ziemlich erfolgreich endete. Ob Playboy, Aquarell oder Hobbit... für jeden war etwas dabei.
Nassgeschwitzt und platt machten wir uns dann in Richtung Badesee auf. Eine kleine Runde in den See gesprungen, dann kam das schlechte Wetter. Geübt aus dem letzten Jahr, verdorb uns dieses jedoch nicht unseren lang geplanten und ersehnten Grillabend. Bei Gewitter genossen wir unser Grillgut in gemütlicher Runde. Auch dieser Tag ging zu Ende.

Unser letzter Tag in Tirol bringt immer auch das Putzen mit sich. Gemeinsam ist das aber schnell gemacht. Bevor wir dann die lange Fahrt zurück antraten, wanderten wir noch zur Nisslalm. Ein steiler Anstieg forderte uns, doch mit gutem Kaiserschmarren und Skiwasser wurden wir belohnt. Die Rückfahrt, leider nicht ganz staulos beendete unsere schöne Ausfahrt.

Danke an Alle für dieses mega Wochenende und auf weitere Ausflüge gemeinsam!

Hannah Wolff & Gideon Schindel


Wildspitze der schöne Klassiker

 

Es liegt in der Natur des Menschen das er immer nach höherem strebt. Auf geht's zum höchsten Tiroler Gipfel 3768 m.
Treff Pforzheim 5 Uhr, Abmarsch Vent 11 Uhr, Ankunft Breslauer Hütte 13 Uhr. Pause: Kuchen, Suppe, Trinken. Erkundungstour ob eine Rund Tour möglich ist. Lustige abendliche Runde bei gutem Essen und Rotwein.
So, jetzt wird´s ernst... 4:45 Uhr wecken. 5 Uhr Frühstück. Abmarsch Richtung Mitterkarjoch. Es ist noch kühl, ab 3000 m liegt Neuschnee. Wer tut sich das mitten im Sommer an? Dunja, Birgit, Nick, Alex, Steffen, Thomas und Jörg. Man könnte ausschlafen, am Pool liegen, im Meer planschen, in der Sonne einen Aperol Spritz genießen...
Seine Grenzen kennen lernen oder selbst gesteckte Ziele abzuschließen oder einfach ein Naturerlebnis erfahren, bedarf zunächst Leidensfähigkeit zu zeigen.
Erste Steilflanke hoch zum Mitterkarjoch. Timing ist gut, keine Wartezeit. Mit Steigeisen geht's über Klettersteig hoch zum Joch 3400 m. Frühstücksplatzl, yep... so auch für uns. Kurzes Vesper und weiter geht's. Anseilen zum Gletscheraufstieg. Gemächlich schreiten wir voran. Die Luft wird dünner und der Ruf nach Pausen häufiger :-) Kein Problem, Zeitfenster ist okay, Wetter auch. Der Grad zum Gipfel läuft gut bis zur Schlüsselstelle (2+). Stau auf 3700 m. Tja, dass haben die Alpenklassiker halt so an sich. Bandschlinge um Köpfel und auf geht's zum Finale. 11:45 Uhr, das ist ja der Gipfel... eine freche Wolke nimmt uns die Sicht. Und dann doch, die Sonne kommt, auf geht's zum Posen vor dem Gipfelkreuz. Kurze Sicht zeigt auch, dass eine Umrundung heute bei diesen Wetterverhältnissen und schlechter Sicht ein Wagnis wäre. Das gehen wir nicht ein, stattdessen geht's am Fixseil über Schlüsselstelle, bei aufgeschlossenen interessanten Gesprächen, back to Breslauer Hütte. Am Sonntag geht's über einen netten Steig zum wilden Mannle (3023 m) Und ab ins Tal. Vent: umziehen, einladen, abfahren.

Kleine Anekdote am Rande. Abschlußessen in einem klassischen Tiroler Lokal in Sölden. Nick fragt nach Pizza. O-Ton Wirt: ...Du kannst mich am Arsch lecken mit Pizza, bei uns gibts gute Tiroler Küche... Gastfreundlichkeit ist eben eine typische Söldner Tugend. Dass Essen war tatsächlich gut und wir wissen nun auch, das nicht nur das Klima in den Bergen rauh ist...

Ankunft in Pforzheim planmäßig 18:30 Uhr.
Jörg Tanneberger


Ersatztour Verwall für die 16. Partnerschaftstour 12.-17.7.20

 

Dieses Jahr sollte von unserer Sektion die 16. Partnerschaftstour mit den Bergfreunden aus Vicenza und Gernika organisiert werden.
Doch leider machte die Corona-Situation uns allen einen Strich durch die Rechnung. Weder unsere baskischen noch italienischen Freuden konnten rechtzeitig ihre Teilnahme zusagen und baten um Verschiebung ins nächste Jahr. Diesen Wunsch, kamen wir natürlich nach.
Um unseren Sektionsmitgliedern ein Tourenangebot zu unterbreiten, entschlossen sich Bruno Kohl (stv. Vorsitzender) sowie Christoph Senger (Fachübungsleiter Bergsteigen) nach entsprechender Lockerung der Corona-Hygienebestimmungen eine Bergfahrt anzubieten, die der vorgesehenen Partnerschaftstour entsprach.
Zuerst hatten 8 Sektionsmitglieder Interesse bekundet, aber letztlich fuhren 6 Sektionsmitglieder (Andrea Mania, Petra Müller, Sybille Kohl, Bruno Kohl, Bernhard Zelinka und Christoph Senger) am 12.7.20 nach St. Anton Parkplatz bei der Rendl-Bergbahn.
Bei Sommerwetter erreichten die Wanderer nach ca. 3 Stunden Weg durch die Rosannaschlucht und dem von Mountainbikern frequentierten Weg die Konstanzer Hütte.
Leider gab es hier die erste Überraschung, weil uns der Hüttenwirt mitteilte, dass er im nächsten Jahr keine Übernachtungszusage für unsere Gruppe der Partnerschaftstour geben kann.

Am nächsten Tag gingen wir über den Bruckmannweg in 7 1/2 Std. zur Neuen Heilbronner Hütte. Wir genossen in der bestens ausgestatteten Hütte das kostenlose Duschen.
Am Dienstag starteten wir, um die Östl. Fluhspitze anzugehen. Der Weg über Wiesen war bis zum „Brüllender See" gut gekennzeichnet, doch dann gab es so gut wie keine Markierungen mehr. Wir stiegen durch eine Rinne zum Beginn des östl. Gipfelgrates. Auf dem nicht leichten Weg bewiesen unsere drei tapferen Damen eine ausgezeichnete Kondition, Klettergeschick und spornten uns immer wieder zum Weitergehen an, wenn in dem unwegsamen Gelände Zweifel aufkamen, ob wir auf dem richtigen Weg sind.
Am Einstieg des Gipfelgrates entschlossen wir uns, auf den zu schweren Ostgrat zu verzichten. Belohnt wurden die Aufstiegsmühen mit einem beeindruckenden Tiefblick auf den Zeinissee sowie die Silvretta.
Bernhard und Christoph stiegen nach der Pause ein Stück ab, um die Nordflanke der Östl. Fluhspitze zu queren und dann über den leichteren Westgrat zum Gipfel zu steigen.
Dieser Weg erfordert nur am Gipfelaufstieg leichte Kletterei. Die Route können wir auch mit Teilnehmern bei unserer Partnerschaftstour angehen.
Bruno stieg mit den drei bergbegeisterten Damen durch das weitläufige Schotterkar zur Neuen Heilbronner Hütte ab. Eine „Mensch-ärgere-Dich-nicht"-Spielrunde rundete den Bergtag ab.

Über das Muttenjoch ging es am nächsten Tag bei angekündigtem Regenwetter zur Friedrichshafener Hütte. Beim Abzweig des Georg-Prasser-Weges trennten wir uns. Während Bruno mit den Damen direkt zur Hütte ging, wählten Bernhard und Christoph die längere Variante über den Georg-Prasser-Bergweg und den Vertinespleiskopf sowie das Schafbichljoch. Zuvor wurde aber noch trotz drohendem Regen der Vertinesberg mit einem Gipfelkreuz auf ausgesetztem Felsgipfel erstiegen. Kurz vor der mit einer Kette abgesicherten Kletterei zum Gipfel schlug das Wetter mit einem heftigen Graupelschauer und heftigem Wind zu und vermieste uns die Gipfelrast. Leider ist der anspruchsvolle Auf- und Abstieg und der kleine Felsgipfel für unsere Partnerschaftstour nicht geeignet.
Das Regenwetter hatte uns nun fest im Griff, dichte Nebel umhüllten die Berge. Nach kurzen Kletterpassagen am Vertinespleiskopf gelangten wir auf gut markiertem Weg zum Schafbichljoch und zur Friedrichshafener Hütte. Es regnete ständig und auch für die nächsten Tage war keine Besserung angesagt.

So blieb uns keine andere Wahl als uns am nächsten Morgen wetterfest anzuziehen und uns auf den 9-stündigen Weg über das Schafbichel- und Kuchenjoch zur Darmstädter Hütte zu machen. Es gab nur kurze Regenpausen und so blieb uns vor dem Aufstieg zum Kuchenjoch nur eine kurze Rast im Stehen unter einer schützenden Kiefer. Regen und kalter Wind erschwerten den Aufstieg und dann hatte der Übergang des Kuchenjoches noch eine Überraschung. Ein Felsabbruch hatte den mittelschwer eingestuften Bergweg erschwert. Zum Glück war in dem steilen Gelände ein kurzes Drahtseil zur Absicherung angebracht worden. So konnten wir die Stelle doch gefahrlos passieren, nachdem Bruno noch zwei lange Bandschlingen zur Verlängerung der Sicherung eingehängt hatte.
Auf der Darmstädter Hütte fand gerade ein Ausbildungskurs des DAV statt und für die Teilnehmer gab es auch kein schlechtes Wetter. Der Trockenraum war bereits voll und wir fanden für unsere Sachen kaum ein Plätzchen. So trockneten wir die nassen Kleider in der Gaststube am Körper so gut es eben ging. Andy, der Hüttenwirt, teilte uns mit, dass das Kuchenjoch demnächst zum schwarzen Bergweg aufgestuft wird und dass im gesamten Verwall durch Felsstürze und Erdrutsche sowie Steinschlag fast alle anspruchsvolleren Wege und Übergänge schwerer geworden sind.
Bei Regen stiegen wir dann wie geplant am Freitag nach St. Anton ab. Der Regen ließ später nach und so kamen wir einigermaßen trocken bei unserem Auto an. Bei einem Abschlussessen in Nesselwang wurden erste Pläne für eine neue Tourenplanung 2021 geschmiedet.
Wir hoffen dazu auf schöneres Wetter und eine von Coronaproblemen freie Bergfahrt.
Dank an: Text: CS, Fotos: Bernhard Zelinka.


Von der Coburger Hütte über den Taja-Klettersteig zum Vorderen Tajakopf

 

Auch im Jahr 2020 wurde wieder eine Bergtour für alle interessierte Sektionsmitglieder angeboten, das sich auch an die Mitglieder aus dem Hüttenhelferteam richtete. Leider hatte aus dem Helferteam nur Thomas Thomsen, unser Wegewart, Interesse und sich zusammen mit zwei weiteren Sektionsmitgliedern angemeldet. Krankheitsbedingt fiel eine Teilnehmerin leider kurzfristig aus.

So starteten am Montag, 29.6.20 drei Sektionsmitglieder der Gruppe Bergsteigen (Thomas Thomsen, Dieter Hartung und Christoph Senger) bei heftigem Regenwetter nach Ehrwald. Die Parkplätze an der Ehrwalder Almbahn darf man nur benutzen, wenn man mit der Seilbahn fährt. Weitere kostenfreie Parkplätze sind so gut wie nicht vorhanden.
Mit der Seilbahn fuhren wir zur Ehrwalder Alm, der leichte Regen verhinderte den evtl. Aufstieg über den Seeben-Klettersteig und der Hohe Gang als üblicher kürzester Zugang zur Coburger Hütte war wegen eines Erdrutsches gesperrt.
Das Wetter besserte sich und so kamen wir trocken auf der Coburger Hütte (1920 m) an. Die geltenden Corona-Hygieneregeln waren problemlos einzuhalten, der mitgenommene Schlafsack füllte den Rucksack eben etwas mehr. Der Hüttenpächter hatte im Gastraum zwischen den Tischen hölzerne Trennwände mit Klarsichtscheiben sowie in den Schlafräumen ebenfalls Trennelemente angebracht.

Am Dienstag stiegen wir bei sicherem Wetter in den sehr ausgesetzten und langen Taja-Klettersteig (Kategorie D, eine Stelle E) auf 1850 m ein. In der Literatur wird der Tajas-Steig als langer, aber lohnender Klettersteig mit teils ausgesetzten Kletterpassagen im Schwierigkeitsgrad D/E (sehr schwierig) sowie auch einfachen Gehpassagen beschrieben. Er wird mit zu den schönsten Klettersteigen in Österreich gezählt, gute Kondition und durchgehende Konzentration sind erforderlich.
Nach kräftezehrender Kletterei in dem bestens abgesicherten Steig erreichten wir nach 4 Stunden und rund 600 Höhenmeter Aufstieg den Gipfel. Ein imposanter Tiefblick in den Talkessel mit den Drachensee, dem Seebensee und der Coburger Hütte sowie dem Felsmassiv der Zugspitze belohnte schon während des Aufstiegs und erst recht am Gipfel für die Mühen. Nach drei Stunden Abstieg waren wir wieder an der Coburger Hütte, zufrieden über die gelungene Klettersteig-Tour ohne Blessuren.

Die Coburger Hütte ist eine sehr empfehlenswerte Hütte, bestens bewirtschaftet mit guter Küche und einem gemütlichen Ambiente. Weitere anspruchsvolle Klettersteige z.B. der Coburger Klettersteig (D/E), der Seebensteig sowie ein Klettergarten in Hüttennähe und natürlich die Ehrwalder Sonnenspitze sind lohnende Ziele für Kletterbegeisterte.

Am nächsten Tag sollte die Überschreitung der Ehrwalder Sonnenspitze angegangen werden. Doch eine unsichere Wetterprognose, es waren Gewitter ab dem frühen Nachmittag vorhergesagt, bewog uns, dem Rat des Hüttenwirtes zu folgen und eine kürzere Tour auf den Vorderen Drachenkopf (2302 m) zu unternehmen. Ein gut begehbarer markierter Steig und zum Schluss etwa 15 Min. leichte Kletterei (I/I+) führen uns zum Gipfel von dem wir einen guten Blick auf die Aufstiegsroute der Ehrwalder Sonnenspitze hatten. Gegen 13.00 Uhr waren wir wieder auf der Coburger Hütte und machten uns gleich auf den Weg ins Tal, denn bei ausgeprägter schwüler Witterung zogen sich schon die ersten großen Kumuluswolken zusammen und wurden zusehends dunkler.
Kurz vor der Bergstation war es dann soweit, ein kurzes Gewitter mit heftigen Regen holte uns ein. Die
Sonnenspitze war schon viel früher davon betroffen und wir waren froh, nicht in dem steilen ausgesetzten Gelände unterwegs zu sein.
Die Seilbahn brachte uns trocken zurück zum Auto und die Heimfahrt verlief überraschend problemlos ohne Staus.
CS


Einsteigerkurs Klettersteig

 

Eigentlich...
...war der Kurs wegen Corona bereits abgesagt....
...haben sich Ariane und Stefan viiiiel zu spät angemeldet...
...ist Annette zu klein für einen Klettersteig....
...war Günter auf Regen eingestellt...
...aber wen kümmert das schon

Sehr kurzfristig konnten wir uns dank der gelockerten Corona-Regelungen am 14.6.20, eine Woche vor dem anvisierten Kurstermin, zur Vorbesprechung im Walter-Witzenmann-Haus treffen und somit unseren eisernen Willen zur Begehung des Klettersteigs in Form immenser Flexibilität unter Beweis stellen. Bereits dort stellte sich heraus, dass diese Truppe einiges zu bieten hat. Unter anderem bot uns Stefan die Mitfahrt in einem Corona-Abstands-Kompatiblen-Fahrzeug an, was unsere umweltbewussten Herzen höherschlagen ließ.

Annette reiste zur bestmöglichen Akklimatisation bereits einen Tag früher an. Auch unser Leiter Frank mit seiner Lebensgefährtin (und unserer offiziellen „Lumpensammlerin") Astrid genossen die Nacht in Oberjoch, um dem Morgenmuffel (lat. cras muffle, Vorkommen: weltweit zu unmenschlichen Weckzeiten) die Stirn zu bieten.

Der Wettergott war uns hold und so trafen wir uns am 21.06.2020 um 9 Uhr wohlgemut, voller Tatendrang und optimal gerüstet inklusive „Mauldäschle" an der Iselerbergbahn, Parkplatz Oberjoch, wo wir zunächst sehr bequem per Bahn den ersten Abschnitt des Weges genießen durften. Nach ca. 30-minütigem Zustieg wurden wir dann am Einstieg des Salewa-Klettersteigs zur Zwangspause verurteilt. Dank des doch relativ großen Andrangs im 1. Abschnitt konnten wir unsere Kräfte gut einteilen und diesen mithilfe von Franks technischen Tipps und Astrids pädagogischem Geschick (Danke für das nette Gespräch unter Kollegen) in sauberer Kletterei sehr gut meistern. Diese fast schon gemsenhafte Leistung führte natürlich ohne Umschweife zu der mutigen Entscheidung, sich auch dem zweiten und dritten Abschnitt des Klettersteigs zu stellen, was umgehend mit Jauchzern und Jubelrufen von Frank zu Beginn des zweiten Teils beim Abstieg einer spektakulär steilen Steinplatte belohnt wurde. Mit Freude und Schweiß konnten auch die Schlüsselstellen des 2. und 3. Abschnitts mit variationsreichen Trittkombinationen, die den „minimalen" Größenunterschieden der Teilnehmer geschuldet waren, bewältigt werden.
Getreu dem Sprichwort „The best view comes after the hardest climb" hatten wir uns die Rast am Kühgund mit traumhaften Blick auf Ponten, Geißhorn, Rauhhorn & Co redlich verdient. Die Iseler Überschreitung am Grat ließ das Panoramagemüt noch einmal Purzelbäume schlagen. Dann jedoch musste die Konzentration beim Abstieg geballt auf den doch recht steilen Schmugglersteig gerichtet werden, wobei wir schmunzelnd Franks heimliche Liebe für Geröllwege entdeckten.
Nach 6:30 Stunden, mit einem Aufstieg von ca. 540 Hm und einem Abstieg von ca. 840 Hm konnten wir uns schlussendlich an der Erdinger Urweiss'n Alpe mit flüssigen und festen Köstlichkeiten ausgiebig für die Anstrengungen belohnen.

Fazit:
Was bleibt sind wunderschöne Erinnerungen und wertvolle Erfahrungen am Iseler mit kompetenter und humorvoller Leitung, einer sehr harmonischen Gruppe und natürlich dem Gefühl nach mehr... Klettersteige, wir kommen!!


Neues Schild am Ausbildungszentrum mit viel Schweiß erstellt

 

Thomas Thomsen, Bruno Kohl, Bernd Reister, Christoph Senger und Frank Reuter waren im Außenbereich des Sektionszentrums aktiv. Schon lange ging es darum auf das Ausbildungszentrum entsprechend aufmerksam zu machen. Im Vorstand und Beirat stellte Bruno Kohl entsprechende Überlegungen vor, die dann in die Tat umzusetzen waren. Der Rahmen des gewaltigen Schildes, das beim Vorbeifahren nicht zu übersehen ist, entstand mit Unterstützung der Firma Witzenmann auf dem Fabrikgelände mit Hilfe von Bruno Kohl und Thomas Thomsen die Rahmenanfertigung. Nach inhaltlicher Vorgabe gestaltet vom Mitglied Uwe Herrmann der Firma Weeber Stempel und Schilder dann der Hinweistext.

Wegen der Corona Epidemie kam es immer wieder zu Verschiebungen bei den Arbeiten zur Erstellung des massiven Schildes in den Alpenvereinsfarben. Neben Sägen und Schweißen bei der Firma Witzenmann erfolgte dann der Aushub und das Betonieren vor Ort. Mehr als einen Arbeitstag investierten dann die Montierer. Thomas Thomsen legte während der Wanderung von Bruno Kohl auf seinem Weg in Richtung Italien den letzten Schliff an. Jetzt geht es noch um technische Feinheiten. Über einen Sensor wird mit Solarenergie das Schild am Abend von beiden Seiten entsprechend beleuchtet. Gleichzeitig sorgt auch eine neue Polleuchte mit Bewegungsmelder, dass der Zugang zum Ausbildungszentrum eine bessere Ausleuchtung erfahren hat. Auch dafür war das Team zuständig und unser FÜL Oliver Wenzel von der Firma Wenzel Elektroanlagen GmbH hat die Stromversorgung hergestellt.

Der Vorsitzende bedankte sich für den großartigen Einsatz, der in der Sektion, ob rund um das Berghaus oder im Bereich des Ausbildungszentrums immer wieder freiwillige Helfer findet.

rolf constantin


Impressionen einer Fortbildung für Fachübungsleiter/Trainer

 

"Eines der wichtigsten Anliegen des DAV gemäß seines 2012 in Stuttgart verabschiedeten Leitbildes ist es, sich für Sicherheit in den Bergen zu engagieren. Wesentlich ist dabei der hohe Qualitätsstandard seiner Aus- und Fortbildungen. Jedem verantwortungsbewusstem Bergsteiger und Ausbilder muss klar sein, dass sicherer Bergsport nur mit einer umfassenden und vollständigen Ausbildung möglich ist." *

Nach den Richtlinien muss jeder ausgebildete Fachübungsleiter/Trainer nach spätestens 3 Jahren eine Fortbildung absolvieren, wobei bei den Fortbildungen das gesamte Spektrum des Bergsportes spezifiziert zur Auswahl durch die Betroffenen angeboten wird. Die Sektion Pforzheim unterstützt großzügig ihre Fachübungsleiter bei allen erforderlichen oder gewünschten Fortbildung, die in der Regel 2,5 Tage dauern. So wird gewährleistet, dass alle Fachübungsleiter/Trainer im Interesse der Sicherheit über den aktuellen Ausbildungsstand nach der Lehrmeinung des DAV verfügen.
Vom 5. - 7.7.2020 nahmen aus unserer Sektion die Fachübungsleiter Markus Bauer (Bergsteigen und Skibergsteigen) sowie Christoph Senger (Bergsteigen) an einer Fortbildung für Fachübungsleiter Bergsteigen, Hochtouren und Alpinklettern in Längenfeld im Ötztal zum Thema "Begehen von Klettersteigen mit Gruppen" teil. Äußerst komfortabel erwies sich dabei die Unterkunft im Tal im 3-Sterne-Hotel "Alpenblick", während sonst die Fortbildungen natürlich auf DAV-Hütten stattfinden. Anhand der übersandten Ausrüstungsliste wurde zunächst die eigene Ausrüstung auf Vollständigkeit und Verwendungsfähigkeit geprüft. Dabei wurden einige doch in die Jahre gekommene Ausrüstungsgegenstände ersetzt (z.B. Bandschlingen, Reepschnüre), damit durch überaltertes Material kein Sicherheitsrisiko entsteht.

Zu Beginn eines jeden Kurses findet eine Vorstellungsrunde statt, bei dem sich die Teilnehmer kennenlernen und die Fortbildungsthemen entsprechend den Wünschen der Teilnehmer vereinbart werden. Unsere beiden Kursleiter aus dem Bundeslehrteam des DAV, Berthold Schmidt und Florian Hänel, stellten ein abgerundetes Programm aus Theorie und Praxis zusammen, das den Teilnehmerwünschen und den Ausbildungsvorgaben des DAV gerecht wurde.
Ein theoretischer Schwerpunkt war die Materialkunde, haben sich doch in der letzten Zeit immer wieder neue Erkenntnisse und Erfahrungen ergeben, die uns Fachübungsleitern nicht immer im "alltäglichen Leben" so bekannt wurden. Wir erhielten wertvolle Hinweise zu der Lebensdauer und Verwendbarkeit von Seilen, Bandschlingen, Klettersteig-Sets und Klettergurten, wobei die Ausrüstungsgegenstände oftmals aus unterschiedlichen Materialen (Polyester, Kevlar, Dyneema) mit ihren besonderen Eigenschaften sowie den damit verbundenen Vor- und Nachteilen bestehen. Neben der Materialkunde war bei der Tourenplanung ein Knackpunkt, wie kann ich als"Führer/Verantwortlicher" feststellen, ob die Teilnehmer der vorgesehenen Klettersteigtour gewachsen sind, um unangenehme Überraschungen wie Erschöpfung oder gar Blockaden sowie Unfälle zu vermeiden. Eine richtige Einschätzung der Schwierigkeitsangaben (A, B, C, D und E) ist hier auch unerlässlich, genauso wie alle anderen Faktoren einer sorgfältigen Tourenplanung (3x3-Methode: Verhältnisse, Gelände, Mensch).
War man dabei noch etwas ungläubig, dass eine Rettung aus einem Klettersteig fast nur mit Hilfe der Bergwacht machbar ist, so wurde dies an den Folgetagen bei der Begehung und den entsprechenden Übungen im "Lehner Wasserfall- und Reinhard Schiestl-Klettersteig" jedem klar. Express-Flaschenzug, Flaschenzug mit Körperhub, Verwendung neuer Sicherungsmittel z.B. Seilrolle mit Rücklaufsperre, Nachsicherungsmöglichkeiten im Steig waren wichtige und praxisorientierte Übungen, die in guter Kameradschaft auch allen Spaß machten.

Ein Erfahrungsaustausch am Abend nach ausgezeichneter Verpflegung und einem kühlen Durstlöscher rundet die Ausbildungstage ab. Es lohnte sich, auch bei dieser Fortbildung zwei Urlaubstage zu opfern, denn so konnte der Kurs am Montag und Dienstag stattfinden, wo wesentlich weniger Betrieb in den Klettersteigen herrschte.
Zufrieden mit dem Kurs und im Bewußtsein, wieder auf dem neuesten Stand zu sein, erfolgte die Heimfahrt.

Dank an: Text: Christoph Senger, Bilder: Markus Bauer
* (Quelle: Vorwort Handbuch Ausbildung des DAV).


Adolf Witzenmann ein großer Bergsteiger, der in den Dolomiten viele Erstbesteigungen durchführte - Mit Leib und Leben den Bergen verschrieben

 

Am 11. Oktober 1872 in Pforzheim in einem Pforzheimer Patrizierhause geboren, wuchs er mit dem Dichter Emil Strauß auf. Die Ahnen beider waren Musiker. Daraus entwickelte sich nicht nur die Beziehungen der Familien sondern auch der Sinn für Harmonie, das sich in den künstlerischen Lichtbildern von Adolf Witzenmann zeigte. Eigentlich wollte Adolf Witzenmann sich den Naturwissenschaften widmen. Aber die Entwicklung der väterlichen Fabrik machte den Eintritt der beiden Söhne Emil und Adolf erforderlich. Als knapp 18- jähriger widmete sich Adolf Witzenmann bereits ausschließlich der Abteilung für Metallschlauchfabrikation und war wesentlich am Aufbau der Firma beteiligt.

Mit sieben Jahren bekam er über seine Eltern erstmals Kontakt mit den Alpen und mit 18 Jahren bei einer Ferienfahrt nach Bozen ging es an die ersten Gipfelbesteigungen. Die trotzigen Felstürme der Dolomiten hinterließen bei ihm einen gewaltigen Eindruck, die ihn sein Leben lang fesselten. Für die Bergsteiger ist sein Name untrennbar mit der Erschließung der Sextener Dolomiten verbunden. Hier erwarb er sich in den 90er Jahre des letzten Jahrhunderts zusammen mit seinem Bruder Emil große Verdienste. Nicht umsonst hat man einen der Sextener Dolomitentürme den Namen „Cima Witzenmann" gegeben. Der Berg ist damit zum unvergänglichen Denkmal seiner Leistungen geworden.
Besonders bekannt ist seine kühne Erstbesteigung der Kleinen Zinne über die Ostwand am 31. August 1906 mit dem bekannten Bergführer Sepp Innerkofler und die Dreischusterspitze über den Nordostgrat am 12. September 1907. Zu Sepp Innerkofler entwickelte er eine ideale und freundschaftliche Bergkameradschaft. Leider fand dieser, der im Gebirgskrieg zwischen Österreich und Italien kämpfte, am Paternkofel 1915 den Tod. Die Liebe zu Südtirol fand für Adolf Witzenmann ihren Ausdruck mit dem Bau des ersten Pforzheimer Berghauses am Schlinigpass gegenüber dem gewaltigen Bergmassivs des Ortlers. Seine Verbundenheit zu Südtirol brachte ihm bei einem Besuch des Berghauses, das 1919 an Italien fiel, im selben Jahr zum Kriegsgericht nach Trient. Nach neuntägiger qualvoller Haft, wie der Berichterstatter festhielt, kam es zur Freilassung.

Nach dem Tod seines Freundes Innerkofler führte er eine Reihe von Erstbesteigungen allein durch. So in den Münstertaler Alpen, im Gleierschtal, im Gebiet der neuen Pforzheimer Hütte und im Wetterstein. In den Westalpen bestieg er das Zinalrothorn über die Südostkante und daneben eine Reihe Waliser Berge. Auch der Gipfel des Matterhorns fehlte nicht. Er war in Fels und im Eis unterwegs, war mit Berg – und Kletterschuhen bewandert und daneben auch noch ein hervorragender Schifahrer.

Geschätzt waren seine Lichtbildvorträge. Über 10 000 Diapositive, etwa 850 Gipfelbesteigungen und nahezu 600 verschiedene Gipfel und mehr als 50 Erstbesteigungen runden sein Bergsteigerleben ab. Er war Mitglied im Verwaltungsausschuss Stuttgart des DAV und DAV Sachverwalter für Wege – und Hüttenbauten. Daneben setzte er sich auch intensiv für die von ihm mitbegründete Sektion Pforzheim ein, war deren Vorsitzender und Hüttenwart des ersten Berghauses in Südtirol. Von ihm gibt es auch eine Reihe Veröffentlichungen über seine zahlreichen Tourenerfahrungen und so war er über Deutschland hinaus auch in Österreich, der Schweiz und in Ungarn bekannt. Seine bescheidene Wesensart lobten alle, die mit ihm zu tun hatten. Ihm zu Ehren erhielt das neue Pforzheimer Berghaus den Namen Adolf Witzenmann Haus. Adolf Witzenmann starb am 1. Dezember 1937.

rolf constantin


Die große Tour durch Europa: Pforzheim - Mittelmeer

 

Dass Pforzheim der Wandermittelpunkt von Europa ist wissen nur wenige, oder es ist etwas übertrieben. Gemessen an den Fernwanderwegen, die durch Pforzheim führen, bzw. mit den drei großen Schwarzwaldfernwanderwegen, die hier beginnen, kann sich unsere Stadt sehen lassen.

Der Europäische Fernwanderweg Nr. 1, vom Hauptfriedhof kommend, führt zum Kupferhammer und auf dem Westweg weiter nach Süden.
Um den Wandermittelpunkt zu unterstreichen haben sich sieben Unerschrockene unserer Sektion am 09.06.2020 ab dem Kupferhammer auf den Weg gemacht. Leider stand die erste Etappe Pforzheim – Bad Wildbad und die sechste Etappe Kalte Herberge – Schattenmühle (Wutachschlucht) nicht unter einem guten Stern. Die fest eingeplanten Teilnehmer für alle 61 Etappen, Klaus Bogner und Frank Haase, mussten verletzungsbedingt aufgeben. Den Starttermin haben wir auf den 09.06.2020 verschoben, um in die Schweiz einwandern zu können.
Ich möchte mich in diesem Bericht auf die verschiedenen Eindrücke, bedingt durch Landschaften und Menschen
beschränken. Die einzelnen Etappenbeschreibungen sind im DAV-Tourenportal www.alpenvereinaktiv.com im Detail zu finden.

Welche Kontraste: Die Stille des Waldes der Schwarzwald Höhenzüge, dann wieder entlang an Schnellstraßen und die hektische Betriebsamkeit der Städte und Täler. Durch Landschaften, die von Wanderwegen kaum erschlossen sind, entlang an Flüssen, wie dem Rhein, an dem direkt am Wasser natürliche Uferwege verlaufen, die fast nicht benützt werden. Quer durch die Schweiz mit seiner schönen Seenlandschaft. Um einige zu nennen, sei der Greifensee, Zürichsee, Sihlsee bei Einsiedeln und der Vierwaldstättersee zu erwähnen.
Im Tal der Reus (Vierwaldstätter See – Gotthard), wird man mit unserer modernen Infrastruktur konfrontiert. Autobahn, Bundesstraße, mehrere Bahngleise und der Fluss in der Enge des Reustales. Auf den restlichen Talböden und hoch über dem Tal sind blühende Almwiesen und kleine Felder zu sehen.

Im Schöllenen (Schlucht zwischen Göschenen und Andermatt) wird es noch enger.
Durch den Bau der Häderlis- und Teufelsbrücke im Jahr 1872 wurde es ermöglicht die direkte Reisepostverbindung im Sommer und Winter zwischen Flüelen, am Vierwaldstätter See nach Chiasso am Lago Lugano zu ermöglichen. Später wurde die Postlinie ab Basel und auch ab Amsterdam sowie bis Mailand ausgeweitet. Heute ist es im Sommer wieder möglich mit Pferden in einer Higthec-Kutsche von Andermatt über den Gotthard bis Airolo zu reisen.
Beim neueren Ausbau der Straße von Göschenen nach Andermatt, wurde auch an die Radfahrer und Wanderer gedacht.
Der Wander-/Radweg berührt nur an den Spitzkehren die Autostraße.
Am Ufer der Reus habe ich gegenüber vom Golfplatz von Andermatt eine Pause eingelegt. Was soll man denken, wenn die Schönen und Reichen mit Maserati, Ferrari, Bugatti, Porsche und Co vorbei „posern"! Meine Gedanken waren: Hoffentlich hat die heimische Bevölkerung auch einen wirtschaftlichen Nutzen davon. Und ein Golfplatz lässt sich schnell wieder in Agrarland verwandeln, im Gegensatz zu den Bettenburgen von Sedrun.
Nachdem ich alleine bis zur Capanna Corno Gries gewandert bin, wollte ich mir für die hohen Pässe und einsamen Wege des Piemonts Verstärkung holen und habe am Griespass die Tour unterbrochen.
Ingrid Mettler, Rosa Buchwald-Sätje und ich, freuen uns bereits auf den zweiten Abschnitt.
Ab 25.07.2020 werden wir den Weg ab der Capanna Corno Gries fortsetzen und erwarten hochalpines und ursprüngliches Gelände des stillen Piemonts.
Euer Bruno Kohl